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Tony Allen (r.) gewann 2008 mit den Boston Celtics den Meistertitel © getty

Memphis kommt spät zurück und erledigt Durants Thunder in der Overtime. Die Grizzlies führen 2:1. "Zebo" feiert einen Rekord.

Von Eric Böhm

München/Memphis - Die Memphis Grizzlies bleiben das Überraschungsteam der NBA-Playoffs.

Die Nummer acht der Western Conference ist durch einen 101:93 (43:51, 86:86)-Heimsieg nach Verlängerung gegen die Oklahoma City Thunder in der Viertelfinal-Serie mit 2:1 in Führung gegangen.

Dabei lagen die Grizzlies Mittes des dritten Viertels bereits mit 16 Punkten im Hintertreffen, ehe sie vor allem dank Zach Randolph wieder heran kamen.

"Wenn du weiterkommen willst, musst du manchmal Spiele gewinnen, in denen ein kleines Wunder nötig ist. Das ist uns heute mit der Hilfe Gottes gelungen", sagte Grizzlies-Coach Lionel Hollins im Überschwang des Glücks.

Randolph mit Teamrekord

Power Forward Randolph (21 Zähler) war bester Werfer seines Teams und stellte mit 21 Rebounds einen Klubrekord auf.

Sixth Man O.J. Mayo und Aufbauspieler Mike Conley hatten mit jeweils 18 Punkten ebenfalls großen Anteil an der Aufholjagd.

"Ich glaube, als wir auf der Anzeigetafel gesehen haben, wie weit wir hinten liegen, hat uns diese scheinbar ausweglose Situation aufgeweckt", beschrieb "Money Mike" den Umschwung.

Memphis dominiert Overtime

Thunder-Topscorer Kevin Durant und Randolph vergaben kurz vor Ende der regulären Spielzeit je eine Möglichkeit zum Sieg. In der Overtime spielte dann aber nur noch Memphis. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Die Grizzlies stellten - wie schon in Runde eins gegen San Antonio - ihre exzellente Verteidigung rund um die Dreierlinie unter Beweis. Die Gäste verwandelten nur vier ihrer 21 Versuche aus der Distanz.

"Wir Guards haben diese Herausforderung angenommen und wollten einfach aggressiv bleiben", so Mayo, der Russell Westbrook nach der Pause wirkungsvoll beschattete.

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Mayo beackert Westbrook

Oklahoma Citys Point Guard sammelte zwar 23 Zähler, verfehlte jedoch 15 seiner 22 Versuche aus dem Feld und leistete sich gleich sieben Ballverluste.

"Der Junge hat gegen Westbrook einen guten Job gemacht. Er hat seinen Größenvorteil gut ausgenutzt", lobte Randolph.

Die Grizzlies haben seit dem 1. Januar lediglich fünf ihrer 30 Heimspiele verloren. Nur die Chicago Bulls (27 Siege - 3 Niederlagen) haben im gleichen Zeitraum eine bessere Bilanz.

Durant fassunglos

Die Gäste erzielten im letzten Viertel lediglich zehn Punkte. In den letzten sechs Jahren verbuchten nur drei Playoff-Teams in einem Abschnitt eine noch schwächere Ausbeute.

Entsprechend angefressen zeigte sich Thunder-Backup James Harden nach dem Einbruch: "Wir hatten das ganz Spiel unter Kontrolle und lassen uns dann so ausspielen."

Außerdem lieferte Durant mit 22 Zählern sein schwächstes Spiel der diesjährigen K.o.-Runde ab und blieb in den fünf Extra-Minuten ohne Treffer.

"Diese Niederlage ist schwer zu akzeptieren. Alles läuft gut und plötzlich verlieren wir völlig den Faden. Das ist sehr hart", stöhnte der schockierte NBA-Topscorer.

Grizzlies wieder mit Moral

In der Nach auf Dienstag (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) hat Memphis in Spiel vier die Chance, vor heimischer Kulisse schon eine Vorentscheidung in der Best-of-Seven-Serie zu schaffen.

Sollten die Grizzlies Oklahoma City ausschalten, würden sie NBA-Geschichte schreiben: Denn noch nie zuvor erreichte im Westen eine Nummer acht das Conference-Finale.

Mit dieser großartigen Moral - in dieser Saison gelangen bereits elf Siege nach zweistelligem Rückstand - ist diesem Team alles zuzutrauen.

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