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Die Boston Celtics drafteten Paul Pierce 1998 an 10. Stelle © getty

Der Finals-MVP dreht im dritten Viertel des Ost-Topspiels auf und führt die Celtics zum Sieg. Golden State vergibt mehrere Siegchancen.

Von Rainer Nachtwey

München/Boston - Für Hedo Türkoglu war es eine richtige Lehrstunde. Der Forward der Orlando Magic wurde im dritten Viertel von Paul Pierce geradezu vorgeführt.

Der Türke versuchte mit allen Mitteln, den Finals-MVP zu verteidigen, doch es half nichts.

Pierce erzielte 17 seiner 24 Punkte im vorletzten Abschnitt und führte seine Boston Celtics im Spitzenspiel der Eastern Conference zwischen den Führenden in der Atlantic und der Southeast Division zu einem 107:88-Sieg über die Gäste aus Florida. (Ergebnisse und Tabellen)

"Ein sensationeller Rhythmus"

"Wir haben nur den Vorteil aus dem Duell gezogen und deshalb es immer und immer wieder gesucht", erklärte der 30 Jahre alte Forward die einfache Strategie. "Meine Mannschaftskameraden haben mich aber auch großartig in Szene gesetzt."

Dank Pierce baute Boston seine Zwei-Punkte-Führung zur Halbzeit in einen Zwölf-Zähler-Vorsprung aus. Die ersten sieben Celtics-Punkte des dritten Abschnitts waren Pierce vorbehalten, während die Magic allein durch einen verwandelten Freiwurf von Dwight Howard dagegen halten konnten.

"Er hatte einen sensationellen Rhythmus, also haben wir weiterhin die Spielzüge über ihn laufen lassen", sagte Point Guard Rajon Rondo, der 16 Punkte und 12 Assists erzielte. "Er kennt das ja. Schließlich macht er das schon seine gesamte Karriere."

"In der zweiten Hälfte hat nichts gestimmt"

Nach Rondos Korbleger betrug Bostons Vorsprung bereits nach nur drei gespielten Minuten des dritten Durchgangs zehn Zähler. Und die Celtics ließen nicht locker. Kontinuierlich baute der Meister seine Führung aus und gab bis zum Ende nicht nach.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht gut gespielt. Unsere Spielzüge und die Vorbereitung darauf haben einfach nicht gestimmt", zeigte sich Orlandos Trainer Stan Van Gundy enttäuscht.

In der ersten Hälfte war es den Gästen noch gelungen, einen Zehn-Zähler-Rückstand aufzuholen.

Nach einer 28:18-Führung in den ersten zwölf Minuten baute Boston den Vorsprung zeitweilig auf 15 Zähler aus. Durch zehn Punkte in Folge kam Orlando aber wieder zurück in die Partie. In die Pause gingen die Magic mit einem 46:48 aus ihrer Sicht, ehe Pierce die Begegnung an sich riss.

14. Double-Double von Howard

Neben dem Matchwinner überzeugten auch die beiden anderen der Bostoner "Big Three": Ray Allen erzielte 21 Punkte und Kevin Garnett sammelte neben 15 Zählern noch neun Rebounds.

Bei den Magic verbuchte Howard sein im 18. Saisonspiel sein 14. Double-Double (Orlandos Spielplan). Der Center kam auf 14 Punkte und 15 Rebounds und blockte zudem noch vier Würfe der Gastgeber. Bester Werfer beim Finalisten von 1995 war Rashard Lewis, der 30 Zähler erzielte.

Golden State Warriors - Miami Heat

Bei den Golden State Warriors läuft es einfach nicht rund. Gegen die Miami Heat gaben die Kalifornier eine scheinbar gewonnene Partie noch verloren.

7,1 Sekunden vor Ende der Verlängerung traf Chris Quinn mit einem Dreier zum 129:129-Ausgleich. Beim anschließenden Ballbesitz mit der Chance zum Siegtreffer ließ sich Center Andris Biedrins den Ball abluchsen und Michael Beasley versenkte einen der daraus folgenden zwei Freiwürfe zum Sieg.

"Das war ein großartiges Schauspiel, das wir abgeliefert haben", sagte Golden States Coach Don Nelson. "Nur haben wir eines dabei vergessen: zu gewinnen. Wir haben das Spiel weggeworfen, dabei hatten wir es doch eigentlich schon sicher. Das wird nicht einfach darüber hinwegzukommen." (Golden States Spielplan)

Haslem punktet in der Schlusssekunde

Bereits in der regulären Spielzeit vergab die Mannschaft aus Oakland den möglichen Sieg. Nach Corey Maggettes Führung zum 115:113, verfehlte erst C.J. Watson 34 Sekunden vor Ende aus eineinhalb Metern, anschließend ließen die Warriors drei Offensiv-Rebounds der Gäste zu, die Udonis Haslem den 115:115-Ausgleich in der Schlusssekunde ermöglichten.

Bester Punktesammler der Partie war Golden States Neuzugang Jamal Crawford, der es auf 40 Zähler brachte und damit Miamis Superstar Dwyane Wade (37) übertrumpfte.

Weitere Begegnung:

Charlotte Bobcats - Minnesota Timberwolves 100:90Beste Werfer: Jason Richardson 25 Punkte - Randy Foye 23 Punkte

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