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Dirk Nowitzki führte die Mavericks seit 2001 jedes Jahr in die Playoffs © getty

Der Mavs-Star will L.A. per Sweep entthronen und den "Zen-Meister" in Rente schicken. Zwei Sündenböcke frustrieren den Meister.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben in Spiel vier des Playoff-Viertelfinales gegen die Los Angeles Lakers (ab 21.30 Uhr LIVESCORES) eine große Chance.

Mit einem Erfolg würde Dirk Nowitzkis Team nicht nur ins Finale der Western Conference einziehen und dem ersehnten Titel einen Schritt näher kommen, sie würden auch eine der größten Dynastien der NBA-Historie beenden.

Unter Phil Jackson gewannen die Lakers in den letzten elf Jahren fünf Meisterschaften. Nach dieser Saison verabschiedet sich der legendäre Coach in den Ruhestand.

Der erste Sweep seiner langen Trainerlaufbahn wäre ein unwürdiger Abschied und hätte wohl einschneidende Veränderungen im Kader des noch amtierenden Meisters zur Folge.

Chandler hat keine Lust auf Geschichte

Die Mavericks nehmen die strauchelnden Kalifornier angesichts der eigenen unrühmlichen Playoff-Geschichte trotzdem nicht auf die leichte Schulter.

"Sie sind ein extrem stolzes Team und werden uns mit Sicherheit nichts schenken. Wir müssen uns die Serie nehmen", sagte Nowitzki. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Noch kein Team holte in der NBA-Geschichte ein 0:3 noch auf. Tyson Chandler hat keine Lust mit einem epischen Einbruch in die Geschichtsbücher einzugehen: "Wir liegen glücklicherweise 3:0 in Front, aber ich schreibe sie bis es 4:0 steht nicht ab."

Nowitzki und Kidd tragen Mavs

Dabei ist der Center einer der Protagonisten, die aus einem alljährlichen Playoff-Versager ein abgebrühtes Spitzenteam gemacht haben. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Seine mitreißende Art auf und neben dem Court war in dieser Saison mindestens ebenso wichtig wie seine physische Präsenz.

In den Playoffs trieben vor allem der unaufhaltsame Nowitzki und Jason Kidds ewige Jugend Dallas von Erfolg zu Erfolg. Die beiden Routiniers wollen sich ihre wohl letzte große Titelchance nicht entgehen lassen.

"Es ist keine Garantie, in den Playoffs zu stehen. Ich stand zweimal im Finale und verlor. Ich werde nicht mehr oft so weit kommen", so Kidd, der Lakers-Star Kobe Bryant in der Endphase aller drei Spiele schwer zu schaffen machte.

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Kobe droht Blamage

Neben Jackson wäre ein Sweep gegen die oftmals belächelten Mavericks vor allem für die "Black Mamba" eine bittere Blamage.

Schließlich hatte er als einer der besten Crunch-Time-Akteure aller Zeiten in Spiel eins und drei die Chance zum Sieg und verfehlte jeweils. (393648DIASHOW: Die 2. Playoff-Runde)

"Dallas macht gegen mich eigentlich nichts Besonderes. Ich komme mit dem Ball einfach nicht in die richtige Position", haderte Bryant.

Im Falle eines Sweeps würde der 32-Jährige sicher vehement Verstärkungen fordern, immerhin sind mit Andrew Bynum und Shannon Brown nur zwei Spieler der Rotation unter 30.

Gasol frustriert

Angesichts der immer wieder kolportierten Spannungen mit dem talentierten - aber auch manchmal unerträglich phlegmatischen - Pau Gasol, wäre ein Abschied des Spaniers sicher nicht ausgeschlossen.

Speziell die Niederlage in Spiel drei wurde an Gasol festgemacht, der von Nowitzki phasenweise vorgeführt wurde. Jackson stauchte ihn in Auszeiten mehrfach zusammen und forderte sein Sorgenkind mit einem Schlag auf die Brust vehement zu mehr Einsatz auf.

"Es ist frustrierend. Er will natürlich, dass ich aggressiver spiele, aber ich komme einfach nicht in Fahrt. Dann fehlt das Selbstvertrauen", sagte Gasol.

"Ron Ron" der Sündenbock

Der zweite große Sündenbock in Los Angeles wäre in jedem Fall Enfant terrible Ron Artest. Nach seiner unmotivierten Wrestling-Entgleisung gegen Mavs-Guard J.J. Barea am Ende der Heimpleite in Spiel zwei zog ihn die Liga für ein Spiel aus dem Verkehr.

Damit kostete er L.A. möglicherweise die Serie. Denn am Ende des dritten Duells trafen Nowitzki und Peja Stojakovic immer wieder aus der Distanz und sorgten damit für den Sieg der Texaner.

"Ron Ron" hätte wohl einen der beiden Schützen verteidigt und mit seinen Defensivqualitäten den Einbruch der Lakers möglicherweise verhindern können.

Der Flügelspieler kehrt nun in die erste Fünf der Lakers zurück, die ihre Saison nur mit einem Sieg verlängern können.

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