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Jason Terry (M.) begann seine NBA-Karriere 1999 bei den Atlanta Hawks © getty

Dallas entthront im Viertelfinale den Meister. Nowitzki hält sich zurück. "Jet" ballert sich zum Rekord. Zwei Lakers fliegen.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben in den NBA-Playoffs mit einem beeindruckenden Sweep den Einzug ins Finale der Western Conference geschafft.

Das Team um Dirk Nowitzki überrollte die Los Angeles Lakers 122:86 (63.39) und entschieden die Best-of-Seven-Serie mit 4:0 für sich. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der deutsche Superstar hielt sich bei dem Kantersieg offensiv etwas zurück und verbuchte 17 Punkte, sieben Rebounds sowie vier Assists.

"Das ist großartig. Wir haben ein wirklich starkes Team bezwungen. Die beiden Siege in L.A. waren für uns der Schlüssel" freute sich Nowitzki bei "espn".

Terry kaltblütig

Die Mavericks setzten sich bereits zu Beginn des spektakulären zweiten Viertels mit einem 13:2-Lauf ab. Ein 10:1-Endspurt entschied die einseitige Partie bereits kurz vor der Pause.

Vor allem Sixth Man Jason Terry erwischte einen grandiosen Tag und stellte mit neun Dreiern - bei nur einem Fehlversuch - einen NBA-Playoff-Rekord ein.

"Ich wusste seit heute früh, dass ich ein gutes Spiel abliefern würde. Es ist Muttertag und meine Mom war auf der Tribüne. Ihr verdanke ich alles. Das hat gepasst", so Terry.

Bank beeindruckt

Der "Jet" war mit 32 Zählern auch der Topscorer des Spiels. Seine beiden Distanztreffer zu Beginn des dritten Viertels demoralisierten den entthronten Meister.

Seine Bank-Kollegen Peja Stojakovic (21 Punkte, sechs von sechs von der Dreierlinie) und J.J. Barea (22 Zähler, acht Assists) lieferten ebenfalls herausragende Vorstellungen ab.

Allein die Reservisten der Gastgeber erzielten genauso viele Punkte, wie das komplette Aufgebot der Lakers.

"Wir haben das schon die gesamte Saison über so gemacht. Es gibt in dieser Truppe viele Scorer, die in den wichtigen Momenten hellwach sind", meinte Nowitzki. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

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Marion hat noch Hunger

Als wäre der Sweep gegen eine der größten NBA-Dynastien aller Zeiten nicht schon historisch genug, stellte Dallas mit elf Dreiern in der ersten Hälfte sowie 20 im kompletten Spiel jeweils Playoff-Rekorde ein.

"Das ist schön und gut, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns. Unser Magen ist erst halbvoll. Wir sind noch hungrig", sagte Shawn Marion den "Dallas Morning News".

Coach Rick Carlisle ist vor allem froh über die längere Pause bis zum ersten Halbfinale gegen Oklahoma City oder Memphis: "Das 4:0 lässt uns mehr Zeit zum Verschnaufen. Das ist wirklich gut."

Odom und Bynum fliegen

Die Lakers bescherten ihrem legendären Trainer Phil Jackson speziell im letzten Viertel einen unwürdigen Abschied.

Innerhalb von 45 Sekunden ließen sich die Big Men Lamar Odom (Schlag gegen Nowitzki) und Andrew Bynum (böser Ellbogenschlag gegen Barea) zu Frust-Fouls hinreißen und wurden sofort des Feldes verwiesen.

"Ich war mit diesen Aktionen nicht glücklich. Es war unnötig, auch wenn sie ziemlich frustriert waren", sagte Jackson. Kobe Bryant war mit 17 Zählern bester Werfer der Kalifornier.

Jackson lobt Mavs

Für Dallas fand der elfmalige Meister-Coach, der sich mit dem ersten Sweep seiner langen Laufbahn in den Ruhestand verabschiedet, dagegen nur positive Worte.

"Ich glaube, ich habe so eine Leistung in einem Playoff-Spiel noch nie gesehen. Wir hatten keine Chance sie aufzuhalten", musste der "Zen-Meister" anerkennen.

Die Mavs bewiesen auch nach der Partie mehr Klasse als ihre Kontrahenten und standen für seinen Abgang Spalier, selbst Dauerrivale und Teambesitzer Mark Cuban schloss sich an.

Carlisle sah sich letztendlich bestätigt: "Mir war klar, dass wir in der zweiten Runde die beste Chancen hätten sie auszuschalten. Wenn die Lakers im Halbfinale sind, haben sie ihren Rhythmus und sind schwer zu knacken."

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