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Dirk Nowitzki (r.) wurde 2007 als erster Europäer zum MVP gewählt © getty

Dallas macht per Sweep den Einzug ins Halbfinale perfekt und bleibt cool. Nowitzki pfeift auf seine Diät. J-Kidd nimmt Rache.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Ein sensationeller Sweep gegen die ruhmreichen Los Angeles Lakers wäre für die meisten Teams der willkommene Anlass für eine wilde Party.

Die Dallas Mavericks haben in den NBA-Playoffs 2011 jedoch schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie keine gewöhnliche Mannschaft sind.

So gaben sich die Gastgeber nach dem herausragenden 122:86-Kantersieg auch, als wäre es die normalste Sache der Welt.

"Es zeigt, dass wir ein besseres Team sind, als viele Leute denken. Wir haben sie ausgeknockt, aber unsere Ziele sind wesentlich höher", sagte Center Tyson Chandler stellvertretend für seine Kollegen.

Nowitzki pfeift auf Diät

Auch Dirk Nowitzki verlor vor lauter Überschwang nicht gerade den Boden unter den Füßen: "Ich werde meine Diät etwas schleifen lassen und mir eine Pizza gönnen."

Schließlich könnte nur die langersehnte Meisterschaft den Hunger der routinierten Truppe stillen, die sich auf und neben dem Court erstaunlich abgeklärt und konzentriert präsentierte.

"Das ist schön und gut, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns. Unser Magen ist erst halbvoll. Wir werden ihn noch füllen", sagte Shawn Marion den "Dallas Morning News".

Nur Carlisle hat einen Ring

Marion ist einer der früheren All-Stars, die bewusst eine Nebenrolle an Nowitzkis Seite akzeptierten, um sich ihren großen Titel-Traum zu erfüllen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Denn lediglich Coach Rick Carlisle hat eine Meisterschaft vorzuweisen - er gehörte 1986 zum Team der Boston Celtics - und kennt die Sehnsüchte seiner Spieler: "Wir sind erst zufrieden, wenn wir den Ring haben."

Um diesen Traum nach 31 Jahren voller Pleiten und Fehlschläge wahr zu machen, fehlen jetzt noch acht Siege.

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Genugtuung für Kidd

Nach den beindruckenden Leistungen gegen den Ex-Meister stehen die Chancen gut. Allerdings dürfen sie sich nun von der so geliebten Underdog-Rolle verabschieden.

Seit dem kolossalen Einbruch in Spiel vier der Portland-Serie gewannen die Mavericks sechs Spiele in Folge - ein neuer Teamrekord. Außerdem machte noch kein Team einen Sweep mit einem höheren Sieg perfekt.

Für Jason Kidd war es eine späte Genugtuung: "Ich habe schon häufiger gegen Phil (Jackson, die Red.) und die Lakers verloren. Es ist schön, einmal auf der anderen Seite zu stehen."

2002 verlor der Routinier in Diensten der New Jersey Nets die NBA-Finals gegen die Kalifornier mit 0:4.

Wertvolle Ruhepause

Im Conference-Finale geht nun es entweder gegen die Oklahoma City Thunder oder die Memphis Grizzlies.

"Wir haben gegen den amtierenden Meister der NBA gut gespielt. Ganz egal, gegen wen wir jetzt antreten, es wird eine tolle Serie geben", sagte Nowitzki.

Frühestens am Sonntag steht die erste Halbfinal-Begegnung auf dem Programm. Das heißt, die erfahrenen Mavs können sich in aller Ruhe regenerieren und vom Fernseher aus ihren nächsten Gegner studieren.

Thunder gefährlich

Während die Grizzlies auf eine ähnliche starke Riege an Big Man wie die Lakers setzen - inklusive Pau Gasols Bruder Marc - setzen die Thunder eher auf Geschwindigkeit.

Das dynamische Duo Russell Westbrook und Kevin Durant könnte den etwas betagten Texanern erhebliche Schwierigkeiten bereiten.

Bange ist "Dirkules" dennoch nicht: "Ich denke, es steht jetzt eines der besten Mavs-Teams auf dem Parkett, in dem ich je gespielt habe. Es ist alles möglich." (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Wie 2006?

2006 erreichte Dallas letztmals das Conference-Finale. Damals bezwangen Nowitzki und Co. die Phoenix Suns und zogen in die Finals gegen die Miami Heat ein. Eine Wiederholung dieses Duells ist nach wie vor möglich.

Dort verspielten die Mavs bekanntlich einen 2:0-Vorsprung und fingen sich das Playoff-Trauma ein, das sie erst heuer überwinden konnten.

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