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Derrick Rose wurde in dieser Saison zum Most Valuable Player gewählt © getty

Chicago geht gegen die Hawks wieder in Führung und kann in die Fußstapfen von Jordan und Co treten. "D-Rose" überragt erneut.

Von Jakob Gajdzik

München/Chicago - Es sind große Namen in der Geschichte der Chicago Bulls - und auch der NBA.

Allen voran Michael Jordan, dazu Spieler wie Scottie Pippen, Dennis Rodman oder Toni Kukoc.

Sie alle prägten eine große Ära bei den Bulls und holten 1998 den letzen Meistertitel nach Chicago.

Das aktuelle Team der Bullen ist drauf und dran, es ihnen gleich zu tun.

Angeführt von einem einmal mehr überragenden Derrick Rose gewann Chicago das fünfte Viertelfinal-Spiel der NBA-Playoffs gegen die Atlanta Hawks mit 95:83 und ist nur noch einen Sieg von der Halbfinal-Teilnahme entfernt. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Das schaffte zuletzt die Mannschaft um Michael Jordan und Co. vor 13 Jahren.

Harter Kampf gegen die Hawks

Gegen Atlanta mussten die Bulls jedoch lange kämpfen, bis sie den Sieg in der Tasche hatten. Erst im letzten Viertel gelang es, Atlanta zu dominieren.

Die Bulls gewannen nach jeweils elf Punkten von Rose und Taj Gibson im letzten Abschnitt den Schlussspurt mit 26:15 und sorgten so erst spät für die Entscheidung.

"Es macht Spaß gegen eine starke Mannschaft" zu spielen sagte "D-Rose" nach dem Spiel.

"Der Coach sagte immer, wir sollen zusammen durchs Feuer gehen. Wir werden jedes Mal aufs Neue gefordert, aber ich denke wir stehen zusammen", sagte der mit 22 Jahren jüngste MVP der NBA-Geschichte.

Rose als Dosenöffner

Dabei ist es vor allem Rose selbst, der die Mannschaft immer wieder befreit. Mit insgesamt 33 Punkten und neun Assists war er auch gegen die Hawks der Dosenöffner.

Besonders in der Phase, als die Partie zu kippen drohte.

Im ersten Viertel hatte sich Chicago noch einen 15-Punkte-Vorsprung rausgespielt, bis die Hawks im letzten Viertel auf 70:69 rankamen.

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9:0-Lauf der Bulls als Befreiungsschlag

Dann began die Rose-Time. Der Point Guard schnappte sich erst den Ball und verwandelte einen Korbleger sicher, servierte Gibson einen No-Look-Pass zu einem Drei-Punkte-Wurf und legte danach erneut selbst nach.

Die 9:0-Serie des Bulls war der Befreiungsschlag.

Im letzten Viertel tat sich besonders Gibson hervor, der alle seine elf Punkte in diesem Abschnitt erzielte - und Lob von höchster Stelle erhielt.

"Ich glaube Taj weiß gar nicht, was für ein guter Spieler er ist", sagte Rose nach der Partie über seinen Kollegen.

Boozer fällt auf - positiv wie negativ

Auf sich aufmerksam machte auch Carlos Boozer - positiv wie negativ. Mit elf Punkten und zwölf Rebounds gelang ihm ein Doube-Double, doch er leistete sich ebenfalls einen Fehltritt.

Als Atlantas Josh Smith im dritten Viertel mit einem krachenden Dunk zum 60:61 verkürzte, verlor Boozer kurzzeitig die Kontrolle und rammte dem Hawk-Forward seinen Unterarm ins Gesicht. Dieser revanchierte sich mit einen Stoß, was ein technisches Foul für beide zur Folge hatte.

"Ich drehe mich um und er haut mit seinen Ellenbogen gegen den Kiefer", schilderte das "Opfer" Smith die Situation. "Sowas macht keiner mit mir, da ist es mir egal, wer das ist."

Smith hat Sieg-Rezept parat

Smith, der insgesamt 16 Punkte erzielte, war es auch, der Atlanta im dritten Viertel sogar kurzzeitig mit 64:63 in Führung brachte, doch nach einem Treffer von Luol Deng und zwei anschließenden Freiwürfen war diese wieder hinfällig.

Deng steuerte insgesamt 23 Punkte zum Sieg bei und war nach Rose zweitbester Werfer.

Bei Atlanta war es Jeff Teague, der mit 21 Punkten die meisten versenkte.

"Die Saison ist für uns noch nicht vorüber", sagte Smith nach der Partie, "Wir müssen am Donnerstag rausgehen und mit voller Energie spielen".

Das Rezept zum Sieg hatte er auch gleich parat: "Wir müssen Derrick Rose besser aus dem Spiel nehmen. Sollte uns das gelingen, dann kommen wir wieder hierhin zurück und spielen das siebte Spiel".

Fraglich nur, ob Rose bei diesem Plan mitspielt.

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