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Jason Kidd (l.) wechselte 2008 von den New Jersey Nets zu den Dallas Mavericks © getty

Dallas will nach dem Sieg gegen die Lakers mehr. Trotz eines in die Tage gekommenen Kaders. Zwei "Oldies" beeindrucken besonders.

Von Jakob Gajdzik

München - Oldies but Goldies.

Selten traf diese Floskel so zu wie bei der aktuellen Mannschaft der Dallas Mavericks.

Neun Kader-Mitglieder der Texaner sind 30 Jahre - oder älter.

Namentlich reihen sich Jason Terry (33 Jahre), Shawn Maron (33), Brendan Haywood (31), DeShawn Stevenson (30), Brian Cardinal (34), Caron Butler (31), Peja Stojakovic (33), Dirk Nowitzki (32) und ? quasi als "Methusalem" unter den Oldies - Jason Kidd, der mittlerweile stolze 38 Jahre zählt, in diese Liste ein.

Chandler: "Sind wohl in einen Jungbrunnen gefallen"

Dennoch: Mit dem Alter werden die Herren immer besser.

Besonders Stojakovic und Kidd beeindrucken mit ihren Leistungen - und erstaunen sogar ihre eigenen Mitspieler.

"Sie sind wohl in einen Jungbrunnen gefallen", witzelte Mavericks-Center Tyson Chandler angesichts der Leistungen des Duos.

Beispiel Stojakovic: Der serbische Dreier-Spezialist kam erst im Januar als Ersatz für den verletzen Caron Butler von den Toronto Raptors nach Dallas - und zahlt diese Verpflichtung den Mavs zurück.

Stojakovic steigert Dreier-Schnitt

Seinen starken Dreier-Schnitt von 41 Prozent in der regulären Saison schraubte Stojakovic in den NBA-Playoffs 2011 noch mal oben auf 46,2 Prozent. Auch sein Punkteschnitt stieg von 8,5 auf durchschnittlich 10,7 Punkte pro Partie.

Beim entscheidenden 122:86 gegen die Lakers im Playoff-Viertelfinale setzte er sechsmal von der Dreierlinie an und traf jeden einzelnen.

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Kidd im x-ten Frühling

Auch "Methusalem" Jason Kidd befindet sich in seinem x-ten Frühling. Genau zur richtigen Zeit.

Das Laufwunder besticht durch seine Zweikampfstärke und entnervte gegen die Lakers sogar Top-Star Kobe Bryant.

Auch wenn der Point Guard in seiner Parade-Disziplin Assists im Vergleich von den Playoffs zur regulären Saison etwas nachgelassen hat (Schnitt von 7,2 statt 8,2), hat er sich in seinen Leistungen dennoch gesteigert.

Davon zeugt nicht nur der gestiegene Punkteschnitt von 7,9 auf 10,1.

Nowitzki reiht sich ein - und geht fremd

Beeindruckende Werte, da darf auch Dirk Nowitzki nicht nachstehen.

Der Nationalspieler zählt mit 32 Jahren ebenfalls zu den erfahrenen Akteuren und reiht sich nahtlos ein in die Leistungen seiner Mannschaftskollegen.

Seinen bereits hervorragenden Punkteschnitt von 23,0 verbesserte "Dirkules" in den Playoffs auf 26,5.

Seine Drei-Punkte-Quote steigerte sich sogar von 39,3 auf 60 Prozent, womit er sogar Dreier-König Stojakovic in den Schatten stellt. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Um sich im Alter fit zu halten, muss man mehr machen als die jungen Mitspieler - im Fall von Nowitzki ist es Tennis.

"Dirkules" in der Kreisklasse

Möglich, dass bald auch die Fans in Deutschland den 2,13 Meter-Hünen auf dem Tennis-Court bewundern können. Nowitzki ist nämlich von der Tennis-Abteilung der TG Würzburg für die laufende Saison in der Kreisklasse 2 gemeldet worden.

Der Mann seiner Schwester und Beraterin Silke, Roland Mayer, könnte nach dem Ende der NBA-Saison an der Seite von Nowitzki dem gelben Filzball hinterherjagen.

"Dirk will spielen. Er ist ganz heiß darauf, dabei zu sein", sagte Mayer, der den Basketball-Star per SMS über das Tennis-Geschehen in dessen Heimatstadt auf dem Laufenden hält.

"Oldies" vermissen Ring am Finger

So oder so: Die "Alten" hauchen den Mavs neues Leben ein

Und diese "Oldie-Truppe" hat sich nach dem Sweep gegen den amtierender Meister Los Angeles Lakers (Bericht) plötzlich zu einem der Top-Favoriten auf den Titel gemausert.

Vielleicht auch gerade wegen der betagteren Herren. Keiner im Mavs-Kader hat bisher den berühmten Ring am Finger für einen Meistertitel. Und viele dieser Spieler werden die Gelegenheit auf den Titelgewinn auch nicht mehr so häufig erhalten.

Im Halbfinale trifft Dallas auf den Sieger der Partie zwischen Oklahoma City Thunder und den Memphis Grizzlies. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Eines ist sicher, bei der Routine im Kader, werden die Mavs ganz sicher nicht nervös werden.

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