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LeBron James (r.) steuerte 33 Punkte zum Erfolg über die Celtics bei © getty

Dank eines fulminanten Schlussspurts gewinnt Miami gegen Boston. "Miami Thrice" stellt die Stars der Celtics in den Schatten.

Von Olaf Mehlhose

München/Miami - Die Revanche ist gelungen.

Die Miami Heat haben mit 97:87 (47:49) gegen die Boston Celtics gewonnen und die Serie mit 4:1 zu ihren Gunsten entschieden.

Ausschlaggebend für den Erfolg in Spiel 5 war ein 16:0-Lauf in den letzten vier Minuten der Partie, mit dem das Starensemble aus Miami den Einzug ins Conference-Finale sicherstellte.

Damit rehabilitierte sich das Team von Erik Spoelstra gleichzeitig für die Playoff-Niederlage in der vergangenen Saison.

Vor allem für LeBron James war der Triumph über Boston eine große Genugtuung: Nachdem er mit den Cleveland Cavaliers im letztjährigen Halbfinale gegen die C's ausgeschieden war, hatte er viel Kritik einstecken müssen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

James übernimmt das Kommando

Dass Boston nicht noch mal an einem Comeback schnupperte, dafür sorgte der "The Chiosen One" in Eigenregie.

Der 26-Jährige übernahm beim Stand von 87:87 im letzten Spielabschnitt das Kommando: James erzielte die letzte zehn Punkte der Partie allesamt selbst und schraubte sein Punktekonto auf 33 Zähler.

Damit widerlegte er eindrucksvoll die während der Saison immer wieder genannte These, dass er Spiele nicht entscheiden könne.

Welche Last dem zweimaligen MVP nach dem Erfolg von den Schultern fiel, war zu erkennnen, als er nach dem Ertönen der Schlusssirene von seinen Emotionen überwältigt auf dem Feld niederkniete.

"Mir ist noch mal alles durch den Kopf gegangen", sagte James: "Endlich über den Berg zu sein und dieses Team geschlagen zu haben. Alles was ich im letzten Sommer durchmachen musste, mit der Entscheidung für dieses Team zu spielen und all die Reaktionen, die ich darauf bekommen habe."

Auch D-Wade trumpft auf

Aber nicht nur James, auch der zweite Superstar der Heat zeigte eine Gala-Vorstellung: Dwyane Wade war mit 34 Punten Topscorer der Partie, außerdem schnappte er sich zehn Rebounds und gab fünf Assists.

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"D-Wade hat es uns schwer gemacht", erklärte Celtics-Forward Glen Davis: "Er hat das Team so lange auf seinem Rücken getragen, bis uns LeBron den Knockout versetzt hat."

Wade gab das Lob sogleich an seinen kongenialen Partner weiter: "Wenn Du so einen fähigen Mitspieler hast wie Lebron, dann wird nicht nur mein Spiel leichter, dann werde ich auf dem Feld auch zum Fan."

"Wir gewinnen als Team"

Chris Bosh (14 Punkte, 11 Rebounds) war von der Leistung seiner beiden Teamkollegen ebenfalls beindruckt, allerdings keinesfalls überrascht.

"Ich spiele mit den beiden besten Spielern in der Liga", sagte der Forward, unterstrich aber, dass der Erfolg nur durch eine starke Mannschaftsleistung errungen wurde: "Wir gewinnen als Team."

Rondo gehandicapt

Dem dynamischen Duo der Heat hatte Boston trotz guten Team-Basketballs, letzen Endes aber nichts entgegen zu setzen.

Die "Big Three" der Celtics standen klar im Schatten von "Miami Thrice": Bester Werfer war Ray Allen mit 18 Punkten, Kevin Garnett verbuchte 15 und Paul Pierce zwölf Zähler.

Rajon Rondo, der durch seine in Spiel 3 erlittene Ellbogenverletzung noch deutlich gehandicapt war, kam auf sechs Punkte und drei Assists.

"Wir haben in Spiel 3 viel aus uns rausgeholt", ärgerte sich Doc Rivers: "Ich weiß nicht, warum wir diese Leistung nicht wiederholen konnten."

Pierce geknickt

Auch Team-Kapitän Pierce war nach dem Ausscheiden tief enttäuscht, fand aber dennoch lobende Worte für den Gegner: "Ich bin wirklich geknickt. Ich wünschte, ich hätte besser gespielt. Leider hat es am Ende nicht gereicht. Glückwunsch an Miami, sie haben großartigen Basketball gespielt.

Immerhin gab es für den 17-maligen NBA-Champion auch eine gute Nachricht: Entgegen aller Spekulationen, dass er nach der Saison aufhören werde, machte Coach Rivers dem Team Hoffnung auf seinen Verbleib.

"Ich bin ein Celtic", sagte der 41-Jährige: "Ich liebe unsere Jungs. Ich will unbedingt noch mal gewinnen. Ich bin noch hungrig, genauso wie meine Truppe. Das ist der Stand heute."

Stand heute ist aber auch, dass die Saison für die Celtics beendet ist.

Bulls oder Hawks

Beim Champion von 2006 war der Jubel dagegen riesig: "Das war die Serie, die wir alle gewollt haben, seitdem wir das erste Mal im Training Camp waren", sagte Coach Spoelstra.

Die Heat können sich nun in aller Ruhe anschauen, auf welches Team sie im Conference-Finale des Ostens treffen.

Im zweiten Halbfinale stehen sich die Chicago Bulls und die Atlanta Hawks (Fr., ab 2 Uhr LIVESCORES).

Im Moment liegen die Bulls um MVP Derrick Rose in der Serie mit 3:2 vorn.

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