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Jose Juan Barea bestritt gegen die Clippers sein 91. NBA-Spiel für die Mavericks © getty

Die Dallas Mavericks drehen einen 12-Punkte-Rückstand innerhalb der letzten fünf Minuten in einen Sieg. Ein Nobody wird zum Matchwinner.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - 65 Punkte hat Jose Juan Barea diese Saison für die Dallas Mavericks erzielt. Aber keine waren so wichtig, wie seine letzten drei.

Der Backup-Point-Guard warf die Texaner 50,2 Sekunden vor Schluss mit einem Dreier zum 100:98-Sieg und krönte damit eine 16:2-Aufholjagd im letzten Viertel.

Durch den neunten Sieg im 17. Saisonspiel weist der Vizemeister von 2006 damit erstmals in dieser Spielzeit eine positive Bilanz auf und belegt in der Southwest Division den dritten Platz. (Ergebnisse und Tabellen)

Katastrophaler Start der Mavericks

Das 100:98 nach Bareas Drei-Punkte-Wurf war zudem die einzige Führung der Mavs, bei denen Dirk Nowitzki mit 29 Punkten bester Werfer der Partie war. Denn die Truppe von Coach Rick Carlisle legte einen miserablen Start hin.

Bereits nach dreieinhalb Minuten lag sie bereits mit 0:9 im Hintertreffen und lief die gesamte Zeit einem Rückstand hinterher.

Kurz nach Beginn des zweiten Viertels verkürzten die Mavs zwar auf 30:28 und hielten den Zwei-Punkte-Abstand bis zum 42:44, doch in den letzten drei Minuten der ersten Hälfte gerieten sie erneut mit acht Punkten in Rückstand.

Einbruch im dritten Viertel

Und auch nach der Pause lief es für die Mavericks nicht besser. Innerhalb von achteinhalb Minuten bauten die Clippers, die auf den deutschen Nationalspieler Chris Kaman wegen einer Fußverletzung verzichten mussten, die Führung auf 15 Punkte aus und hielten diese bis in den Schlussabschnitt.

Dann kam jedoch der große Auftritt von J.J. Barea. Bei Dallas' ersten 14 Punkten des letzten Viertels hatte der Ersatz von Jason Kidd seine Finger im Spiel. Er verteilte fünf Assists und erzielte zwei Zähler selbst.

Doch auch mit Barea lief es für die Mavericks nicht rund und der Abstand auf L.A. verringerte sich lediglich auf zwölf Punkte.

Carlisles Geistesblitz

Nach Al Thorntons 96:84 für die Clippers fünf Minuten vor Ende der Begegnung brachte Carlisle Jason Terry für Shawne Williams in die Partie und stellte in der Abwehr auf Zonenverteidigung um.

"Der Coach hat eine gute Entscheidung getroffen. Die Zonenverteidigung hat uns sehr geholfen, weil die Clippers sehr gut im Eins-gegen-Eins sind", sagte Barea.

Mit Nowitzki, Bass, Terry, Kidd und Barea auf dem Parkett starteten die Mavericks eine Aufholjagd, die ihres Gleichen sucht.

Nach zwei Freiwürfen von Nowitzki und einem Dreier von Terry brachte Nowitzkis Tip-in die Mavs drei Minuten vor Ende auf fünf Punkte heran.

"Ich habe mich auf den Wurf vorbereitet"

Zwar baute Al Thornton L.A.s Führung noch einmal auf sieben Zähler aus, doch es sollten die letzten Punkte der Gäste bleiben.

Als Barea und zweimal Terry auf 97:98 verkürzten, tobte das American Airlines Center und nach Bareas Dreier und der erstmaligen Führung der Mavs, kannte der Jubel in der Halle kein Halten mehr.

"Ich habe gesehen, wie Kidd den Ball nach vorne getragen hat. Ich wusste, dass der Ball irgendwann zu mir kommt, habe mich auf den Wurf vorbereitet und dann ist er reingefallen", sagte der Matchwinner strahlend.

Nach Kidds Steal gegen Zach Randolph, der mit 27 Punkten bester Scorer der Clippers war, und Nowitzkis verworfenem Dreier blieben L.A. noch neun Sekunden. Doch Davis' Wurf eine Sekunde vor Schluss verfehlte sein Ziel und der neunte Sieg der Mavericks stand fest.

"Es war ein ungewöhnlicher Abend. Wir haben die ganze Zeit auf einen Schub gewartet, auf einen Zündfunken, der uns in der Verteidigung besser aussehen lässt", sagte Carlisle. "Aber wir haben in den letzten viereinhalb Minuten das Unmögliche geschafft und diese Magie gefunden."

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