vergrößernverkleinern
Dwyane Wade und LeBron James (r.) erzielten gegen Boston gemeinsam 67 Punkte © getty

Beim Erfolg über den Erzrivalen Boston ergänzt sich das Offensiv-Duo nahezu perfekt und führt Miami ins Conference-Finale.

Von Olaf Mehlhose

München/Miami - Die letzten Momente gehörten LeBron James ganz allein.

Mit zehn Punkten in den letzten zwei Spielminuten brachte der zweimalige MVP die Miami Heat gegen die Boston Celtics (Bericht) fast im Alleingang auf die Siegerstraße.

Der triumphale Erfolg über den Erzrivalen im Osten zeigte aber vor allem, was die Heat allen anderen NBA-Teams voraushaben: das Offensiv-Tandem James und Dwyane Wade.

Denn die Heldentaten von "The Chosen One" am Ende der Partie wären ohne die Gala-Vorstellung seines kongenialen Partners gar nicht mehr möglich gewesen (393648DIASHOW: NBA - Die 2. Playoff-Runde).

Uneingeschränkte Anführer

Nach einem Saisonverlauf, der zeitweise einer Achterbahnfahrt glich, hat es den Anschein, als wären die Einzelkönner genau zum richtigen Zeitpunkt zu einem Team zusammengewachsen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

James und Wade sind die uneingeschränkten Anführer, die eine Partie jederzeit entscheiden können. Gerade, dass Miami zwei "Go-to-Guys" besitzt, macht die Truppe so schwer auszurechnen.

Zudem verfügen die Heat mit Chris Bosh über einen weiteren exzellenten Scorer, der außerdem viel Drecksarbeit unter den Körben verrichtet.

Und der Rest des Teams ist mittlerweile in der Lage, die Star-Spieler effektiv zu unterstützen - vor allem in der Defensive.

"Viele haben an uns gezweifelt"

"Viele haben an uns gezweifelt", sagte James: "Aber wir sind zwei uneigennützige Spieler. Wir wussten, dass es funktionieren kann; wir wussten aber auch, dass es Zeit braucht."

In Spiel 5 funktionierten die beiden Top-Stars nahezu perfekt.

[image id="dda7c079-6479-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Wade zeigte vielleicht seine beste Leistungen in den bisherigen Playoffs: 34 Zähler, zehn Rebounds und fünf Assists standen nach der Partie für den Finals-MVP von 2006 zu Buche.

Aber vor allem die Art und Weise, wie "Flash" die hochgelobte Celtics-Defense auseinandernahm, war sehenswert.

Kein Mittel gegen Wade

Als James gegen die knüppelharte Verteidigung in Hälfte eins nicht zum Zug kam, war es der 29-Jährige, der sein Team mit 23 Zählern im Spiel hielt.

Eine Betrachtung, der sich auch Celtics-Forward Glenn Davis anschloss: "Er hat das Team so lange auf seinem Rücken getragen, bis uns LeBron den Knockout versetzt hat."

Im Gegensatz zu James, dessen Wege zum Korb das Team von Doc Rivers zumindest in der ersten Hälfte mit Erfolg zustellte, fanden die Celtics gegen Wade nie ein Mittel.

Anlass zur Kritik gibt nur die Freiwurfquote

Durch seine einzigartige Fähigkeit, in höchstem Tempo die Richtung zu wechseln, war der 1,93 Meter große Shooting Guard bei seinen spektakulären Korblegern nicht zu verteidigen, zumal er in Brettnähe aus fast jeder Position abschließen kann.

Einzig die bescheidende Freiwurfquote - Wade traf nur acht seiner 15 Versuche - hätte bei einer Niederlage Anlass zur Kritik geboten.

Doch in der entscheidenden Phase drehte dann James auf und brachte den Sieg in trockene Tücher.

James vertraut auf schiere Power

Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen vertraut James dabei auf schiere Power: Keine Defensive kann den 26-Jährigen über ein gesamtes Spiel vom Korb fernhalten, wenn dann noch der Dreier fällt - in Spiel 5 versenkte er fünf seiner Würfe von "Downtown" - wird es für jeden Gegner schwer.

Auch für die Celtics war Miamis "1-2 Punch" am Ende eine Nummer zu groß.

Einen der beiden Superstars konnten das Team der Vorjahresfinalist teilweise ausschalten, aber beide gleichzeitig aus dem Spiel zu nehmen, gelang nur äußerst selten.

Sehr zur Freude von Bosh: "Es ist großartig", sagte der sechsmalige All-Star: "Ich spiele mit den beiden besten Spielern der Liga zusammen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel