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Derrick Rose (r.) steuerte 19 Zähler uns 12 Assists zum Erfolg gegen Atlanta bei © getty

Nach einem Sieg über Atlanta steht Chicago im Conference-Finale. Boozer und Rose gelingt ein Double-Double. Die Defense glänzt.

Von Olaf Mehlhose

München/Atlanta - Die Chicago Bulls sind mehr als nur Derrick Rose.

Beim souveränen 93:73 (45:35)-Sieg bei den Atlanta Hawks hat das Team von Tom Thibodeau eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es sich nicht einzig auf den MVP in seinen Reihen reduzieren lässt.

Dank des Sieges in Atlanta entschieden die Bulls die Playoff-Serie mit 4:2 zu ihren Gunsten und zogen erstmals seit 1998 - damals noch mit Michael Jordan und Scottie Pippen - ins Conference-Finale im Osten ein.

Dort kommt es nun zum mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen mit den Miami Heat. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Selbstbewusst gegen Miami

"Das ist großartig für uns", sagte "D-Rose": "Wir freuen uns im Conference-Finale zu sein, aber wir wollen noch mehr erreichen."

Auch gegen die favorisierte Startruppe aus Miami rechnen sich Rose und Co. einiges aus: "Es wird eine großartige Serie. Die Rolle des Underdogs kommt uns entgegen."

Gründe für den Optimismus gibt es genug: Immerhin haben die Bulls die drei Vergleiche der regulären Saison allesamt gewonnen.

Boozer und Deng stark

Auch in Spiel 6 lief viel über den 22-Jährigen Spielmacher, der mit 19 Zählern und 12 Assists bereits sein sechstes Double-Double in den Playoffs ablieferte.

Doch im Gegensatz zu den vorherigen Spielen konnte sich Rose diesmal darauf konzentrieren, seine Mitspieler einzusetzen und musste nicht auch noch die Hauptlast im Angriff schultern.

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Topscorer bei den Bulls war Carlos Boozer, der zehn von 16 Würfen aus dem Feld traf und 23 Punkte beisteuerte, zusätzlich schnappte sich der 2,06 Meter große Power Forward noch zehn Rebounds.

Luol Deng zeigte ebenfalls eine starke Leistung. Der 26-Jährige steuerte 13 Zähler, fünf Rebounds, fünf Assists und fünf Steals zum Erfolg bei. Mit Joakim Noah (11) und Taj Gibson (10) punkteten noch zwei weitere Bulls-Akteure im zweistelligen Bereich.

Bulls-Defense nicht zu knacken

Ein weiterer Beleg für das gute Zusammenspiel der Bulls war, dass 34 der 41 erfolgreichen Wurfversuche aus dem Feld durch Assists eingeleitet wurden.

Schlüssel zum Sieg war aber letzten Endes die starke Defensive des sechsmaligen Champions. Die Spieler der Hawks hatten kaum mal einen freien Wurf und netzten gerade mal 27 ihrer 74 Wurfversuche ein.

Jamal Crawford, der in Spiel 1 mit 22 Punkten noch der entscheidende Spieler gewesen war, versenkte nur zwei von zehn Würfen und markierte acht Punkte.

"Die Tiefe ihres Teams wird oft unterschätzt. Sie zermürben dich in jedem Spiel aufs Neue", sagte Atlantas Center Al Horford, der in der gesamten Serie gegen die Bulls nicht wie gewohnt zum Zug kam.

"Unsere Defense hat uns das Spiel gewonnen", bestätigte dann auch Rose.

Bulls übernehmen das Kommando

Atlanta war mit der Hoffnung ins Spiel gegangen, ein entscheidendes Spiel 7 in Chicago zu erzwingen. Doch die Bulls übernahmen von Beginn an das Kommando.

Bereits zur Halbzeit lag das Thibodeau-Team mit zehn Punkten in Front. Als sich dann auch noch Aufbauspieler Jeff Teague eine Verstauchung an beiden Handgelenken zuzog, war die Partie gelaufen.

In der zweiten Hälfte gelang es den Hawks nie, den Rückstand auf eine einstellige Punktzahl zu drücken.

Schwarze Serie für die Hawks

"Sie hatten einen Lauf", sagte Joe Johnson, mit 19 Zählern bester Werfer bei Atlanta: "Boozer hat wahrscheinlich sein bestes Spiel in der gesamten Serie gezeigt. Wenn er so spielt, sind sie natürlich schwer zu schlagen."

Neben Johnson kam bei den Gastgebern nur noch Forward Josh Smith (18) auf eine zweistellige Punktausbeute.

Durch das Playoff-Aus bleibt für die Hawks eine traurige Serie bestehen: Seitdem die Franchise 1968 von St. Louis nach Atlanta umzog, kam das Team nie über die zweite Playoff-Runde hinaus.

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