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Dirk Nowitzki (r.) stand 2011 zum zehnten Mal in Folge im All-Star-Team des Westens © getty

Dirk Nowitzkis Verteidigung ist wesentlich besser als ihr Ruf. Die Zahlen sprechen für sich. Eine "Horror-Show" treibt ihn an.

Von Eric Böhm

München - Dirk Nowitzki hat während seiner außergewöhnlichen Karriere gelernt mit Lob und Kritik umzugehen.

Aber als Lakers-Coach Phil Jackson nach der blamablen 86:122-Pleite gegen die Mavericks und dem damit verbundenen Ausscheiden seines Teams die zu harte Abwehrarbeit des Deutschen kritisierte, musste dieser doch schmunzeln.

"Das ist witzig. Das ist sogar sehr witzig. So etwas hat noch nie jemand über mich gesagt", bekannte Nowitzki.

Dabei hat sich der 32-Jährige über die Jahre zu einem ordentlichen Verteidiger entwickelt. Und auch in den NBA-Playoffs 2011 steht er seinen Mann.

"Dirk wird unterschätzt"

Nicht von ungefähr betont Coach Rick Carlisle häufig, dass die Defensive am besten funktioniert, wenn Nowitzki auf dem Feld steht.

In der Tat lassen die Mavericks mit Nowitzki umgerechnet auf 100 Ballbesitze des Gegners weniger Punkte zu als Chicago und Boston, die insgesamt die wenigsten Punkte in der NBA kassieren.

"Dirk wird in dieser Hinsicht unterschätzt. Er kennt seine Stärken und antizipiert sehr gut. Seine Größe hilft ihm", so Carlisle.

Videoanalyse als Horror-Show

"Dirkules" führt seine Entwicklung auf den ehemaligen Mavs-Coach Avery Johnson zurück. Der Defensivfanatiker setzte ihm hart zu.

"Er hat mich schon ziemlich fertig gemacht. Unsere Videoanalysen waren häufig die 'Jason Terry und Dirk Nowitzki Horror Show'. Er hat uns mit seinen Clips gekillt", sagte der All-Star. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Aus dieser Zeit hat er seine Lehren gezogen. Zuletzt bekam dies Pau Gasol zu spüren. Der Lakers-Forward kam im Viertelfinale kaum zur Geltung und scheiterte mit dem Versuch Nowitzki aufzureiben.

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Chandler-Verpflichtung hilft

Er weiß auch genau, wo seine Grenzen liegen: "Ich bin nicht der beste Verteidiger im eins-gegen-eins. Aber ich bin über die Jahre cleverer geworden und habe defensiv eine gute Übersicht entwickelt."

Die Verpflichtung von Tyson Chandler hat ihm dabei sicher auch nicht geschadet. Der Center wurde zum drittbesten Abwehrspieler der Saison gewählt und unterstützt Nowitzki in der Zone. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wir arbeiten sehr gut zusammen. Dirk zeigt immer vollen Einsatz. Er kommt in unserer Team-Defense sehr gut zurecht", lobte "TC".

Terry wird gelobt

Auch Avery Johnsons zweites Opfer Jason Terry verdient sich in den Playoffs ein Lob für seine Defensivkünste.

"Er hat in beiden Serien ausgezeichnet gearbeitet und Ballverluste provoziert. Die gegnerischen Guards hatten bis auf wenige Ausnahmen kaum Freiräume", analysierte Carlisle.

Der "Jet" ist - wie Nowitzki - eigentlich für seine Offensivqualitäten bekannt, hat sich aber mittlerweile mit Carlisles Philosophie angefreundet.

Der 51-Jährige hat Dallas in der regulären Saison unter die zehn abwehrstärksten Mannschaften der Liga gebracht. In der K.o.-Runde gaben bisher nur Orlando (86,8) und Chicago (87,7) weniger Punkte ab als die Mavericks (88,2).

Carlisle in elitärem Kreis

Der Trainer wird mit dem Tip-Off von Spiel eins des Conference-Finales in der Nacht auf Mittwoch (ab 3 Uhr LIVESCORES) derweil in einen exklusiven Klub vorstoßen.

Bisher gelang es nur den Legenden Larry Brown, George Karl, Pat Riley, Alex Hannum und Bill Fitch mit drei verschiedenen Teams ins Halbfinale einzuziehen.

Carlisle schaffte es bereits 2003 mit Detroit sowie ein Jahr später mit Indiana. Fitch verschaffte dem Mavs-Coach 1989 bei den New Jersey Nets im Übrigen seinen ersten Job als Assistent.

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