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LeBron James war 2009 und 2010 wertvollster Spieler der NBA © getty

Chicago zieht "Miami Thrice" im ersten Halbfinale nach der Pause den Zahn. "King" James wird von einem Europäer ausgeschaltet.

Von Eric Böhm

München/Chicago - Die Miami Heat haben zum Halbfinal-Auftakt der NBA-Playoffs eine bittere Schlappe erlitten.

Das Starensemble verlor bei den Chicago Bulls überraschend deutlich 82:103 (48:48) und geriet in der Best-of-Seven-Serie mit 0:1 in Rückstand (Alle Spiele im SPORT1-LIVESTREAM).

Speziell Heat-Superstar LeBron James (15 Punkte) kam mit der starken Verteidigung der Bulls überhaupt nicht zurecht und verfehlte zehn seiner 15 Würfe.

"Um LeBron auszuschalten, muss das gesamte Team hochkonzentriert sein. Wir haben uns sehr gut abgestimmt und ihn einige Male wirkungsvoll gedoppelt", sagte Luol Deng.

Deng meldet den "King" ab

Der britische Flügelspieler hatte jedoch selbst den größten Anteil an der schwachen Ausbeute des Ausnahmespielers.

Deng (21 Zähler, sieben Rebounds, vier Steals) klebte förmlich an "King" James und meldete ihn nahezu vollständig ab. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Für den zweimaligen wertvollsten Spieler war es erst das sechste Playoff-Spiel seiner Karriere mit maximal 15 Punkten, jedes Mal verlor sein Team die Partie.

Noah dominiert die Bretter

James selbst kritisierte vor allem die schlechte Rebound-Arbeit seines Teams: "Du spielst gute Defense, und dann gibst du ihnen immer wieder zweite Chancen. Das ist frustrierend."

Chicago schnappte sich insgesamt 19 Offensiv-Rebounds und machte daraus 31 Zähler. Den Heat gelangen nach eigenen Abprallern lediglich acht Punkte.

Joakim Noah (14 Rebounds) war für den klaren Vorteil der Gastgeber unter den Brettern hauptverantwortlich.

"Wir können es mit jedem Gegner aufnehmen. Niemand hatte uns eine solche Saison zugetraut. Aber jetzt sind wir hier und wollen mehr. Dieses Team ist unglaublich", schwärmte der Center.

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Bulls drehen auf

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte drehten die Bulls im dritten Viertel richtig auf. Ein 10:0-Zwischenspurt brachte ihnen die 67:58-Führung.

Wenig später zeigte Deng auch in der Offensive seine Klasse und leitete mit einem Dreier den letztlich entscheidenden 14:3-Lauf ein, der Miami bereits zu Beginn des Schlussabschnitts hoffnungslos in Rückstand brachte.

Der neue MVP Derrick Rose war mit 28 Zählern einmal mehr Chicagos Topscorer und wurde nach drei frühen Ballverlusten immer stärker, je länger das Spiel andauerte.

"Ich habe schwach angefangen. Du kannst dir solche Ballverluste gegen Miami nicht erlauben. Wenn sie ins Laufen kommen, sind sie extrem gefährlich", so D-Rose.

Spoelstra geknickt

In der entscheidenden Phase hatte Miami nichts mehr zuzusetzen. Entsprechend geknickt zeigte sich Trainer Erik Spoelstra: "Wir haben heute einen harten Schlag einstecken müssen."

Chris Bosh (30 Punkte, neun Rebounds) war mit Abstand bester Akteur der Gäste, denn auch Dwyane Wade (18 Zähler) konnte sich in seiner Heimatstadt nicht wie gewohnt in Szene setzen.

"Es ist klar, dass Dwyane und LeBron im Fokus des Gegners stehen. Wir müssen dieses Spiel analysieren und mit einer besseren Marschroute zurückkommen", meinte Bosh.

Statistik spricht für Chicago

Spiel zwei wird in der Nacht auf Donnerstag erneut im United Center von Chicago ausgetragen.

Die Gastgeber werden versuchen an ihre exzellente zweite Hälfte anzuknüpfen. In den 24 Minuten nach der Pause verwandelten sie sieben ihrer 14 Versuche von jenseits der Dreierlinie und leisteten sich nur einen Ballverlust.

Die Statistik spricht in jedem Fall für die Bulls. Von den bisherigen fünf Playoff-Duellen konnten die Heat lediglich eines für sich entscheiden und wurden sogar dreimal per Sweep bezwungen.

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