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Dirk Nowitzki (l.) und Jason Kidd waren beide bereits zehnmal beim All-Star Game dabei © getty

Dallas trifft im Conference-Finale auf die blutjungen Thunder. Nowitzki hat Fieber und warnt. J-Kidd trifft auf einen Kumpel.

Von Eric Böhm

München - Das lange Warten hat für die Dallas Mavericks endlich ein Ende.

Im Finale der Western Conference trifft das Team um Dirk Nowitzki auf die Oklahoma City Thunder, die sich in sieben zermürbenden Spielen gegen die Memphis Grizzlies durchsetzten (Bericht).

Nach dem furiosen Sweep gegen Titelverteidiger Los Angeles mussten sich die Texaner eine Woche gedulden bis ihr Gegner feststand.

"Ich habe mir all ihre Spieler angeschaut. Wir sind eine von vier Mannschaften, die noch im Geschäft sind. Das Playoff-Fieber hat während der letzten Tage nicht nachgelassen", sagte Nowitzki. Er kann Spiel eins (Mi., ab 3 Uhr LIVESCORES) kaum noch erwarten.

Riesiger Altersunterschied

Dabei könnten die Halbfinal-Kontrahenten kaum unterschiedlicher sein.

Im Vergleich zu dem blutjungen Thunder-Team (Durchschnittsalter der Startformation 23,6 Jahre) sind die Mavericks-Veteranen (32,2 Jahre) schon fast als Renter-Truppe zu bezeichnen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Demzufolge muss sich Dallas auch auf einen völlig anderen Spielstil einstellen. Während Portland und die Lakers nicht unbedingt auf Dynamik und Fast-Breaks setzen, kommen die Thunder gern ins Laufen.

Rückwärtsbewegung extrem wichtig

Deshalb legte Coach Rick Carlisle in der Trainingseinheit am Sonntag auch extrem viel Wert auf das Umschalten von Angriff auf Abwehr.

"Es wird extrem wichtig sein, in der Rückwärtsbewegung gut zu arbeiten. Wenn sie Räume haben, sind sie verdammt gut", weiß Nowitzki.

Die immensen physischen Unterschiede machen auch Carlisle zu schaffen: "Sie haben sehr gute Athleten. Auf drei oder vier Positionen besitzen sie eine unglaubliche Schnelligkeit und Dynamik."

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"Müssen Pferde satteln"

Gerade die beiden Jungstars Kevin Durant und Russell Westbrook stellen für Dallas echte Matchup-Albträume dar.

"Sie versuchen ständig Ballverluste zu provozieren. Deshalb müssen wir ganz schnell die Pferde satteln und sie in optimaler Aufstellung in Empfang nehmen", sagt der Deutsche.(STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Oklahoma City gelangen in der regulären Saison im Schnitt acht Steals pro Partie. Nur vier Mannschaften wiesen eine bessere Bilanz auf.

Kidd trifft alten Bekannten

Dennoch gewannen die Mavericks zwei von drei direkten Duellen in der abgelaufenen Spielzeit. Bei der einzigen Niederlage pausierte Nowitzki wegen seiner Knieverletzung.

"Die Vorrunde zählt jetzt nicht mehr. Wir hatten gegen die Lakers eine negative Bilanz und gewannen 4:0. Jetzt geht es neu los", betont Jason Kidd, der mit Oklahoma Citys Trainer Scott Brooks 1995 noch gemeinsam für die Mavs spielte.

Die wesentlich größere Erfahrung könnte vor allem in der Endphase der Spiele zum entscheidenden Vorteil werden.

Schließlich präsentierte sich Dallas - bis auf den Einbruch in Spiel vier der Portland-Serie - in den letzten Minuten der bisherigen Playoff-Partien regelmäßig bärenstark.

Beaubois läuft unrund

Ein wenig Kopfschmerzen bereitet noch der Fitnesszustand von Backup-Guard Roddy Beaubois.Der Franzose hat immer noch mit den Nachwirkungen seiner Fußverletzung zu kämpfen. Es ist noch nicht klar, ob er im Aufgebot stehen wird.

"Roddy hat immer noch Probleme. Er kann trainieren, aber alle Übungen kann er nach wie vor nicht mitmachen", so Carlisle gegenüber den "Dallas Morning News".

Der Rest des Teams scharrt dagegen mit den Hufen und geht zuversichtlich in die Serie.

"Wir sind bereit. Uns fehlen noch acht Siege, um unser Ziel zu erreichen. Es wird noch ein langer Weg, aber wir freuen uns drauf", meint Ersatz-Spielmacher J.J. Barea.

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