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Tyson Chandler wurde in dieser Saison ins All-Defensive Second Team gewählt © getty

Der Mavs-Center hat mit Halbfinal-Gegner Oklahoma City noch eine Rechnung offen. Die Bryant-Taktik soll einen Jungstar stoppen.

Von Eric Böhm

München - Die Dallas Mavericks stehen in den Startlöchern.

Das Team um den deutschen All-Star Dirk Nowitzki hat genug von der langen Ruhepause und brennt auf das erste Conference-Finale (Mi., ab 3 Uhr LIVESCORES) gegen die Oklahoma City Thunder.

Schließlich mussten sie lange auf diese Gelegenheit warten. 2006 standen die Mavericks letztmalig in der Vorschlussrunde und scheiterten erst in der dramatischen Final-Serie an Miami.

"Es war schon eine sehr lange Pause. Im Training ging es zuletzt ziemlich hart zur Sache. Ich denke, wir sind bereit gegen jemand anderen anzutreten", so Tyson Chandler.

Chandler ist heiß

Der Center ist besonders heiß, denn er stand im Februar 2009 kurz vor einem Wechsel nach Oklahoma, ehe sich der Klub kurzfristig gegen ihn entschied.

"Ich brauche eigentlich keine Extra-Motivation, aber ich habe definitiv welche", sagte Chandler mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht.

Offiziell fiel der Modellathlet durch die medizinische Untersuchung, aber bei den Thunder kamen wohl Bedenken auf, ob er die 25 Millionen Dollar, die ihm in den nächsten zwei Jahren zustehen würden, wert wäre. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Nowitzki freut sich

Für die Mavericks wurde das mangelnde Vertrauen in die Fähigkeiten Chandlers hingegen knapp anderthalb Jahre später zum Glücksfall.

"Wir hatten schon Glück. Er war fast zwei Jahre verletzt. Wir wussten nicht, ob er wieder völlig fit werden würde. Aber ich sage es ja schon die ganze Saison, er ist unser MVP", lobte Nowitzki. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

In den drei direkten Duellen der regulären Saison zeigte er den Thunder, was er kann. "TC" erzielte im Schnitt 12,7 Punkte und 15,3 Rebounds.

Im letzten Jahr spielte er mit den Thunder-Jungstars Kevin Durant sowie Russell Westbrook für das Nationalteam und fragte sie immer wieder: "Wie gut wert ihr, wenn ich für euch spielen würde?"

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Rivers vermisst "Perk"

Diesen Fehler korrigierte der Aufsteiger der Western Conference erst zwei Jahre später, als im Februar Kendrick Perkins von den Boston Celtics im Tausch für Jeff Green und Nenad Krstic losgeeist wurde.

Celtics-Coach Doc Rivers vermisst "Perk" inzwischen auf und neben dem Court: "Wir haben das sicher unterschätzt. Er war ein wichtiger Teil unserer Truppe."

Für die Thunder war er ein weiterer Baustein auf dem Weg zum Spitzenteam, denn er bringt Erfahrung und einen Meisterschaftsring von 2008 in den sehr jungen Kader.

2008 war dieser steile Aufstieg nach dem katastrophalen 3:29-Neustart der ehemaligen Seattle SuperSonics in Oklahoma nicht abzusehen.

Brooks adelt Mavs

Manager Sam Presti und Coach Scott Brooks haben jedoch zu jedem Zeitpunkt kühlen Kopf bewahrt und ihren Plan umgesetzt.

Der ehemalige Mavs-Profi Brooks - 1995 Mannschaftskollege von Jason Kidd - schiebt seinem alten Team vor dem ersten Spiel derweil die Favoritenrolle zu.

"Sie spielen in den Playoffs den besten Basketball. Wenn man die Los Angeles Lakers 4:0 schlägt, muss man als Favorit betrachtet werden", sagte der 45-Jährige den "Dallas Morning News".

Bryant-Taktik gegen Westbrook

Auch Russell Westbrook hat großen Respekt vor dem Nowitzki-Team: "Es wird viel über den Altersunterschied gesprochen, aber sie spielen, als wären sie jung.

Der dynamische Aufbauspieler soll - ähnlich wie Kobe Bryant im viertelfinale - in der Schlussphase von Routinier Kidd beschattet werden.

Nach dem Teamrekord von sechs Playoff-Siegen in Folge nehmen die Mavericks ihre Favoritenrolle in dem Lokalduell - nur drei Autostunden und der Red River trennen die beiden Städte - an.

"Ich will mehr Punkte machen als die komplette Thunder-Bank. Das ist mein Ziel", gab sich Sixth Man Jason Terry angriffslustig. Gewartet haben sie in Dallas schließlich lang genug.

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