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Dirk Nowitzki gelangen zum sechsten Mal in einem Playoff-Spiel 40 Punkte © getty

Nowitzki liefert in Spiel 1 gegen die Thunder eine Show ab, knackt einen NBA-Rekord und egalisiert eine Jordan-Bestmarke.

Von Olaf Mehlhose

München/Dallas - Dirk Nowitzki war nicht zu stoppen.

Beim 121:112 (55:48)-Erfolg der Dallas Mavericks über die Oklahoma City Thunder 406118(Bilder) zog der 32-Jährige mit 48 Punkten eine geschichtsträchtige Show ab. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Bei seiner zweithöchsten Playoff-Ausbeute aller Zeiten knackte Nowitzki in Spiel 1 des Western-Conference-Finales gleich zwei NBA-Playoff-Rekorde. Mit 24 verwandelten Freiwürfen ohne Fehlversuch übertraf er die bisherige Bestmarke von Paul Pierce (21) aus dem Jahr 2003.

Zudem egalisierte "Dirkules" Michael Jordans Höchstleistung für einen Spielabschnitt, als er 13 von 13 Freiwürfen im dritten Viertel versenkte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich habe früh gemerkt, dass ich im Rhythmus war. Danach lief alles wie von selbst, was immer ich tat, der Ball landete im Korb", sagte der Matchwinner bei "ESPN": ""Meine Teamkollegen haben mich immer weiter mit Bällen gefüttert, da ich kleinere Spieler gegen mich hatte."

Thunder starten besser

Dabei verlief der Start in die Partie nicht gerade nach Wunsch.

Mit einem 15:4-Spurt setzten sich die Thunder gegen Ende des ersten Spielabschnitts auf 21:16 ab. Dallas dagegen wirkte nach der Spielpause von acht Tagen zu Beginn noch etwas eingerostet.

Mit der Schlusssirene ging Kevin Durant Coast to Coast und schloss mit einem Korbleger zum 27:20-Zwischenstand ab. "Durantula" traf im ersten Viertel alle seine fünf Wurfversuche aus dem Feld, mit 40 Zählern war KD einmal mehr der beste Werfer seines Teams. 405833(DIASHOW: Der Head-to-Head-Vergleich)

Nowitzki blieb bei seinen zehn Punkten im ersten Abschnitt ebenfalls ohne Fehlwurf.

Technisches Foul für Carlisle

Auch im zweiten Viertel lief es für die Gastgeber zunächst nicht besser. Nach einem Daequan-Cock-Dreier lag OKC mit 32:23 in Front (14.).

Doch Dallas glich, inspiriert durch Nowitzkis zweiten Block in diesem Spielabschnitt, mit neun Punkten in Folge prompt wieder aus. Insgesamt blockte "Big D" vier Würfe.

Oklahoma City ließ sich vorerst nicht beeindrucken und hielt auch körperlich dagegen. Vor Kendrick Perkins' Layup zum 44:39 erwischte der Center unabsichtlich Shawn Marion mit dem Ellbogen, sodass dieser zu Boden ging.

Mavericks-Coach Rick Carlisle regte sich darüber derart auf, dass er ein Technisches Foul kassierte.

Keine Turnover

Doch es hatte fast den Anschein, als hätte der emotionale Ausbruch des Coaches seine Spieler wachgerüttelt.

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Dallas riss daraufhin das Heft mit einem 16:1-Run zum 55:46 wieder an sich.

Marion stopfte zum 46:45, Nowitzki legte ein Drei-Punkt-Spiel, bei dem er seinem überforderten Verteidiger Serge Ibaka das dritte Foul anhängte, und einen akrobatischen Wurf über Nick Collison nach.

Es war sein achter Zweier im neunten Versuch, 21 Punkte standen zur Halbzeit auf dem Konto des zehnmaligen All-Stars. Dallas erzielte im zweiten Viertel 35 Zähler und leistete sich keinen einzigen Ballverlust.

Chandler mit Foulproblemen

In Hälfte zwei machten die Mavs da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Auf Kidds Zuspiel stellte DeShawn Stevenson mit einem Dreier zum 60:49 Dallas' bis dahin höchste Führung her.

Allerdings bekam der hoch motivierte Tyson Chandler bereits in der 29. Minute sein viertes Foul - allerdings zu unrecht, da er Durants Korbleger völlig sauber abgeräumt hatte.

Auf Jordans Spuren

Doch der dritte Abschnitt stand ohnehin ganz im Zeichen von Nowitzki.

Der Forward versenkte alle seine 13 Freiwürfe und stellte damit Jordans Playoff-Bestmarke ein, aus dem Feld war er mit einem Fadeaway über Thabo Sefolosha und einem Jumper nach einer Täuschung erfolgreich.

Bereits nach dem dritten Viertel standen für den MVP von 2007 38 Punkte zu Buche.

Carlisle lobte seinen Go-to-Guy bereits vor dem Schlussviertel in den höchsten Tönen: "Er war großartig, er macht ihnen auf beiden Seiten Matchup-Probleme, und wir nutzen das aus."

Barea dreht auf

Obwohl die Thunder in der zweiten Hälfte nie näher als fünf Punkte an Dallas herankamen, hielt das junge Team von Scott Brooks die Partie bis zum Ende offen. Ibaka verkürzte mit einem Dunk auf 83:92.

Aber dannn trumpfte Jason Kidds Backup Jose Juan Barea auf: Erst gelang dem Puertorikaner gegen Eric Maynor ein Drei-Punkte-Spiel, dann nahm er ein Offensiv-Foul auf und holte im Anschluss einen Offensivrebound, um sich dann zum Korb zu schlängeln und einzunetzen.

Nach einer Auszeit nutzte er Nate Robinsons Schlafmützigkeit, um unbedrängt zum 99:83 abzulegen. Damit nicht genug: Mit einem Dreier und einem Sprungwurf schraubte er sein Punktekonto auf 21 ? in bis dato 13 Spielminuten.

Nowitzki passt, Terry trifft

Doch die Thunder gaben sich immer noch nicht geschlagen, kämpften sich durch einen 10:0-Lauf auf 99:104 heran. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 4:18 Minuten zu spielen.

28,2 Sekunden vor Schluss beeitigte Jason Terry (24 Punkte) auf Assist von Nowitzki mit einem Dreier aus der rechten Ecke die letzten Zweifel am Auftaktsieg.

"Unsere Bank war die ganze Saison großartig und hat auch heute viel geleistet. Wir sind schwer zu schlagen. Wir verteidigen hart und lassen den Ball gut laufen", wertete Nowitzki.

Dallas hat in Spiel 2 (Fr., ab 3 Uhr LIVESCORES) die Möglichkeit, vor heimischer Kulisse in der Halbfinalserie mit 2:0 in Führung zu gehen.

Bisher haben Nowitzki und Co. in diesen Playoffs alle sechs Spiele im American Airlines Center gewonnen.

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