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Dirk Nowitzki steht zum zweiten Mal in seiner Karriere in den Conference Finals © getty

Sieben Thunder scheitern bei dem Versuch, Rekordmann Dirk Nowitzki zu stoppen. Kevin Durant macht eine "lehrreiche Erfahrung".

Von Olaf Mehlhose

München/Dallas - Die Oklahoma City Thunder haben ein Problem: Es ist 2,13 Meter groß, sehr beweglich und sucht in Oklahoma City seinesgleichen.

Dirk Nowitzki gab beim 121:112 (55:49)-Erfolg der Dallas Mavericks 406118(Bilder) über das Team von Scott Brooks (Bericht) einen Vorgeschmack darauf, was die Thunder in den West-Finals der NBA erwartet. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Der 32-Jährige war bei seiner 48-Punkte-Gala nicht zu verteidigen. Die einzige Möglichkeit, die das Team von Scott Brooks sah, war, den heiß gelaufenen Mavs-Star mit unerlaubten Mitteln am Punkten zu hindern. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Allerdings fragten sich einige Experten, warum - anstelle der sehr physischen Spielweise - nicht versucht wurde, Nowitzki zu doppeln. Denn auch von der Freiwurflinie hielt sich Nowitzki bei 24 Versuchen schadlos.

Die 16 Fouls, die gegen Nowitzkis Gegenspieler verhängt wurden, sind der zweithöchste Wert der diesjährigen K.o.-Runde (Alle Spiele im SPORT1-LIVESTREAM).

Lob von Carlisle

"Das ist seine einzigartige Klasse. Er ist so gut, dass er durch die Anstrengungen, ihn daran zu hindern, an den Ball zu kommen, viele Fouls zieht", lobte Coach Rick Carlisle: "Es gibt nicht viele Spieler, die dann 24 von 24 treffen."

Gelinde untertrieben: Immerhin übertraf Nowitzki den bisherigen Playoff-Rekord von Paul Pierce, der 2003 21 Freiwürfe ohne Fehlversuch versenkt hatte, deutlich. 405833(DIASHOW: Der Head-to-Head-Vergleich)

Nowitzki ließen die Lobeshymnen allerdings kalt. "Wichtig ist, dass wir einen Weg gefunden haben, das Spiel zu gewinnen", sagte der MVP von 2007: "Darauf kommt es an."

Ibaka findet kein Mittel

Für die Thunder kommt es nun vor allem darauf an, den zehnmaligen All-Star am Punkten zu hindern.

Serge Ibaka machte im direkten Duell mit Nowitzki keinen Stich: 22 Punkte standen für Dirkules und 5 Fouls lautete die niederschmetternde Bilanz für "Iblocka".

"Er war unglaublich", sagte der bemitleidenswerte Ibaka: "Es war hart. Aber ich darf mich dadurch nicht frustrieren lassen. Im nächsten Spiel werde ich es wieder versuchen."

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Aber der Kongolese war bei weitem nicht der Einzige, der sich im Zweikampf mit dem 32-Jährigen Deutschen aufrieb.

Egal, welchen Spieler Thunder-Coach Scott Brooks auch gegen Nowitzki stellte, stoppen konnte ihn keiner.

Sieben auf einen Streich

Entweder nutzte der 2,13 Meter große Forward seinen Größenvorteil und warf über seine Gegenspieler hinweg oder er halste ihnen Foul-Probleme auf.

"Dirk hat heute sehr gut gespielt", sagte Thunder-Coach Scott Brooks: "Wir haben ihn so eng verteidigt, wie wir konnten - anscheinend zu eng."

Mit Ibaka, Nick Collison, Kendrick Perkins, Thabo Sefolosha, James Harden sowie kurzzeitig auch Russel Westbrook und Kevin Durant verschliss Dirkules gleich sieben Thunder-Spieler.

"Lehrreiche Erfahrung"

OKC-Topscorer Durant handelte sich innerhalb von 5 Sekunden zwei Fouls ein und war fortan von der Bewachung Nowitzkis freigestellt.

"Nach der sehr körperbetonten Serie mit Memphis sind wir ihn zu hart angegangen. Wir müssen uns darauf einstellen und im nächsten Spiel smarter sein. Für uns war es eine lehrreiche Erfahrung", erklärte der 22-Jährige sein übermotiviertes Einsteigen.

Das Team dürfe sich dadurch jedoch nicht entmutigen lassen, forderte KD: "Er wird seine Würfe so oder so machen, ob Off-Balance-Shots oder mit einer Hand im Gesicht."

Luft nach oben bei Westbrook

Mut dürfte die junge Truppe daraus schöpfen, dass das Spiel trotz Nowitzkis Glanzleistung bis zum Ende spannend blieb.

Außerdem schenkten Durant (40 Punkte) und Co. den Mavericks mit 112 Zählern mehr Punkte ein als jedes andere Team in den Playoffs. Und auch Aufbauspieler Russel Westbrook, der sich vier Turnover leistete und nur drei von 15 Würfen versenkte, kann sich sicherlich noch steigern.

Eine Frage dürfte Thunder-Coach Brooks bis zum zweiten Aufeinandertreffen im American Airlines Center aber weiterhin Kopfzerbrechen bereiten.

Wer stoppt Dirk Nowitzki?

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