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Dirk Nowitzki (r.) war 2002 wertvollster Spieler der Weltmeisterschaft © getty

Dallas setzt auch in Spiel zwei gegen Oklahoma auf Dirk Nowitzki. Die Thunder suchen den Strohhalm. Center Perkins übt Kritik.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Dirk Nowitzkis Gala im ersten Spiel der West-Finals hat die Oklahoma City Thunder bis ins Mark erschüttert.

Der deutsche Ausnahmespieler hatte bei dem 121:112-Auftaktsieg (Bericht) seiner Dallas Mavericks sensationelle 48 Punkte markiert und gleich sechs bedauernswerte Verteidiger verschlissen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Unter diesem Eindruck dachte Thunder-Coach Scott Brooks über eine ganz neue Variante nach: "Vielleicht werden wir ihn überhaupt nicht bewachen und stattdessen in einer Zone spielen."

Vor Spiel zwei (ab 3 Uhr LIVESCORES) greift der Außenseiter offenbar nach jedem Strohhalm, um den mit Abstand wertvollsten Spieler der NBA-Playoffs 2011 in den Griff zu bekommen.

Nowitzki auch mit Fouls nicht zu stoppen

Zu dominant war Nowitzkis Vorstellung im ersten Duell. Denn auch mit Fouls kann man ihm nicht beikommen. Mit 24 Treffern ohne Fehlversuch stellte er einen neuen NBA-Rekord auf.

"Wir haben kleine, große und mittelgroße Spieler erfolglos auf ihn angesetzt. Er hat mindestens neun Würfe verwandelt, die wir nicht besser verteidigen konnten", meinte der ratlose Brooks. (Tippen Sie den Ausgang der Partie im SPORT1-Tippkönig!)

Das alles gelang "Dirkules" ohne einen einzigen Dreier zu nehmen, obwohl er in der K.o.-Runde mit 60 Prozent die beste Quote der Liga aufweist.

"Er hat mir eine Lektion erteilt"

Oklahoma Citys Blockspezialist Serge Ibaka war das jüngste Opfer auf Nowitzkis Marsch durch die Western Conference.

"Air Kongo" hatte erhebliche Startprobleme und gestattete seinem Kontrahenten 30 seiner 48 Zähler.

"Ich habe im letzten Spiel viel gelernt. Er hat gegen mich 48 Punkte gemacht, also hat er mir eine Lektion erteilt", sprach Ibaka Klartext.

Dennoch hofft er auf eine eine neue Chance: "Ich glaube, ich kann besser spieler. Wenn er wieder so heiß ist, kann ich ihn aber nicht stoppen."

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"Dirk ist ein Monster"

Selbst Nowitzkis Teamkollegen können über die einzigartigen Qualitäten ihres Führungsspielers nur noch staunen.

"Dirk ist ein echtes Monster. Jeder, der ihn verteidigt, fühlt sich total alleingelassen. Er kann alles. Im direkten Duell bist du seiner Gnade ausgeliefert", zollte ihm Center Tyson Chandler in einem Radiointerview Respekt.

Da überrascht es nicht, dass der so Hochgelobte an seiner Marschroute nichts ändern will: "Ich werde so aggressiv wie immer ins Spiel gehen. Ich habe auch immer die Option, einen freien Kollegen zu finden. Deshalb stehe ich nicht unter Druck." (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Uneigennützigkeit macht ihn gefährlich

Mit solchen Aussagen unterstreicht Nowitzki seine Uneigennützigkeit, die ihn von den meisten anderen NBA-Topleuten unterscheidet und gleichzeitig so gefährlich macht.

Im Unterschied zu früheren Jahren steht dem 32-Jährigen jetzt ein ganzes Arsenal an hervorragenden Nebenleuten zur Verfügung, die jederzeit ein Spiel mit 20 Punkten oder mehr abliefern können.

"Deshalb ist es schwierig, Dirk zu doppeln. Sie haben gegen die Lakers jede Menge Dreier versenkt, also wollten wir an den Werfern dran bleiben. Das hat nicht geklappt", meinte Brooks.

Perkins will neue Taktik

Center Kendrick Perkins würde dagegen eine andere Strategie bevorzugen: "Meiner Meinung nach sollten wir den besten Spieler ausschalten und sie zwingen von draußen zu treffen."

Darauf scheinen allerdings die routinierten Scharfschützen wie Jason Terry oder Peja Stojakovic nur zu warten.

"Wir haben viele gefährliche Waffen. Ich würde mich über Doppel gegen Dirk freuen", sagte Terry den "Dallas Morning News".

Westbrook muss sich steigern

Außerdem müssen die Thunder auch in der Offensive zulegen und ihren Topscorer Kevin Durant - 40 Punkte in Spiel eins - unterstützen.

Gerade ihr zweiter Star Russell Westbrook kam nie ins Spiel. Der Point Guard verfehlte zwölf seiner 15 Würfe. Er muss sich unbedingt steigern, schließlich könnte seine Schnelligkeit auch Dallas vor Probleme stellen.

Bauermann begeistert

Trotzdem bleibt Nowitzki die größte Baustelle für Oklahoma City, wenn sie nicht mit einem 0:2-Rückstand in ihre beiden Heimspiele gehen wollen.

Auch Bundestrainer Dirk Bauermann ist von den Topleistungen seines Aushängeschildes immer wieder fasziniert.

"Ich weiß nicht, ob es der beste Dirk Nowitzki aller Zeiten ist. Aber es ist der kompletteste und fokussierteste Nowitzki aller Zeiten. Es fällt schwer, immer neue Superlative zu finden", schwärmte Bauermann.

In dieser Form macht der Würzburger die Mavericks im Alleingang zum Topfavoriten auf die Meisterschaft.

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