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Jose Juan Barea (M.) spielte am College für die Northeastern University in Boston © getty

J.J. Barea ist in den Playoffs einer von Dallas' Erfolgsgaranten. Nowitzki treibt Späße und adelt ihn. Die Zukunft ist ungewiss.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Wenn dieser Tage über die ausgezeichnete Bank der Dallas Mavericks geschrieben und gesprochen wird, fallen meist die gleichen Namen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Die Routiniers Jason Terry oder Peja Stojakovic stehen aufgrund ihrer Reputation als kaltblütige Dreierspezialisten im Fokus (Alle Spiele im SPORT1-LIVESTREAM).

Innerhalb des Klubs genießt mit Jose Juan Barea aber auch der kleinste Spieler ein ausgesprochen großes Ansehen.

"J.J. ist furchtlos und hat ein großes Herz. Er ist ein ausgezeichneter kleiner Spieler", adelt Dirk Nowitzki den Puerto Ricaner bei den "Dallas Morning News".

Nowitzki witzelt

Dabei muss der mit einer Körpergröße von 1,83 angegebene Ersatz-Spielmacher auch den einen oder anderen Spaß seiner großen Kollegen über sich ergehen lassen.

"Wenn sein Kopf eine normale Größe hätte, wäre er wahrscheinlich nur knapp über 1,60 Meter. Aber dieser große Kopf bringt ihn auf 1,75 Meter", witzelt "Dirkules".

Auf dem Court ist allerdings Schluss mit lustig, denn der "Zauberzwerg" hat sich mittlerweile in der gesamten NBA Respekt verschafft.

Rechtzeitig in Topform

Mit fast zehn Punkten und vier Assists im Schnitt stellte er während der regulären Saison schon persönliche Bestmarken auf. Doch seine Topform hat sich Barea offenbar für die K.o.-Runde aufgehoben.

Beim souveränen vierten Sieg gegen die Lakers (Bericht) markierte er 22 Zähler - nie gelangen ihm in einer Playoff-Partie mehr - und beim Auftakterfolg gegen Oklahoma City (Bericht) legte der 26-Jährige mit 21 Punkten nach.

"Er ist jetzt ein erfahrener Spieler. Er ist aggressiv und nutzt diese Aggressivität immer wieder für seine Drives zum Korb", analysiert Coach Rick Carlisle.

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Barea ist Publikumsliebling

Gerade die Fähigkeit sich gegen die Big Men bis zum Korb durchzuschlängeln macht Barea, der mit einer ehemaligen Miss Universum zusammen ist, in Dallas zum Publikumsliebling.

Dabei prophezeiten ihm viele Beobachter vor der Saison einen schweren Stand. Immerhin galt Roddy Beaubois als Jason Kidds legitimer Erbe.

Doch der französische Youngster laborierte an verschiedenen Verletzungen und kam nie über gute Ansätze hinaus.

"Einer der besten Guards"

Die größeren Spielanteile nutzte Barea aus und hat in Carlisle und Nowitzki große Fürsprecher gewonnen.

"Er weiß, wie er seinen Körper und die Schnelligkeit einsetzen muss. Im Abschluss ist er einer der besten Guards der Liga. Seit er hierher kam, bringt er seine Leistung", so der deutsche All-Star.

Vor fünf Jahren kam der Nobody - ohne im Draft ausgewählt worden zu sein - nach Dallas. Nach dieser Saison ist er Free Agent.

Ungewisse Zukunft

Seine Leistungen haben andere Interessenten angelockt. Wenn die Mavericks ihn halten wollen, müssen sie auf sein derzeitiges Jahresgehalt - 1,8 Millionen Dollar - einiges drauf packen.

Seine unaufgeregte Art macht Barea auch abseits des Courts zu einem beliebten Mannschaftskameraden.

Als ihn Terry Anfang April in einem Spiel gegen die Clippers (Bericht) zusammenstauchte, blieb er ganz ruhig: "Jason ist mein Lieblingsteamkollege. Ich nehme es ihm nicht übel."

Der Insulaner bleibt cool

Viel lieber treibt der kleine Aufbauspieler mit seiner giftigen Spielweise die Gegner zur Weißglut.

Im vierten und letzten Aufeinandertreffen im Viertelfinale gegen die Lakers ließ sich der frustrierte Andrew Bynum zu einem üblen Foul gegen Barea hinreißen.

Um den coolen Insulaner aus der Ruhe zu bringen, braucht es aber deutlich mehr. Barea akzeptierte die Entschuldigung und feierte den Einzug ins Conference-Finale.

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