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James Harden war 2009 dritter Draftpick hinter Blake Griffin und Hasheem Thabeet © getty

Oklahoma City klaut Dallas im zweiten West-Finale dank seiner starken Bank den Heimvorteil. Dirk Nowitzkis Endspurt reicht nicht.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben im Finale der Western Conference nach sieben Playoff-Siegen in Folge einen Rückschlag erlitten.

Das Team um Dirk Nowitzki verlor zu Hause gegen die Oklahoma City Thunder mit 100:106 (57:59) und musste in der Best-of-Seven-Serie den 1:1-Ausgleich hinnehmen (Alle Spiele im SPORT1+-LIVESTREAM).

Der deutsche Superstar war mit 29 Punkten der Topscorer seines Teams, konnte über weite Strecken allerdings nicht ganz an seine spektakuläre Leistung beim Auftakterfolg gegen Oklahoma City (Bericht) anknüpfen.

"Wir haben es Dirk schwerer gemacht, das hat man deutlich gemerkt", nannte Kevin Durant bei "ESPN" einen wichtigen Schlüssel zum Erfolg.

Doppel bremst Nowitzki

Die Thunder entschieden sich, Nowitzki so oft wie möglich zu doppeln und hielten ihn damit in der ersten Hälfte bei lediglich 13 Zählern. Im dritten Viertel blieb "Dirkules" sogar ohne jeden Punkt.

Sein starker Endspurt in den letzten zwölf Minuten kam zu spät. Denn Thunder-Coach Scott Brooks hatte mit einer unorthodoxen Variante Erfolg.

Topscorer Durant (24 Zähler) und vier Reservisten spielten nahezu das gesamte Schlussviertel durch und schalteten Nowitzkis Nebenmänner aus. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Harden ragt heraus

Sixth Man James Harden war mit 23 Punkten, sieben Rebounds sowie vier Assists der herausragende Akteur. Sein Vier-Punkte-Spiel - nach kleinlichem Pfiff gegen Jason Terry - brachte den Thunder die 77:76-Führung nach drei Vierteln.

"Sie haben es gepfiffen. Das müssen wir akzeptieren. Diese Aktion hat ihnen spürbar Aufwind gegeben", hielt sich der "Jet" mit Kritik an den Schiedsrichtern jedoch zurück.

Er sorgte 3:15 Minuten vor Schluss unter Bedrängnis von Terry auch für den vorentscheidenden 102:92-Vorsprung, den Oklahoma letztlich über die Zeit schaukelte.

"Ihre Reservisten haben groß aufgespielt und uns stark unter Druck gesetzt. Wir fanden einfach keine Antwort auf die Backups", stöhnte Nowitzki. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

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Abwehr lässt zu wünschen übrig

Die Bank der Gäste markierte insgesamt 50 Zähler und stellt die Mavs-Reservisten (29) - im Gegensatz zum ersten Duell - deutlich in den Schatten.

"Sie machen schon die ganze Saison über einen guten Job und holen alles aus sich heraus. Das war heute ein weiteres Beispiel dafür. Der Coach hat richtig entschieden", lobte "Durantula".

Auch Matchwinner Harden war hochzufrieden mit der Teamleistung: "Es war fantastisch. Jeder hat seine Stärken eingebracht. Kevin hat sein Ding gemacht, und ich wollte einfach meine Möglichkeiten nutzen."

"Sie haben in den Hintern getreten"

Die Mavericks konnten wie schon in Spiel 1 nicht an ihre starken Abwehrleistungen der bisherigen K.o.-Runde anknüpfen und gaben zum zweiten Mal in Folge mehr als 100 Punkte ab.

"In der Abwehr war es ein Rückschritt. Portland und L.A. sind größer und langsamer. Uns fällt es sehr schwer, sie zu stoppen", sagte Nowitzki den "Dallas Morning News".

Coach Rick Carlisle äußerte sich dagegen deutlich drastischer: "Sie haben uns in den Hintern getreten. Das müssen wir wie Männer wegstecken. Eigentlich sollten 100 Punkte reichen, um ein Playoff-Spiel zu gewinnen."

Nowitzkis Serie reißt

Nowitzki gab sich allerdings nie geschlagen. Noch in der letzten Minute holte er gegen Nick Collison bei einem Dreierversuch ein Foul heraus.

Nach 39 Treffern in Folge riss zwar die Erfolgsserie des Würzburgers von der Freiwurflinie, aber Dallas war urplötzlich wieder auf 100:104 an die Thunder herangerückt.

Doch der unauffällige Peja Stojakovic (acht Punkte) vergab neun Sekunden vor der Schlusssirene die letzte Chance, als er einen Dreier an den Ring setzte.

Heimvorteil ist weg

Für Dallas steuerte Center Tyson Chandler (15 Zähler, 13 Rebounds) ein Double-Double bei.

Edelreservist Terry (acht Punkte, kein Dreier) und Shawn Marion (neun Fehlwürfe bei 13 Versuchen) enttäuschten dagegen.

Damit verspielten die Texaner ihren Heimvorteil und müssen nun mindestens ein Auswärtsspiel gewinnen, um erstmals seit 2006 wieder in die NBA-Finals einzuziehen.

Die erste Gelegenheit bekommen sie in der Nacht auf Sonntag (ab 3 Uhr im SPORT1-LIVESTREAM) bei Spiel 3 in der Oklahoma City Arena.

Westbrook abgestraft

Bei den siegreichen Thunder sorgte dagegen der bis dahin gut spielende Point Guard Russell Westbrook (18 Zähler) für Aufregung.

Weil er sich über seine Auswechslung beschwert hatte, ließ ihn Coach Scott Brooks im gesamten letzten Viertel auf der Bank schmoren.

Stattdessen vertraute er Ersatzmann Eric Maynor, der - nicht nur aufgrund seiner 13 Punkte - eine starke Leistung ablieferte.

"Ich war schon überrascht, Eric am Ende auf dem Court zu sehen. Aber er hat seine Aufgabe gut gelöst", sagte Durant.

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