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Russell Westbrook spielte am College mit Kevin Love für die UCLA Bruins © getty

Trotz des Erfolges im zweiten West-Finale in Dallas hängt der Haussegen in Oklahoma schief. Jungstar Westbrook wird ausgebootet.

Von Eric Böhm

München - Nach dem mutig herausgespielten 106:100-Erfolg bei den Dallas Mavericks (Bericht) hätte in der Kabine der Oklahoma City Thunder eigentlich eitel Sonnenschein herrschen sollen.

Schließlich war dem aufstrebenden Außenseiter soeben der 1:1-Ausgleich im Finale der Western Conference gelungen (Alle Spiele im SPORT1+-LIVESTREAM).

Außerdem hatte das Doppeln gegen Mavs-Ausnahmekönner Dirk Nowitzki über weite Strecken gut funktioniert. Doch mit Russell Westbrook bereitet einer der eigenen Stars den Thunder erhebliche Kopfschmerzen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich weiß, dass jeder Reporter die gleiche Frage stellen will. Ich habe nur eine Antwort: Wir haben gewonnen", sagte der Weltmeister.

Schattenseiten des Aufstiegs

Westbrook erlebt dieser Tage die Schattenseiten seines schnellen Aufstieges.

Nach einem schwachen Auftritt - er verfehlte zwölf seiner 15 Würfe - bei der Auftaktniederlage gegen Dallas (Bericht), lieferte der pfeilschnelle 22-Jährige diesmal eine sehr gute Vorstellung ab.

Doch ein erzwungener Wurf, eine unmotivierte Abwehraktion und ein Ballverlust brachten ihm Ende des dritten Viertels einen Platz auf der Bank ein.

Youngster schmort

An einer solchen Maßnahme gegenüber einem talentierten aber unerfahrenen Spielmacher ist an sich nichts Ungewöhnliches.

Westbrook ließ seinen selbst noch recht jungen Coach Scott Brooks jedoch sogleich wissen, dass er mit seiner Entscheidung überhaupt nicht einverstanden war.

Daraufhin ließ ihn Brooks über den gesamten letzten Abschnitt auf der Bank schmoren und brachte stattdessen Ersatzmann Eric Maynor.

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Zahlen stützen Entscheidung

"Russell ist ein außergewöhnlicher Spieler, Er ist unser Starter, aber unser Angriff sah zu dem Zeitpunkt nicht gut aus. Eric hat ausgezeichnete Entscheidungen getroffen", äußerte sich der 45-jährige Trainer nur indirekt zu dem Vorfall.

Neben dem Sieg geben Brooks auch die Zahlen recht. Mit Westbrook markierten die Thunder in 28 Minuten zehn Punkte weniger als Dallas. In Maynors 19 Minuten hatten sie dagegen einen Vorteil von 18 Zählern.

Außerdem verbuchte der 23-jährige Backup 13 Punkte und leistete sich keinen einzigen Ballverlust.

Westbrook ist Aushängeschild

Dennoch birgt die Situation auch für Brooks reichlich Zündstoff. Denn der hochtalentierte Westbrook ist bei den Thunder nicht irgendein Spieler.

Mit NBA-Topscorer Kevin Durant bildet er seit 2008 ein kongeniales Gespann. Gemeinsam stiegen sie zu NBA-Superstars auf.

Beide sind deshalb das Gesicht der ehemaligen Seattle SuperSonics und feierten 2010 auch den WM-Titel - Mavs-Center Tyson Chandler gehörte in der Türkei ebenfalls zum Kader.

Kaum ein Guard kann so unwiderstehlich und scheinbar mühelos gegen große Gegenspieler zum Korb ziehen und abschließen.

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Schonzeit ist vorbei

Dennoch stand "Jet Zero" bereits im Viertelfinale gegen Memphis aufgrund seiner manchmal egoistischen Wurfauswahl und schlechter Entscheidungen in der Kritik.

Als die eigenen Fans mit ersten Buhrufen reagierten, stellte sich Brooks noch vor seinen Youngster, doch jetzt scheint die Schonzeit vorbei zu sein.

"Ich habe Eric schon häufiger anstelle von Russell im letzten Viertel gebracht. Es kommt aber nicht sehr oft vor. Eric hat seine Teamkollegen gut in Szene gesetzt", ergänzte der Chefcoach. Diese Aussage darf als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden.

Brooks in der Zwickmühle

Brooks und Assistent Maurice Cheeks - er war früher selbst ein ausgezeichneter Spielgestalter - müssen diese Situation vor Spiel drei (So., ab 3 Uhr SPORT1-LIVESTREAM) schleunigst aus der Welt schaffen.

Denn nur mit einem Westbrook in Bestform und einem intakten Team können sie die Mavericks in einer Best-of-Seven-Serie ausschalten.

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