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Dirk Nowitzki (r.) war bereits sieben Mal Europas Spieler des Jahres © getty

Dallas will im dritten Halbfinale in Oklahoma zurück in die Erfolgsspur. Nowitzki ist nicht bange. Chandler setzt auf Lerneffekt.

Von Eric Böhm

München - Für die Dallas Mavericks ist jetzt die Zeit gekommen, um ihre Klasse zu beweisen.

Nach der bitteren Heimschlappe in Spiel zwei der Conference-Finals gegen die Oklahoma City Thunder (Bericht) muss das Team um Dirk Nowitzki die Form aus den beiden ersten Runden der Playoffs wiederfinden.

"Ich sage nicht, dass Niederlagen gut sind, aber vielleicht hat uns der Knockout wieder aufgeweckt. So dürfen wir uns nicht wieder präsentieren", hofft Tyson Chandler auf eine Reaktion.

Das dritte Duell steigt im Hexenkessel von Oklahoma City (ab 3 Uhr im SPORT1+-LIVESTREAM) und könnte zum Schlüsselduell der Best-of-Seven-Serie werden.

Nowitzki ist nicht bange

Denn mit einer weiteren Pleite würde Dallas nicht nur zum ersten Mal in der diesjährigen K.o.-Runde in Rückstand geraten, auch die Titel-Mission wäre ernsthaft gefährdet.

Die Mavericks müssen schließlich mindestens eine Partie jenseits des Red River in Oklahoma gewinnen, um erstmals seit 2006 wieder in die NBA-Finals einzuziehen.

"Wir sind eine hervorragende Auswärtsmannschaft. In Portland haben wir die Serie beendet und zweimal in L.A. gewonnen", so Nowitzki, der keinen Respekt vor dem lauten Thunder-Publikum hat. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Direkter Vergleich spricht für Dallas

Chandler geht sogar noch einen Schritt weiter: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir uns durchsetzen werden."

Die Aufeinandertreffen während der regulären Saison geben dem zuversichtlichen Big Men jedenfalls recht. Die Mavs gewannen beide Auftritte in der Oklahoma City Arena.

Coach Rick Carlisle hält diese Partien allerdings nicht für aussagekräftig: "Die reguläre Saison spielt keine Rolle. Effektivität und Spielverständnis werden den Ausschlag geben."

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"Müssen cleverer sein"

Speziell in diesen Punkten sollten die erfahrenen Mavs eigentlich klare Vorteile haben, stattdessen blieben die dynamischen Thunder sogar mit vier Backups in der entscheidenden Phase von Spiel zwei cooler und attackierten unaufhörlich.

"Natürlich sind sie schnell und athletisch. Wenn es nur darauf ankäme, könnten wir sie nicht schlagen. Wir müssen cleverer sein, ihnen unser Spiel aufzwingen und unsere Erfahrung ausspielen", fordert Chandler.

Die mangelnde Aggressivität schlug sich nicht zuletzt beim Kampf um freie Bälle nieder. Oklahoma City eroberte nicht nur mehr (23:17), sondern machte aus diesen unverhofften Möglichkeiten auch deutlich mehr Punkte (32:13).

Abwehr als Schlüssel

Das größte Steigerungspotenzial steckt jedoch in der Verteidigung. Während der ersten beiden Playoff-Serien gab Dallas lediglich 88,5 Punkte pro Spiel ab.

In den beiden Heimspielen gegen die jungen Thunder waren es jeweils über 100 Zähler. Zuletzt gestatteten sie den Gästen sogar eine Wurfquote von fast 56 Prozent.

"Wir sind immer noch dabei, uns auf sie einzustellen. Es wird nicht leicht, aber wir müssen sie unbedingt unter 100 Punkten halten", sagte Carlisle in einem Radiointerview.

Angriff als beste Verteidigung

Eine Möglichkeit die Offensivstärke des Kontrahenten zu neutralisieren, ist die eigenen Angriffe wieder besser zu Ende zu bringen.

Denn die vielbeschworene Dynamik der Thunder kommt in Schnellangriffen nach gegnerischen Fehlwürfen oder Ballverlusten besonders zur Geltung. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Außerdem erlauben es erfolgreiche Abschlüsse Dallas auch hin und wieder, die in Spiel eins recht erfolgreiche Zonenverteidigung einzusetzen.

"Eigentlich sollten wir sehr zufrieden sein. Sie könnten genauso gut 2:0 führen. Wir müssen das Spiel so giftig und druckvoll angehen, als stünde es 0:2", hofft Carlisle auf einen tatsächlichen Hallo-Wach-Effekt der ersten Heimniederlage der Playoffs.

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