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Dirk Nowitzki steht in dieser Saison zum fünften Mal im All-NBA Second Team © getty

Die Mavericks holen sich im Halbfinale in Oklahoma den Heimvorteil wieder zurück und führen 2:1. Dirkules macht den Sack zu.

Von Eric Böhm

München/OKlahoma City - Die Dallas Mavericks haben sich im Finale der Western Conference mit einer famosen Abwehrleistung den Heimvorteil postwendend zurückerkämpft.

Das Team um Dirk Nowitzki gewann bei den Oklahoma City Thunder mit 93:87 (52:36) und übernahm in der Best-of-Seven-Serie die 2:1-Führung. (Alle Spiele im SPORT1+-LIVESTREAM)

Der deutsche Superstar tat sich über weite Strecken extrem schwer, markierte aber im letzten Viertel zehn seiner 18 Punkte. Immer wenn die Thunder dicht am Ausgleich waren, hatte er eine Antwort parat.

"Dirk ist der Beste. Er hatte heute nicht seine Topform. Trotzdem stoppte er am Ende jeden ihrer Comeback-Versuche", lobte Point Guard Jason Kidd gegenüber "ESPN".

Nowitzki unwiderstehlich

42 Sekunden vor dem Ende untermauerte Nowitzki mit einem unwiderstehlichen Sprungwurf zum 88:80 seinen Ruf als "Closer" der Mavericks.

Egal wie es vorher für ihn persönlich gelaufen ist, im letzten Viertel übernimmt "Dirkules" das Kommando und sorgt regelmäßig für die Entscheidung.

"Dieses Team braucht Punkte von mir, also muss ich so attackieren, wie ich es die letzten 13 Jahre gemacht habe", sagte der 32-Jährige. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

"Dirk ist unser Mann"

Nach seinem kaltblütigen Treffer brachten Nowitzki, Kidd sowie Jason Terry - beide 13 Zähler - die Partie von der Freiwurflinie über die Zeit.

Für Dallas bestand kein Zweifel daran, dass der Würzburger trotz schwacher Quote - er verfehlte in den ersten drei Spielabschnitten zehn von 14 Wurfversuchen - die erste Option im Angriff bleiben würde.

"Er ist unser Mann. In der Endphase werden wir immer versuchen, den Ball zu Dirk zu bringen. Durch einen oder zwei Fehlwürfe verliert er nicht sein Selbstvertrauen", bestätigte Coach Rick Carlisle.

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Abwehr wieder stabiler

Schlüssel zum vierten Auswärtssieg der K.o.-Runde hintereinander war dennoch die im Vergleich zur Heimpleite in Spiel zwei (Bericht) stark verbesserte Verteidigung.

Dallas gestattete den Thunder lediglich eine Wurfquote von 36 Prozent. Außerdem verfehlten die Gastgeber ihre ersten 16 Dreier - NBA-Playoff-Rekord.

"Nach einer Niederlage musst du in so ein Spiel mit hoher Intensität und Wut im Bauch gehen. Das haben wir getan", meinte Terry.

Am Ende wird gezittert

Dabei hätten die Mavericks fast erneut einen 23-Punkte-Vorsprung verspielt - wie in Spiel vier des Erstrundenduells gegen Portland (Bericht). (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wir wussten, sie würden noch einen Lauf starten. Wir sind erfahren genug, um in diesen Situationen konzentriert weiter zu spielen", so J-Kidd. Davon war nach dem furiosen Auftakt aber plötzlich nichts mehr zu sehen.

Im zweiten Spielabschnitt hatten sie das Geschehen beim Stand von 35:12 scheinbar mühelos unter Kontrolle. Doch Oklahoma City gab sich nicht geschlagen und kam nach der Pause Schritt für Schritt näher.

Als die Gäste nach einigen leichtfertigen Ballverlusten verdächtig wackelten, stellte Nowitzki erneut seine Klasse in der Crunch-Time unter Beweis.

"In der zweiten Hälfte haben wir irgendwie unseren Rhythmus verloren und sind in alte Muster verfallen. Aber wir haben uns durchgebissen und das Spiel nach Hause gebracht", atmete auch der Ex-MVP im Anschluss tief durch.

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Marion wacht auf

Dallas' bester Akteur war über die gesamten 48 Minuten gesehen - nach bisher eher durchwachsenen Playoffs - Shawn Marion.

"The Matrix" verbuchte nicht nur 18 Zähler, sondern machte auch Thunder-Topscorer Kevin Durant das Leben sehr schwer.

"Es lag einzig und allein an uns. Im letzten Spiel haben wir unsere Tugenden vernachlässigt. Speziell in der Abwehr haben wir heute unsere Aggressivität wieder gefunden", bilanzierte der routinierte Flügelspieler bei den "Dallas Morning News".

"Es ist frustrierend"

Durant sammelte zwar 24 Punkte sowie zwölf Rebounds, verfehlte jedoch 15 seiner 22 Würfe aus dem Feld und traf keinen seiner acht Dreier.

"Es ist frustrierend. Von Anfang an ging kein Ball in den Korb. Dann erlauben wir ihnen auch noch jede Menge leichte Punkte. Das hat uns das Rückgrat gebrochen", stöhnte "Durantula".

Westbrook gibt Antwort

Russell Westbrook (30 Zähler) war sein einziger Teamkollege mit zweistelliger Ausbeute. Der Aufbauspieler gab damit die Antwort auf seine Verbannung aus der zweiten Partie, leistete sich aber auch sieben Ballverluste.

Auch die zuletzt so starke Thunder-Bank konnte nicht überzeugen. Sixth Man James Harden (sieben Punkte) fiel - neben einigen Fehlwürfen - nur durch eine Schauspieleinlage gegen Tyson Chandler auf.

Der Mavericks-Center holte sich unter dem eigenen Korb einen Rebound, als ihm Harden absichtlich in den Ellbogen lief und wie ein sterbender Schwan zu Boden ging. Zur Überrashcung aller Beteiligten bekam Chandler dafür auch noch ein Technisches Foul aufgebrummt.

Die Serie wird in der Nacht auf Dienstag (ab 3 Uhr im SPORT1+-LIVESTREAM) in der Oklahoma City Arena fortgesetzt, dann könnten die Mavs mit einem weiteren Sieg bereits die Vorentscheidung herbeiführen.

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