vergrößernverkleinern
Shawn Marion wurde bereits viermal ins All-Star Game gewählt © getty

Shawn Marion liefert bei Dallas' Erfolg im dritten West-Finale in Oklahoma eine Glanzleistung ab. Dirk Nowitzki übt Selbstkritik.

Von Eric Böhm

München/Oklahoma City - Shawn Marion wird wohl für den Rest der NBA-Playoffs keine ruhige Minute mehr erleben.

Bei dem wichtigen 93:87-Auswärtserfolg (Bericht) im dritten Finale der Western Conference ging der Flügelspieler in Abwehr wie Angriff mit breiter Brust voran. (Alle Spiele im SPORT1+-LIVESTREAM)

In den vergangenen Tagen musste er sich für seine unauffälligen Vorstellungen viel Kritik seiner Mitspieler gefallen lassen und war entsprechend geladen.

"Wir müssen dafür sorgen, dass er weiter richtig sauer bleibt. Wenn er seine Wut auf dem Court so umsetzt, will ich ihn nicht zufrieden sehen", sagte Center Tyson Chandler mit einem Lächeln.

Marion zeigt Reaktion

Bei der Heimniederlage in Spiel zwei (Bericht) hatte ihn auch Dirk Nowitzki nach einem unnötigen Ballverlust harsch angegangen und mehr Einsatz gefordert.

Marions Reaktion war beeindruckend. Von Beginn an verbiss er sich geradezu in die Aufgabe, Kevin Durants Kreise einzuengen.

"Diese Geschichten haben mich schon genervt. Dann ist es doch klar, dass du bei der nächsten Gelegenheit alles reinlegst. Ich bin unheimlich ehrgeizig", so "The Matrix".

"Shawn hat aufgetrumpft"

NBA-Topscorer Durant kam am Ende zwar auf 24 Punkte, aber sein Auftritt blieb ineffektiv. Er benötigte 22 Würfe für seine Ausbeute und blieb von der Dreierlinie ohne Erfolgserlebnis. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Marion, der normalerweise als Spaßvogel glänzt, machte aus seinem athletischen Kontrahenten über weite Strecken einen eindimensionalen Werfer.

"Shawn hat heute stark aufgetrumpft. In den ersten zwei Spielen war er ziemlich abgetaucht. Wir brauchen diesen aggressiven Marion", lobte Defensivspezialist DeShawn Stevenson.

[kaltura id="0_2qt6pm1s" class="full_size" title="Dallas geht 2:1 in Führung"]

"Habe Balance gefunden"

Dazu glänzte der 33-Jährige auch in der Offensive. Mit 18 Zählern sowie einer starken Wurfquote (neun von 13) half er, die recht schwachen Vorstellungen von Jason Terry (drei von zwölf aus dem Feld) und Peja Stojakovic (sieben Punkte) aufzufangen.

Speziell in der Anfangsphase spielten die Mavericks viel über ihn, auch um Durant in der Verteidigung aufzureiben. Der 27:12-Blitzstart war die Folge.

"Zuletzt bekam ich immer schnelle Fouls. Ich kann nicht aggressiv sein, wenn mir alles abgepfiffen wird. Heute habe ich eine gute Balance gefunden", schilderte Marion sein Dilemma aus den vergangenen Spielen.

Meisterwürdige Abwehr?

Coach Rick Carlisle greift dagegen nur selten einzelne Spieler heraus, stattdessen lobte er lieber die kollektive Steigerung.

"Heute haben wir zum ersten Mal in dieser Serie meisterwürdige Defense gespielt. Oklahoma ist besser als die Lakers. Unsere Jungs haben sich völlig verausgabt", meinte der ehemalige Spieler der Boston Celtics.

Nowitzki hob derweil die gute Leistung gegen die starken Reservisten der Thunder hervor: "Wir haben Harden und Maynor (beide sieben Zähler, Anm. die Red.) abgemeldet. Sie waren für mich die Matchwinner in Spiel zwei." (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

[image id="53ffe1a9-6372-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Nowitzki selbstkritisch

Der deutsche Ausnahmespieler (18 Zähler) tat sich gegen Oklahoma Citys physische Verteidigung sehr schwer und verfehlte zehn seiner ersten 14 Wurfversuche.

"'Jet' und ich waren heute nicht gut drauf. Trotzdem haben wir gewonnen, das spricht für unser starkes Team", zeigte sich der Würzburger bei den "Dallas Morning News" selbstkritisch.

Sein Trainer machte die Schiedsrichter als Hauptschuldige für Nowitzkis Probleme aus: "Sie haben die Grenze des Erlaubten einige Male überschritten. Die Liga wird sich das anschauen."

In der Tat kam sein Schlüsselspieler nur dreimal an die Freiwurflinie. In den ersten beiden Partien bekam er noch 34 Freiwürfe zugesprochen.

Kidd lobt "Big Boy"

Am Ende schüttelte der MVP von 2007 aber die miserable Wurfquote sowie die sieben Ballverluste - persönlicher Playoff-Negativrekord - ab und drückte der Schlussphase seinen Stempel auf.

"Mir war klar, dass der 'Big Boy' eine Niederlage nicht zulassen würde", meinte Spielmacher Jason Kidd.

Trotzdem wird Nowitzki in der Nacht auf Dienstag im vierten Duell mit den Thunder (ab 3 Uhr im SPORT1+-LIVESTREAM) auf Wiedergutmachung für seine weitgehend unterdurchschnittliche Vorstellung sinnen.

Wenn ein ähnliches Resultat wie bei Marion dabei herauskommt, hätten seine Teamkollegen wahrscheinlich nichts dagegen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel