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Dwyane Wade (r.) gewann mit den Miami Heat bereits 2006 den Meistertitel © getty

Miamis Co-Superstar verblüfft vor Spiel 3 gegen Chicago mit einer Aussage. Die Bulls setzen auf Trends, einen X-Faktor und den MVP.

Von Eric Böhm

München - Die Miami Heat werden häufig - gerechtfertigt oder nicht - als bloße Ansammlung von drei NBA-Superstars und einigen farblosen Nobodys charakterisiert.

Spätestens der Sieg in Spiel zwei der Conference-Finals bei den Chicago Bulls (Bericht) hat jedoch gezeigt, dass sich um "Miami Thrice" ein echtes Team entwickelt hat.

Die fulminante Rückkehr des seit November verletzten Power Forwards Udonis Haslem verlieh seinen Kollegen speziell emotional einen zusätzlichen Kick.

Vor dem dritten Duell mit den Chicago Bulls (ab 2.30 Uhr im SPORT1+ LIVESTREAM) unterstrich Dwyane Wade die Bedeutung des Rückkehrers: "Er ist das Herz dieses Teams."

Heat mit Alternativen

Die Superstars LeBron James, Wade und Chris Bosh bleiben natürlich die ersten Optionen und Schlüsselspieler der Heat, aber der Kader bietet jetzt deutlich mehr Tiefe.

Mit Haslem, den gefährlichen Schützen von Außen Mike Miller und James Jones, sowie Mario Chalmers stehen Trainer Erik Spoelstra starke Alternativen von der Bank zur Verfügung.

"Wir haben nur 95 Spiele gebraucht, um an diesen Punkt zu gelangen. So ähnlich hatten wir uns vor der Saison die Rotation vorgestellt", sagte Spoelstra dem "Miami Herald".

Haslem extrem wertvoll

In seinem zweiten Einsatz nach der Fußoperation markierte Haslem 13 Punkte, sein Wert geht allerdings über die reinen Statistiken hinaus. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Udonis muss nicht punkten, um effektiv zu sein. Es sind vor allem die kleinen Dinge. Er wird jetzt mehr Minuten bekommen", so Spoelstra.

Eine Formation mit dem Heat-Urgestein und Chris Bosh als Center funktionierte bereits zu Saisonbeginn sehr gut und könnte Chicagos Vorteil unter den Körben egalisieren.

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Schlüsselspiel steht an

Bei dem hart erkämpften 85:75-Erfolg holte Miami bereits mehr Rebounds als die mit talentierten Big Men gespickten Bulls.

Die Heat gehen in jedem Fall als verschworene Gemeinschaft mit viel Selbstvertrauen in das so wichtige Spiel. Seit 2006 gewann im Osten der Sieger der dritten Partie auch die Serie und zog ins Finale ein.

"Wir halten zusammen. Ich habe am Ende einige Punkte gemacht, aber ohne den Einsatz der anderen Jungs in der Abwehr, hätte das nichts genutzt", sagte James.

Bulls hoffen auf Trends

Chicago will dagegen gleich zwei Trends fortsetzten und sich die Führung in der Serie zurückholen.

In den Playoffs fuhren sie nach einer Niederlage jeweils einen zweistelligen Sieg ein. Außerdem haben die Bulls seit Anfang Februar nicht mehr zwei Spiele in Folge verloren.

"Das wird ein verrücktes Spiel. Irgendwie müssen wir sie bekämpfen und uns den Sieg schnappen", meinte ein entschlossener Derrick Rose.

Bahn frei für Rose

Es ist kein Geheimnis, dass die Leistung des jungen Spielmachers über die Erfolgsaussichten der Bulls entscheiden wird.

Der MVP ist sich mit Coach Tom Thibodeau über die Strategie einig, die nötig ist, um die Heat vor eigener Kulisse zu knacken.

"Derrick soll sich nicht umstellen. So hat er uns in diese Situation gebracht. Die anderen Jungs müssen ihm den Weg zum Korb frei machen und bessere Blöcke stellen", forderte der Trainer des Jahres.

Korver als X-Faktor?

Im Aufeinandertreffen der beiden defensivstärksten Teams in diesen Playoffs - was die gegnerische Trefferquote angeht - muss jede Chance genutzt werden.

Die Gäste aus der "Windy City" hoffen dabei neben Rose vor allem auf Kyle Korver als ihren X-Faktor.

Wenn der Scharfschütze wenigstens zehn Zähler markierte, gewannen die Bulls in dieser Saison 30 von 34 Spielen. Gelang ihm dies nicht, gingen 21 von 40 Partien verloren.

"Ich werde in dieser Serie sicher keinen völlig freien Wurf bekommen", ist Korver sicher. Das gilt aber auch für die meisten anderen Spieler.

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