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Dirk Nowitzki stand zwischen 2005 und 2007 dreimal in Folge im All-NBA First Team © getty

Dallas' deutscher Superstar kritisiert vor Spiel vier in Oklahoma die Schiedsrichter. Die Thunder hoffen auf ihre Geheimwaffe.

Von Eric Böhm

München - Dirk Nowitzki ist kein Spieler, der Ausflüchte oder Entschuldigungen für unterdurchschnittliche Leistungen sucht.

Nach dem harterkämpften Erfolg in Spiel drei der Conference-Finals seiner Dallas Mavericks bei den Oklahoma City Thunder (Bericht) kritisierte der deutsche Ausnahmespieler dennoch die Schiedsrichter.

"Sie haben sehr hart gespielt. Wenn ich zum Korb zog, wurde trotz viel Kontakt nur extrem wenig gepfiffen", sagte Nowitzki.

Also stellte sich "Dirkules" im letzten Viertel um und führte die Entscheidung mit seinen patentierten Sprungwürfen bei. Trotzdem bleibt vor dem vierten Duell (ab 3 Uhr im SPORT1+-LIVESTREAM) ein fader Beigeschmack.

Zahlen stützen Nowitzkis Beschwerde

Denn die Thunder-Verteidigung gegen Nowitzki wurde von Mal zu Mal härter, die Anzahl seiner Freiwürfe sank jedoch stetig.

Bei seiner grandiosen 48-Punkte-Gala zum Auftakt (Bericht) bekam der All-Star noch 24 Freiwürfe, in der zweiten Partie (Bericht) waren es immerhin noch zehn. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Im ersten Auswärtsspiel der Serie wies er nur noch drei Freiwürfe auf, wobei einer davon für ein technisches Foul verhängt wurde.

Kein All-Star-Bonus

"Ich glaube, sie haben die Grenze des Erlaubten einige Male überschritten. Die Liga wird sich das anschauen", stellte sich Coach Carlisle vor seinen Topspieler.

Mit diesen Aussagen wollen die Mavericks wohl den Druck auf die Referees von Partie Nummer vier erhöhen und Nowitzki vor einer noch härteren Gangart Oklahomas schützen.

Objektiv betrachtet war von einem All-Star-Bonus für das Aushängeschild der Mavs zumindest im letzten Spiel nichts zu spüren.

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Chandler rehabilitiert

Das höchst umstrittene technische Foul gegen Tyson Chandler hat die NBA inzwischen zurückgenommen.

Der Center wurde nach einer Oscar-reifen Schauspieleinlage von James Harden bestraft, obwohl der Thunder-Guard mit Absicht gegen seinen Ellbogen gelaufen und wie eine Bahnschranke zu Boden gegangen war.

Die Liga kam zu dem Schluss, dass Chandler keine Unsportlichkeit begangen hat. Somit bleibt es für ihn in der K.o.-Runde bei drei technischen Fouls, nach dem Siebten gibt es eine Sperre für ein Spiel.

Auswärtsserie soll weitergehen

Der so wichtige Big Man kann also aggressiv in das siebte Playoff-Auswärtsspiel der Saison gehen.

Die Mavs gewannen ihre letzen vier Auftritte in der Fremde und könnten mit Nummer fünf bereits eine Vorentscheidung in der Serie herbeiführen.

"Mittlerweile spielen wir sehr gern in richtig feindlicher Atmosphäre. Die Zuschauer zum Schweigen zu bringen, macht viel Spaß", meinte Flügelspieler Shawn Marion.

Collison als Geheimwaffe

Mit dem 2:1 im Rücken geht es für Dallas vor allem darum, Nowitzki mehr zu unterstützen und in besseren Positionen in Ballbesitz zu bringen. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

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Zuletzt war vor allem Thunder-Ersatzmann Nick Collison dafür verantwortlich, dass der Deutsche nicht wie gewohnt zum Zug kam.

"Dirk ist der am schwersten zu bewachende Spieler der Liga, aber Nick kämpft bis zum Umfallen. Durch seine exzellente Fußarbeit verhindert er bereits viele Anspiele", lobte Oklahoma Citys Coach Scott Brooks seinen "Dirk-Stopper".

Butler gibt Update

Trotz des Sieges werden die Mavericks einige neue Varianten erproben, um Nowitzki wieder eine dominantere Vorstellung zu ermöglichen.

Rekonvaleszent Caron Butler wird dabei nicht helfen können. Der Small Forward kämpft nach seiner Operation an der Patellasehne im Januar, um ein Comeback in den Playoffs.

"Ich darf noch nicht am Training teilnehmen. Ich hoffe, die Freigabe kommt demnächst. Es gibt jedoch kein Datum oder einen Zeitplan", wollte Butler nach Spiel drei keine Prognose wagen.

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