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Dirk Nowitzki erzielte gegen Oklahoma City in vier Spielen über 33 Punkte im Schnitt © getty

Angeführt vom Würzburger dreht Dallas einen 15-Punkte-Rückstand in fünf Minuten und holt sich in der Overtime drei Matchbälle.

Von Rainer Nachtwey

München/Oklahoma City - 5:08 Minuten vor Schluss: Nick Collison greift sich Oklahoma Citys 19. Offensiv Rebound, passt raus auf Kevin Durant, der mit einem Dreier die Thunder die 99:84-Führung beschert.

Der dritte Sieg im vierten Spiel für die Dallas Mavericks scheint meilenweit weg zu sein.

Nur 10 Minuten Spielzeit später bejubeln die Mannen um Dirk Nowitzki jenen dritten Sieg.

Dank eines 17:2-Schlusspurts erzwangen die Mavericks die Verlängerung und setzten sich am Ende mit 112:105 (54:59, 101:101) durch (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Größte Aufholjagd der letzten 15 Jahre

Mit der Aufholjagd stellte Dallas eine Playoff-Bestmarke auf. Es war das erste Mal in den letzten 15 Spielzeiten, dass eine NBA-Mannschaft einen 15-Punkte-Rückstand in den letzten fünf Minuten noch aufholte und als Sieger den Platz verließ.

"Wenn du davon nicht überrascht bist, lügst du", meinte Center Brendan Haywood. "Bei 15 Punkten Rückstand und noch 5 Minuten zu spielen, denkst du vielleicht noch, dass hoffentlich irgendetwas passiert. Aber das ist mehr Wunschdenken."

Fallaway-Jumper über Collison

Garant für das scheinbar schon aussichtlose Unterfangen war wieder einmal der deutsche Superstar. Nowitzki erzielte bei der 15-Punkte-Aufholjagd 12 seiner insgesamt 40 Zähler. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Mit 9 Punkten in Serie, darunter einem sensationellen Sprungwurf im Zurückfallen über Gegenspieler Nick Collison hinweg, verkürzte er auf 98:101, und zwei verwandelte Freiwürfe des Würzburgers 6 Sekunden vor Ende bescherten den Mavs die Overtime.

Große Defizite bei den Rebounds

In der Zusatzschicht brachte er Dallas mit zwei weiteren Freiwürfen erstmals in der Partie in Führung und bereitete 40 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Dreier von Jason Kidd vor.

Nowitzki postete gegen Collison auf, passte auf den freistehenden Kidd, der den hinzueilenden Gegenspieler Russell Westbrook ins Leere laufen ließ und der Routinier versenkte den Ball im Korb.

"Wir haben weiter an uns geglaubt", sagte Nowitzki. "Am Schluss haben wir auch die Rebounds geholt. Das hat uns davor gekillt. Sie hatten immer wieder eine zweite Chance, aber in den letzten Minuten haben wir sie dann stoppen können."

[kaltura id="0_58gs6lqc" class="full_size" title="Dallas mit einem Bein im Finale"]

Terry glaubt an "entscheidenden Moment"

Wie Nowitzki bemerkte, offenbarten die Mavericks vor allem in der eigenen Verteidigung Defizite bei den Rebounds. 20 Abpraller gestatteten die Texaner den Thunder, die die Gastgeber zu 31 Punkten nutzten.

"Es gibt Zeiten und Situationen, in denen der Mut und die mentale Stärke eines Teams auf die Probe gestellt werden. Dies war ein solcher Moment", sagte Jason Terry, der gemeinsam mit Kidd 9 von Dallas' 11 Punkten in der Verlängerung erzielte. (STATISTIK: Die Tagesbesten)

"Das war ein entscheidender Moment, an den wir nach der Saison zurückdenken werden und sagen: "Hey, das war das Spiel.'"

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Niederlage schmerzt Thunder

Dabei schien es im ersten Viertel alles andere als ein erinnernswertes Spiel für die Mavs zu werden.

Zu überlegen wirkten die Gastgeber, die sich aber trotz der deutlichen Dominanz bei den Rebounds (12:4), der Wurfquote (57,7: 43,8), den genommenen Würfen (26:16) und den Blocks (3:0), nicht deutlicher als mit einer Neun-Punkte-Führung absetzten.

Nowitzkis erster Gala-Auftritt des Abends, als er in den zweiten 12 Minuten 16 Punkte erzielte, hielt die Mavericks im Spiel, ehe sie zu Beginn des Schlussabschnitts einbrachen und Oklahoma City auf 15 Punkte davonzog.

"Das ist ohne Frage eine harte Niederlage", meinte Thunder-Coach Scott Brooks. "Wenn so eine Niederlage nicht schmerzt, welche dann?"

Carlisle hält sich zurück

Ideale Voraussetzungen also für die Mavericks, um in Spiel 5 in der Nacht auf Donnerstag (ab 3 Uhr SPORT1+-LIVESTREAM) den Einzug in die NBA-Finals perfekt zu machen?

"Wir haben hart für die beiden Siege in Oklahoma gearbeitet, und deshalb garantiert uns das nichts für Spiel 5", warnt Coach Rick Carlisle vor Überheblichkeit. "Wir wissen das."

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