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Derrick Rose (r.) wurde 2008 an 1. Stelle von den Chicago Bulls gedraftet © getty

Miami fehlt nach dem Erfolg in Spiel vier nur noch ein Sieg zum Final-Einzug. Dort könnte es zu einer Wiederholung von 2006 kommen.

Von Rainer Nachtwey

München/Miami - Es läuft alles auf eine Wiederholung der NBA-Finals von 2006 hinaus: Einen Tag nach den Dallas Mavericks feierten auch die Miami Heat ihren dritten Sieg im vierten Spiel der Best-of-Seven-Serie der Conference Finals.

Gegen die Chicago Bulls setzte sich die Mannschaft um das Star-Trio LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh mit 101:93 (44:46, 85:85) nach Verlängerung durch und führt nun mit 3:1.

"Wir sind noch ein Spiel entfernt", mahnte jedoch King James sogleich nach der Partie. "Wir sehen das nicht als selbstverständlich an." (Alles Spiele der Playoffs im SPORT1+ LIVESTREAM)

Miami mit größerem Willen

Garant für den Erfolg der Heat war wieder das Top-Trio. James, Wade und Bosh erzielten alle 16 Punkte Miamis in der Verlängerung.

"Du hast gemerkt, dass keines der beiden Teams verlieren wollte. Bei beiden Teams hieß es kratzen, beißen, spucken. Am Ende hat der Wille entschieden", sagte Wade nach einer für ihn punktetechnisch enttäuschenden Partie.

Bulls-Coach lobt Heat

Nach acht Zählern in der ersten Hälfte blieb er in den zweiten 24 Minuten ohne jeden Korberfolg. In der Verlängerung war "Flash" dann wieder zur Stelle. Ein Sprungwurf von außen zum 91:88, ein Korbleger 60 Sekunden vor Schluss zum 95:89 und zwei verwandelte Freiwürfe zum 99:91 sorgten für die Vorentscheidung. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Am Ende standen 14 Punkte für Wade zu Buche. James kam auf 35 Zähler, Bosh steuerte 22 bei. Neben dem Top-Trio hatte auch Mike Miller großen Anteil am dritten Erfolg der Heat. Der Bankspieler erzielte 12 Zähler.

"Hey, sie sind ein großartiges Team. Sie spielen hart, mit viel Einsatz. Und sie verteidigen großartig. Und am Ende haben sie die entscheidenden Plays gemacht", sagte Chicagos Trainer Tom Thibodeau.

[kaltura id="0_r6dvmg9x" class="full_size" title="Miami geht in F hrung"]

James weiß um Schwächen

Die Partie war ein stetes Auf und Ab. Nach 0:4-Rückstand legten die Bulls einen 19:4-Lauf hin, gefolgt von einer 29:9 Serie der Heat. Zum Abschluss der Halbzeit erwiderten die Bulls mit einem 18:7-Lauf, um mit einer Zwei-Punkte-Führung in die Pause zu gehen.

"Wenn man ein Fan von Basketball an sich ist, war das ein herausragendes Spiel", meinte Wade zur Berg- und Talfahrt seiner Mannschaft.

"Wir wissen, dass wir in der Offensive über gewisse Abschnitte immer wieder Probleme haben", verriet James. "Aber wir erhalten uns die Sieg-Chancen durch unsere Verteidigung."

Rose vergibt möglichen Siegtreffer

Nachdem die Bulls den Schlussabschnitt mit einer Sechs-Punkte-Führung eröffnet hatten, ging Miami durch fünf Miller-Punkte und zwei von James wieder in Führung. Anschließend konnte sich keine Mannschaft mit mehr als zwei Zählern absetzen.

Chicago hatte in Derrick Rose seinen besten Scorer mit 23 Punkten, allerdings traf der Point Guard nur 8 seiner 27 Würfe und leistete sich 7 Turnover. Zudem setzte er die Chance zum Siegtreffer eine Sekunde vor Schluss daneben.

"Heute lag es definitiv an mir. Ich hatte die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden, aber habe es leider nicht geschafft. Ich werde von diesem Fehler lernen", sagte ein enttäuschter Rose.

Rose ist sich sicher: Heat sind schlagbar

Der MVP der regulären Saison hatte vor allem schwer zu kämpfen, sobald James gegen ihn spielte. "Es ist schon verdammt hart, wenn dich ein 2,03-Meter-Kerl verteidigt", sagte der 12 Zentimeter kleinere Rose.

"Jetzt heißt es für mich, die Leistung zu vergessen und nach vorne zu schauen", gibt sich Chicagos Starspieler kämpferisch und fügt hinzu. "Es ist noch nicht vorbei. Sie sind schlagbar."

Spoelstra spricht von "Blutbad"

Davon geht auch Heat-Coach Erik Spoelstra aus. "Diese Serie ist so kampfbetont und körperlich hart wie es nur geht. Ein absolutes Blutbad."

Das nächste "Blutbad" müssen die Bulls in der Nacht auf Freitag (ab 2.30 Uhr im SPORT1+ LIVESTREAM) unbedingt gewinnen, um weiter ihre Chancen auf den ersten Titel seit 1998 zu wahren.

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