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Dirk Nowitzki (r.) wurde 2007 als erster Europäer zum MVP gewählt © getty

Dirk Nowitzki sorgt auch in Spiel fünf gegen Oklahoma für dei Wende und krönt Dallas zum West-Meister. Der Thunder-Star baut ab.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Dirk Nowitzki steht nach 2006 zum zweiten Mal in den NBA-Finals und ist nur noch einen Schritt von seinem großen Traum entfernt.

Der deutsche Ausnahmespieler hat mit seinen Dallas Mavericks im fünften Halbfinale gegen die Oklahoma City Thunder durch das 100:96 (52:55) vor heimischer Kulisse den entscheidenden vierten Erfolg in der Best-of-Seven-Serie eingefahren.

Dabei gelang den Gastgebern wie zwei Tage zuvor eine atemberaubende Aufholjagd, die Nowitzki mit einem eiskalten Dreier zum 95:94 krönte. (Die Playoffs im SPORT1+ LIVESTREAM)

"Ich hatte einen freien Blick zum Korb, aber das Lob gebührt meinen Mitspielern, die vorher den Rebound erkämpften", so der 32-Jährige bei "espn".

Nowitzki zu Tränen gerührt

Nowitzki, der acht seiner 15 Würfe traf, zeigte mit 26 Punkten sowie neun Rebounds eine ausgezeichnete Leistung. Besonders in der Schlussphase war auf "Dirkules" einmal mehr Verlass.

Bei der Siegerehrung hob Hall-of-Famer Rick Barry den zu Tränen gerührten Würzburger heraus: "Er hat sein Spiel auf ein neues Niveau gehoben. "Seine Mitspieler feierten den Power Forward unterdessen mit MVP-Sprechchören.

Oklahoma City führte knapp sechs Minuten vor Schluss noch mit 90:83, ehe die Mavericks mit einem 15:4-Lauf das Blatt wendeten.

Thunder ohne Killerinstinkt

Teamkollege Shawn Marion (ebenfalls 26 Zähler) beendete den Zwischenspurt mit einem beeindruckenden Dunking aus einem Fast-Break heraus - trotz eines Fouls von NBA-Topscorer Kevin Durant.

"Sie haben uns den ganzen Abend beim Umschalten auf Angriff fertig gemacht, stöhnte Nowitzki. "Am Ende mussten wir sie stoppen, und mit etwas Glück hat das auch geklappt." (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

In der Tat zeigten die Thunder ein großes Kämpferherz und lagen dank ihres athletischen Spiels über nahezu die gesamte zweite Hälfte hinweg vorn.

Doch in der entscheidenden Phase fehlte der jungen Truppe von Coach Scott Brooks erneut der Killerinstinkt, um den Gegner endgültig auszuschalten.

[kaltura id="0_fyin9s44" class="full_size" title="Dallas in den NBA Finals"]

Erfahrung gibt Ausschlag

Die Mavs spielten dagegen ihre ganze Erfahrung aus und offenbarten zum wiederholten Mal in den Playoffs 2011 den unbändigen Willen, die vermeintlich letzte Titelchance zu nutzen.

Exemplarisch stand dafür die Szene vor Nowitzkis kaltblütigem Dreier. Der bisher beste Spieler der K.o.-Runde verfehlte zunächst einen Versuch von draußen, doch Center Tyson Chandler eroberte den Offensivrebound.

Über die Stationen Jason Kidd (zwei Punkte, sieben Rebounds, zehn Assists) und Marion kam der Ball zu dem frei stehenden Nowitzki zurück, der im zweiten Versuch versenkte.

Westbrook ragt heraus

Bereits Spiel vier (Bericht) hatte Dallas mit einem furiosen Comeback in den Schlussminuten noch rumgerissen und in der Verlängerung gewonnen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Diesmal ging es nicht ganz so dramatisch zu, aber Oklahomas Spieler und Verantwortliche dürften im Urlaub noch lange über ihre verpassten Chancen grübeln.

Bester Thunder Akteur war Aufbauspieler Russell Westbrook. Ihm gelangen 31 Zähler, acht Rebounds und fünf Vorlagen. James Harden steuerte von der Bank kommend 23 Punkte bei.

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Durant baut ab

Durant (auch 23 Punkte) kam dagegen nach seinem starken ersten Viertel - zwölf Zähler - nicht mehr wie gewohnt zum Zug.

Der gesamte Rest des Teams lieferte jedoch insgesamt lediglich 19 Punkte und konnte die großen Drei speziell in den letzten Minuten nicht ausreichend unterstützen.

Fans euphorisch

Die Mavericks konnten - trotz ihres zehnten Sieges aus den vergangenen elf Spielen - wieder nur phasenweise überzeugen.

Neben Nowitzki und Marion lieferte einzig J.J. Barea (14 Zähler, fünf Assists, keine Ballverluste) eine gute Vorstellung ab.

Danach fragte kruz nach der Schlusssirene allerdings keiner der 21.092 Fans, die sich bereits mit "Beat the Heat"-Rufen auf den potenziellen Finalgegner einstimmten.

Traumfinale winkt

Das Starensemble um LeBron James führt im Finale der Eastern Conference gegen die Chicago Bulls mit 3:1 und benötigt noch einen Erfolg, um das Traumfinale perfekt zu machen.

Für Mark Cuban und sein Team wäre es die Gelegenheit für die bittere 2:4-Niederlage in den Finals 2006 Rache zu nehmen. Barry nannte den titelhungrigen Mavs-Besitzer Mark Cuban "den gefährlichsten Hai auf dem Trockenen ".

Entsprechend angriffslustig brachte der Besitzer die Stimmung im American Airlines dann auch zum Kochen: "Ich kann nur sagen, wir sind noch nicht fertig."

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