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In der K.o.-Runde läuft "Dirkules" ohnehin immer zu großer Form auf. Er ist einer von nur vier Spielern mit einem Karriere-Schnitt von über 25 Punkten und zehn Rebounds pro Playoff-Spiel
Dirk Nowitzki ist der einzige Maverick, der je in ein All-NBA Team gewählt wurde © getty

Der deutsche Superstar ist nach dem Finaleinzug gegen Oklahoma nicht in Party-Laune. Den Crunch-Time-König plagt ein Stachel.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Über das große Lob von NBA-Legende Rick Barry freute sich Dirk Nowitzki dann doch, ja er war sogar den Tränen nahe.

Nach dem 100:96 seiner Dallas Mavericks gegen die Oklahoma City Thunder (Bericht) in Spiel fünf der Conference-Finals adelte ihn der Hall-of-Famer: "Er hat sein Spiel auf ein neues Niveau gehoben."

Den mehr erkämpften denn erspielten Erfolg, der das Team zum zweiten Mal in der Klubgeschichte in die NBA-Finals brachte, wollte "Dirkules" dagegen nicht feiern. (Die Playoffs im SPORT1+ LIVESTREAM)

"Dieses ganze Feier-Zeug - das ist nicht, wofür wir gearbeitet haben. Im Oktober haben wir uns ein anderes Ziel gesetzt", sagte der frühere MVP im Anschluss in der Kabine.

"Habe schon an die Finals gedacht"

Nach seiner jüngsten Heldentat in der Endphase eines Playoff-Spiels ließ Nowitzki keinen Zweifel daran, was in ihm vorging, als er die Trophäe für den Meister des Westens entgegennahm.

"So eine haben wir schon gewonnen. Das ist für einen Tag ganz nett, aber ich habe schon an die Finals gedacht", so der 32-Jährige. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Der Stachel der bitteren Niederlage aus den Endspielen 2006 gegen Miami sitzt noch immer extrem tief und treibt speziell Nowitzki in den Playoffs 2011 regelmäßig zu Höchstleistungen.

Dreier nimmt Thunder den Willen

Diesmal markierte "Dirkules" neun seiner insgesamt 26 Punkte im Schlussabschnitt. 73 Sekunden vor dem Ende schien aber vor allem sein Dreier zum 95:94 den Thunder ihren Siegeswillen zu nehmen.

Nach einem seiner wenigen Fehlerwürfe, schafften sie es nicht, den Rebound zu kontrollieren und gaben dem Deutschen eine zweite Chance, die er sich nicht entgehen ließ.

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"Ich gewöhne mich langsam an seine Heldentaten am Ende der Spiele. Das macht einen Superstar aus. Er sucht diese Momente", schwärmte Center Tyson Chandler.

Nowitzki als Crunch-Time-König

Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel noch völlig offen, dennoch schien nach diesem Treffer ins Thunder-Herz ein Sieg der Gäste ausgeschlossen.

Nowitzki markierte in den fünf letzten Vierteln der Serie im Schnitt 11,8 Punkte. In den Conference-Finals der letzten zehn Jahre wies nur Amare Stoudemire eine höhere Ausbeute auf. Der Power Forward erzielte 2005 für Phoenix gegen San Antonio 13,6 Zähler.

Seine pure Präsenz strahlt unglaubliche Ruhe und Selbstvertrauen auf die Kollegen aus. In der K.o.-Runde hat sich Nowitzki nach den Duellen mit Kobe Bryant oder Kevin Durant zum unumstrittenen Crunch-Time-König der NBA gemausert.

LeBron und Co. im Traumfinale?

Das Schicksal will es offenbar so, dass erneut die Miami Heat zwischen dem deutschen Ausnahmekönner und seinem ersehnten Titel stehen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Dem Starensemble um LeBron James fehlt noch ein Sieg (ab 2.30 Uhr im SPORT1+ LIVESTREAM), um das Traumfinale perfekt zu machen.

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Auch wenn mit Nowitzki, Jason Terry, Dwyane Wade und Udonis Haslem nur noch eine Handvoll Spieler von 2006 übrig geblieben sind, hätte die Revanche einen besonderen Reiz.

"Es hängt wie ein Schatten über diesem Klub. Dirk, Mark Cuban, Darrell Armstrong (Assistenztrainer der Mavericks, Anm. die Red.) und ich schlafen jede Nacht mit diesem Einbruch", bestätigte Terry.

Tattoo bringt Glück

Bis jene Schmach - die Mavs verloren nach 2:0-Vorsprung noch 2:4 - endlich ausgemerzt ist, wird dieser Mavs-Kern keine Ruhe geben.

Direkt nach dem Spiel nannte Barry den aufgedrehten Cuban "den gefährlichsten Hai auf dem Trockenen", der daraufhin klarstellte, dass "wir noch nicht fertig sind".

Terry ließ sich im Oktober sogar ein Tattoo mit der Meister-Trophäe stechen und motivierte damit die gesamte Mannschaft.

"Als sie es gesehen haben, war das Gelächter groß. Von da an haben wir aber ernsthaft darüber gesprochen, heute in dieser Position zu sein. Jetzt müssen wir den Job zu Ende bringen", meinte der "Jet".

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