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LeBron James war vor der Saison der erste MVP seit 1982, der das Team wechselte © getty

Miami fehlt im Ost-Finale gegen Chicago noch ein Sieg, um das Traumfinale perfekt zu machen. "LBJ" genießt seinen Spezialauftrag.

Von Eric Böhm

München/Chicago - So oder so ähnlich hatte sich LeBron James das vorgestellt, als er mit "The Decision" ganz Cleveland und mindestens die halbe Basketball-Welt gegen sich aufbrachte und nach Miami wechselte.

Der zweimalige MVP betonte immer wieder, dass ihn vor allem der Hunger nach einem NBA-Titel zu den Heat verschlug. (Alle Spiele der Playoffs im SPORT1+ LIVESTREAM)

Dafür ertrugen er und seine prominenten Mitstreiter während der anfänglichen Krise nach jeder Niederlage Hohn und Spott. Jetzt lachen freilich nur noch "Miami Thrice".

Mit einem Sieg in Spiel fünf der Conference-Finals bei den Chicago Bulls (ab 2.30 Uhr im SPORT1+ LIVESTREAM) würden sie das Traumfinale gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks komplettieren.

James meldet Nachfolger ab

"King James" wies spätestens bei dem 101:93-Heimerfolg (Bericht) in der vergangenen Partie seine außergewöhnliche Klasse nach.

Neben herausragenden 35 Punkten schaffte er auch etwas, das in der gesamten Saison nur ganz wenigen Teams gelang.

Er schaltete Derrick Rose aus. Sein Nachfolger als wertvollster Spieler verfehlte im direkten Duell mit James zehn seiner letzten elf Würfe und konnte auch seine Schnelligkeit kaum ausspielen.

Wade ist begeistert

LeBrons Teamkollege Dwyane Wade ging beim "Miami Herald" sogar noch einen Schritt weiter: "Das ist der beste LeBron aller Zeiten. Er spielt 45 Minuten lang mit vollem Einsatz, intelligent und effektiv."

Der Spezialauftrag den hochtalentierten Rose abzumelden, scheint James besonders zu motivieren. Außerdem glänzt er als Power Forward und liefert die meisten Vorlagen seines Teams. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Es ist unglaublich frustrierend, wenn dich ein Spieler dieser Größe scheinbar mühelos verteidigen kann", stöhnte D-Rose.

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Bulls fehlen die Mittel

Die extrem starke Abwehrarbeit des gesamten Heat-Teams in den Playoffs ist offenbar ebenfalls ein Verdienst des Führungsspielers.

"Er und D-Wade sind voll auf ihre Verteidigung fokussiert. Das überträgt sich auf die anderen Spieler. Jetzt haben alle diesen Defensiv-Hunger. Ich hätte mir das in dieser Form nicht vorstellen können", sagte Chris Bosh.

Leidtragender sind jetzt die Bulls, die als bestes Team der regulären Saison in das Halbfinale gingen. Vorher bissen sich bereits Philly und die selbst nicht gerade als soft geltenden Boston Celtics ihre Zähne aus.

Rose bleibt positiv

In den letzten zwölf Vierteln der Serie sammelte Chicago nur zweimal mehr als 25 Zähler.

In den letzten drei Schlussabschnitten - inklusive der Verlängerung von Spiel vier - trafen sie nur knapp über 31 Prozent ihre Versuche aus dem Feld und leisteten sich 15 Ballverluste.

"Wir haben immer noch eine Chance. Zu Hause können wir sie schlagen. Wir müssen positiv bleiben", versuchte Rose seine Mannschaft zu motivieren.

Es fehlt jedoch der Glaube, dass die immer noch recht jungen Bulls gegen dieses zusammengewachsene Heat-Ensemble drei Partien hintereinander gewinnen können.

Heat-Bank überzeugt

Denn auch die Bank - der angebliche Schwachpunkt Miamis - trumpft richtig stark auf. Zuletzt holten sie mehr Punkte (23:18) und Rebounds (18:5) als Chicagos Reservisten.

War es zuvor Udonis Haslem - 13 Zähler in Spiel zwei (Bericht) - zeigte im vierten Duell Mike Miller (zwölf Punkte, neun Rebounds), der alte Klasse zeigte.

Dabei hat der Scharfschütze momentan eigentlich ganz andere Sorgen als Basketball.

Miller trotz Sorgen dabei

Seine am letzten Donnerstag geborene Tochter befindet sich nach Komplikationen bei der Geburt nach wie vor im Krankenhaus.

Miller reiste trotzdem mit nach Chicago und wird spielen. Coach Erik Spoelstra hatte ihm freigestellt, bei seiner Familie zu bleiben.

"Es ist nicht leicht, aber wir werden das durch stehen. Ich wollte trotzdem unbedingt spielen. Das Team ist wie eine Familie für mich", so Miller.

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