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LeBron James (r.) nahm bisher in jedem Jahr seiner Karriere am All-Star Game teil © getty

"Miami Thrice" schlagen Chicago mit 4:1 und stürmen ins Finale gegen Nowitzkis Mavericks. Ein furioser Endspurt wendet das Blatt.

Von Eric Böhm

München/Chicago - Die Miami Heat haben in den NBA-Playoffs das Traumfinale gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks komplettiert.

Das Starensemble gewann bei den Chicago Bulls 83:80 (38:45) und schaltete das beste Team der regulären Saison in der Best-of-Seven-Serie mit 4:1 aus. (Alle Spiele der Playoffs im SPORT1+ LIVESTREAM)

Ein sensationeller Schlussspurt von LeBron James und Dwyane Wade stellte die Partie auf den Kopf und ermöglicht Nowitzki die Chance zur Revanche für die Finalpleite von 2006.

"Wir nehmen die Meisterschaft der Eastern Conference nicht auf die leichte Schulter, aber es liegt noch Arbeit vor uns. Wir sind bereit für Dallas", sagte James.

Wade und Haslem letzte Überlebende

Für beide Klubs ist es die zweite Finalteilnahme und gleichzeitig ein Wiedersehen. Damals führten die Mavericks 2:0, erlitten jedoch den größten Einbruch der Final-Geschichte und mussten sich mit 2:4 geschlagen geben.

Wade und Udonis Haslem sind die einzig verbliebenen Heat-Akteure, die vor fünf Jahren den Titel feiern konnten. Bei Dallas sind Nowitzki und Jason Terry die letzen Überlebenden.

Diesmal haben jedoch die Heat Heimvorteil und bestreiten das erste Finale in der Nacht auf Mittwoch (ab 3 Uhr im SPORT1+ LIVESTREAM) vor heimischer Kulisse.

Bulls verspielen Führung

Nach einem holprigen Saisonstart raufte sich der Topfavorit zusammen und kam zum Ende der regulären Saison in Form. Diesen Schwung nahmen "Miami Thrice" in die Playoffs mit.

Das letztlich entscheidende Spiel gegen die Bulls spiegelte den Saisonverlauf wieder, denn über weite Strecken lief es überhaupt nicht rund. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Drei Minuten vor Schluss führte Chicago noch 77:65 und schien auf dem besten Weg, eine sechste Partie in Miami zu erzwingen.

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James und Wade mit Endspurt

Doch die Gäste aus Florida wendeten das Blatt mit einem furiosen 18:3-Endspurt. Dabei gingen allein 16 Zähler auf das Konto von James und Wade (insgesamt 21 Punkte).

"Wir hatten in dieser Saison mit vielen Problemen zu kämpfen. Die Pleiten waren sehr schmerzhaft, aber wir mussten gemeinsam durch dieses Feuer gehen. Es hat uns stark gemacht", bilanzierte Coach Erik Spoelstra.

Speziell James zeigte mit 28 Zählern, elf Rebounds sowie sechs Assists eine herausragende Leistung.

D-Wade überrascht

Nach ihrem vierten Sieg in Folge gegen Chicago konnten sich nicht einmal die Heat ihren Ausbruch erklären.

"Ich werde nicht lügen. Wir wissen selbst nicht, wo das herkam", meinte D-Wade, der über drei Viertel schwach spielte und zwischenzeitlich an der Schulter behandelt wurde.

Power Forward Chris Bosh steuerte 20 Zähler, zehn Rebounds und vier Blocks bei.

"Ich verstehe, dass mein Wechsel viel Wirbel ausgelöst hat, aber heute zeigt sich, es war die richtige Entscheidung", freute sich "King James".

D-Rose agiert unglücklich

Sein junger MVP-Nachfolger Derrick Rose (25 Punkte, acht Assists) war zwar erneut Chicagos auffälligster Spieler, agierte jedoch in der Schlussphase sehr unglücklich.

D-Rose ermöglichte Wade ein Vier-Punkte-Spiel, verfehlte 26 Sekunden vor dem Ende einen Freiwurf, der das 81:81 bedeutet hätte, und wurde bei seinem letzten Ausgleichsversuch von James geblockt.

"Am Ende geht unser Ausscheiden auf meine Kappe: Ballverluste, vergebene Würfe und Fouls. Die Serie ist vorbei", stöhnte der Spielmacher, der 20 seiner 29 Versuche aus dem Feld nicht verwertete.

Thibodeau hofft auf Lerneffekt

Das klare Aus am mit Abstand besten Spieler der Bulls festzumachen, wäre allerdings der völlig falsche Ansatz.

Über die gesamte Serie unterstützte ihn im Angriff einzig Luol Deng (18 Zähler in Spiel fünf). Carlos Boozer, Joakim Noah oder auch Scharfschütze Kyle Korver lieferten allesamt meist enttäuschende Vorstellungen ab.

Chicagos Trainer Tom Thibodeau hatte eine andere Erklärung parat: "Erfahrung hilft. Wir konnten auch heute eine Führung nicht über die Zeit bringen. Aus dieser Serie müssen wir lernen."

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