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Dirk Nowitzki wurde 1998 von den Milwaukee Bucks an Nummer neun gedraftet © getty

Dallas' deutscher Star hat mit Finalgegner Miami eine Rechnung offen. Ein Filmstar ist begeistert. Die Butler-Saga geht weiter.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Es ist nicht bekannt, wie viele schlaflose Nächte die berüchtigten Finalspiele des Sommers 2006 Dirk Nowitzki in den letzten fünf Jahren gemacht haben.

Wer den Ausnahmespieler der Dallas Mavericks in den NBA-Playoffs 2011 beobachtet, fragt sich ernsthaft, ob er seitdem überhaupt ein Auge zugemacht hat. (Alle Playoff-Spiele im SPORT1+ LIVESTREAM)

Nowitzki kämpft mit aller Macht gegen den Makel des titellosen Stars. Das Schicksal eröffnet ihm nun die Chance gegen Miami - den gleichen Gegner wie 2006 - die bittere 2:4-Niderlage auszumerzen.

"Es ist schon eine lange Zeit. Nach der Pleite damals, gewannen wir im folgenden Jahr 67 Spiele, schieden aber in der ersten Playoff-Runde aus. Jetzt sind wir zurück", betont der MVP von 2007.

Nowitzki will Rechnung begleichen

Portland, die Lakers und zuletzt Oklahoma City bekamen Nowitzkis unbändigen Willen bereits zu spüren.

Immer wenn es eng wurde, erlaubte er es seinem Team nicht, einzubrechen oder aufzugeben. Reihenweise herausragende letzte Viertel waren die Folge.

Jetzt geht es also wieder gegen die Heat. Aufgrund der Vergangenheit, ist es für den 32-Jährigen ein besonderes Duell. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

"Seitdem haben wir es vergeblich versucht, an diesen Punkt zurückzukommen. Jetzt wollen wir den Job gegen die Heat unbedingt beenden", bestätigt Nowitzki seine Revanchegelüste.

"Größe ist unzweifelhaft"

Ähnlich wie heuer spielte "Dirkules" auch 2006 im Vorfeld der Endspiele eine großartige K.o.-Runde - erinnert sei nur an seine 50-Punkte-Gala im Halbfinale gegen Phoenix.

Der Einbruch von Spiel drei in Miami - mit einer 2:0-Führung im Rücken - und sein verkorkster Auftritt in Partie Nummer vier (er verfehlte zwölf seiner 14 Würfe) brockten ihm jedoch für die nächsten Jahre den Ruf eines Final-Versagers ein.

"Ich glaube, diese Einschätzung war schon immer unfair. Seine Größe ist unzweifelhaft. Dirk fehlt nur der Titel, den werden wir ihm beschaffen", so Jason Terry, der als einziger Maverick vor fünf Jahren ebenfalls mit von der Partie war.

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Lob von Nicholson

In der Tat scheinen viele Fans und Beobachter vor allem Everybody's Darling Nowitzki die langersehnte Meisterschaft zu gönnen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wir sind alle ein bisschen Nowitzki. Ich freue mich sehr, denn was er zuletzt geleistet hat, nötigt den allergrößten Respekt ab", schwärmt Bundestrainer Dirk Bauermann.

Hollywood-Legende Jack Nicholson verzieh ihm sogar den 4:0-Sweep gegen seine geliebten Lakers: "Der Typ hat mir die Saison verhagelt, aber er ist einer der anständigsten Typen, die ich jemals kennengelernt habe."

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Carlisle vergleicht ihn mit Bird

Coach Rick Carlisle vergleicht seinen Schlüsselspieler sogar mit Larry Bird: "Er ist genauso großartig. Der einzige Unterschied ist, Larry hatte drei oder vier Hall-of-Famer um sich herum."

Carlisle weiß wovon er spricht, er gewann mit Bird und den Boston Celtics 1986 den NBA-Titel.

In den Halbfinals brillierte Nowitzki mit mehr als 32 Punkten pro Partie, gegen LeBron James und Co. muss er mindestens auf diesem Niveau weiter spielen, um die Meisterschaft nach Texas zu holen.

"Er spielt auf einem Level, wo es aus meiner Sicht keine Steigerung mehr gibt. Vielleicht überrascht er uns alle wieder und legt nochmal zu", fehlen Bauermann mittlerweile fast die Worte.

Butler-Saga geht weiter

Vielleicht bekommt der 127-malige Nationalspieler aber auch noch unverhoffte Verstärkung.

Denn in der unendlichen Comeback-Geschichte um Caron Butler schürte Carlisle nun wieder Hoffnung für den Flügelspieler.

"Es ist unwahrscheinlich, aber ich schließe nicht aus, dass er zum Einsatz kommt", so der Mavericks-Trainer.

Butler wurde im Januar am rechten Knie operiert und arbeitet seitdem fieberhaft an einer Rückkehr.

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