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LeBron James stand bisher nur 2007 mit den Cleveland Cavaliers im Finale © getty

Die Heul-Affäre gibt Miami den Kick für eine überragende Erfolgsserie. Im Finale soll Dallas den neuen Stil zu spüren bekommen.

Von Eric Böhm

München - Die Geburtsstunde von "Miami Thrice" mag vielleicht der große Tag im Juni 2010 gewesen sein, als LeBron James seine Wechselentscheidung zelebrierte. (Die Finals im SPORT1+ LIVESTREAM)

Der 6. März 2011 hat jedoch mindestens eine ebenso große Bedeutung für die Miami Heat. An diesem Tag brachte Coach Erik Spoelstra mit einer unbedarften Bemerkung die "Crygate"-Affäre ins Rollen.

Nach einer Heimniederlage gegen die Chicago Bulls (Bericht) wollte Spoelstra seine Spieler schützen: "Das ist für uns sehr schmerzhaft. Einige Jungs sitzen jetzt in der Kabine und weinen."

Hohn und Spott für die Glitzertruppe folgten, doch diese Erfahrung schweißte die Spieler zusammen und trug sie ins Finale der NBA-Playoffs.

James lobt Zusammenhalt

In der Nacht auf Mittwoch (ab 3 Uhr SPORT1+ LIVESTREAM) eröffnen LeBron James und Co. die Endspielserie gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks.

Der Superstar hält "Crygate" im Nachhinein für extrem wichtig: "Diese ganze Geschichte hat unseren Zusammenhalt gestärkt. Wir haben uns gegenseitig gestützt. Von da an lief es."

Danach gewann Miami 15 der letzten 19 Saisonspiele und pflügte mit drei 4:1-Erfolgen durch die Playoffs der Eastern Conference.

Einstellung verändert

Die Änderungen in der ersten Fünf - Mike Bibby für Mario Chalmers, Zydrunas Ilgauskas oder Joel Anthony als Starting Center - spielten dabei eine eher kleine Rolle.

Vielmehr hat sich die Einstellung im Team stark verändert. James und Dwyane Wade versuchen Chris Bosh und den Rest des Teams mehr ins Spiel einzubeziehen.

"Ich habe vielleicht vorher zu viel im Alleingang versucht und schwierige Würfe erzwungen. Das muss ich mir ankreiden. Jetzt hat jeder seine Rolle im Team gefunden und das gegenseitige Vertrauen ist da", erklärte "LBJ" den Umschwung.

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Bosh trumpft auf

Vor allem Bosh tritt nach seiner lautstarken Kritik nach jener bitteren Pleite gegen Chicago deutlich dominanter auf.

In den Conference-Finals gegen die Bulls sammelte er im Schnitt 21 Zähler und degradierte Olympiasieger Carlos Boozer zum Statisten.

"Chris ist für uns unglaublich wichtig. Wenn er aggressiv ist, kannst du ihn nur schwer stoppen. Mittlerweile passt unsere Abstimmung", lobte Wade seinen Big Man.

Heat ziehen Lehren

Noch auffälliger ist freilich Miamis neue Qualität in der Defensive. Chicago kaufte ihnen während der Saison mit harter Arbeit den Schneid ab und gewann alle drei Spiele.

Daraus zog Miami offenbar Lehren. In den Playoffs kam kein Kontrahent über 100 Punkte. Außerdem gingen "Miami Thrice" entgegen ihres Rufes als Offensivkünstler deutlich härter zur Sache.

"Chicago und Boston haben uns inspiriert, physisch besser dagegenzuhalten. Das hat sicher zu unserem Erfolg beigetragen", meinte Bosh.

Haslem mit perfektem Timing

Mit Rückkehrer Udonis Haslem und Mike Miller gibt es plötzlich auch mehr Alternativen von der Bank.

Power Forward Haslem hätte sich keinen besseren Zeitpunkt für sein Comeback nach der langwierigen Fußverletzung aussuchen können, denn gegen Nowitzki werden die Heat jeden zusätzlichen Verteidiger brauchen können.

Aus der Ansammlung von drei Superstars mit mehr oder weniger großen Egos und einigen routinierten Nebendarstellern ist ein Team gewachsen, dass in der K.o.-Runde scheinbar zu jedem Zeitpunkt zulegen konnte.

Sollten sie tatsächlich den vor der Saison fast schon erwarteten Titel holen, hätten die Bulls mit ihrem Sieg im März einen nicht zu unterschätzenden Anteil.

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