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Jason Kidd (M.) wurde 1995 gemeinsam mit Grant Hill zum Rookie des Jahres gewählt © getty

Die Mavericks wollen in den Finals gegen Miami den Spieß umdrehen. Die Parallelen sind auffällig. D-Wade lobt seinen Mentor.

Von Eric Böhm

München - Die bittere 2:4-Schlappe der Dallas Mavericks in den NBA-Finals 2006 hatte viele Gründe. (Alle Playoff-Spiele im SPORT1+ LIVESTREAM)

Als sich Zorn und Fassungslosigkeit über den eigenen Einbruch und die Leistung der Schiedsrichter ein wenig gelegt hatte, wurde klar, dass die große Erfahrung der Miami Heat von 2006 eine wichtige Rolle gespielt hatte.

"Für die Mavs und mich war es wohl die bitterste Stunde. Nach einem 2:0-Vorsprung kein Spiel mehr zu gewinnen war hart. Aber sie sind mit ihren abgezockten Spielern nie in Panik geraten und kamen zurück", sagt Nowitzki rückblickend.

Rollen vertauscht

Wenn in der Nacht auf Mittwoch (ab 3 Uhr SPORT1+ LIVESTREAM) die Endspielserie 2011 angepfiffen wird, hat sich die Situation umgekehrt.

Denn die Parallelen zwischen Miamis Team von damals und den aktuellen Mavericks sind frappierend.

Das Nowitzki-Team ist mit vielen titelhungrigen Routiniers gespickt und geht als Außenseiter ohne Heimvorteil in die Finals.

Erfahrener Kern

Der Würzburger (32 Jahre alt), Jason Kidd (38), Jason Terry (33), Shawn Marion (33) und Peja Stojakovic (33) bilden den Kern der Mannschaft. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Die Veteranen geben die Richtung vor und bewiesen speziell in der K.o.-Runde ein ums andere Mal ihre Coolness.

"Gegen die Heat zu spielen, war in den letzten fünf Jahren immer etwas Besonderes für uns. Heute ist die Situation völlig anders. Wir lassen uns nicht mehr so leicht aus der Bahn werfen", betont Terry.

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2006 galten Mavs als Favorit

Vor fünf Jahren gingen die Mavs dank ihrer starken regulären Saison (60 Siege - 22 Niederlagen) und des Playoff-Coups gegen die topgesetzten San Antonio Spurs als Favorit in das Duell mit Miami.

Nowitzki - unter anderem markierte er im fünften Halbfinale gegen Phoenix 50 Punkte - hatte sich als Superstar etabliert. Mit Terry - damals noch Point Guard - sowie Josh Howard gab es reichlich explosive Unterstützung.

Trotzdem hatte die Truppe in den Jahren zuvor nur einmal die zweite Runde überstanden. Coach Avery Johnson beendete gerade seine erste volle Spielzeit als Coach.

Armstrong erinnert sich

Der einzig wirklich erfahrene Akteur war Jerry Stackhouse. Der Sixth Man, den Michael Jordan in seiner Zeit als Wizards-Boss einst im Tausch für Richard Hamilton verpflichtete, war 2006 schon 31 - zu Beginn der aktuellen Saison absolvierte er noch sieben Spiele für die Heat.

"Uns fehlten sechseinhalb Minuten zur 3:0-Führung. Eigentlich war das unser Jahr. Von diesem Rückschlag haben wir uns nicht erholt", so Darrell Armstrong bei den "Dallas Morning News".

Der heutige Mavs-Assistenztrainer erinnert sich noch genau, obwohl er nur im Aufgebot stand und nicht zum Einsatz kam.

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Wade profitiert von Routiniers

Der Rest der Geschichte ist bekannt. Dwyane Wade spielte eine überragende Serie und wurde folgerichtig zum MVP gewählt.

Allerdings waren es die alten Recken Shaquille O'Neal, Gary Payton und Alonzo Mourning, die den Laden mit ihrer reichhaltigen Finals-Erfahrung zusammenhielten.

"Ich habe gerade von Gary sehr viel gelernt. In der Endphase der Spiele verlor er nie die Fassung", meint D-Wade heute.

Parallelen auffällig

Dabei waren die routinierten Underdogs aus Florida - abgesehen von Shaq - in ihren langen Karrieren vergeblich einem Titel hinterhergelaufen.

Nicht zuletzt dieser Makel hatte Payton, Mourning oder James Posey dazu bewogen, die Rolle eines Backups zu übernehmen.

Der Erfolg gab ihnen letztendlich recht. Auf diesen Effekt setzen heuer die Mavericks.

Marion hofft auf Historie

Denn auch in Dallas haben sich große Namen - wie Marion - mit weniger Spielzeit und schlechteren Statistiken arrangiert, um eine Meisterschaft zu feiern. Gegen LeBron James un Co. gelten diesmal jedoch die Texaner als Außenseiter.

"Wir haben einige Spieler, die viele Opfer gebracht haben, um so weit zu kommen. Jetzt fehlen uns noch vier Siege", hofft "Matrix" auf eine Wiederholung der Geschichte in vertauschten Rollen.

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