vergrößernverkleinern
Jason Terry wurde 2009 zum besten sechsten Mann der NBA gewählt © getty

Dallas' Jason Terry brennt vor dem Duell mit Miami auf Revanche für seine Horror-Sequenz. Nowitzkis Groll verraucht nur langsam.

Von Eric Böhm

München - Der 13. Juni 2006 ist höchstwahrscheinlich als schwarzer Dienstag in die Geschichte der Dallas Mavericks eingegangen.

An jenem heißen Sommerabend stand das Team um den deutschen Superstar Dirk Nowitzki kurz vor einer vorentscheidenden 3:0-Führung in den NBA-Finals gegen die Miami Heat.

Für Jason Terry ist diese Erinnerung besonders bitter, denn er erlebte die schlimmsten 16 Sekunden seiner Karriere. (Die Finals LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Die letzten sieben Minuten insgesamt waren grauenvoll. Aber einige Szenen bleiben natürlich besonders haften. Die wirst du nicht los", sagte Terry.

Unfassbarer Pass leitet Kollaps ein

Dallas hatte sechseinhalb Minuten vor Schluss noch mit 86:73 geführt, ehe Dwyane Wade Miami mit unwiderstehlichen Drives immer näher brachte.

Mit noch 65 Sekunden auf der Uhr lagen die Mavs immer noch mit einem Punkt vorn. Dann nahm jedoch das Unheil seinen Lauf.

Terry versuchte den vermutlich vorhersehbarsten Pass der Finals-Geschichte auf Nowitzki und leitete damit den Kollaps ein.

Nowitzki kocht

Udonis Haslem fing den Ball ab, wurde auf dem Weg zum Korb von "Jet" gefoult und verwandelte beide Freiwürfe zur erstmaligen Führung der Gastgeber.

Nur wenige Momente später verfehlte er auch noch völlig freistehend die erneute Führung. Vor allem Dirk Nowitzki trieb diese Sequenz zur Weißglut.

Der sonst so ruhige Würzburger ließ sich nur schwer wieder beruhigen. Vielleicht verfehlte er auch deshalb drei Sekunden vor dem Ende den Freiwurf zum 97:97-Ausgleich.

[kaltura id="0_arwbryxt" class="full_size" title="Showdown kann beginnen"]

"Extrem bitter"

"Wir waren uns vielleicht schon zu sicher. Die letzte Konsequenz hat bei uns allen gefehlt. Es gab nie Schuldzuweisungen an einzelne Spieler", meinte Nowitzki später. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Von diesem unglaublichen Einbruch erholte sich das damals noch recht junge Mavs-Team nicht mehr. Miami gewann die folgenden drei Spiele und krönte sich zum Meister.

"Das war extrem bitter. Als wir deutlich führten, gingen viele Leute bereits nach Hause. Wir hätten uns nie träumen lassen, dass dieses Spiel die gesamte Serie kippen würde", erinnerte sich der damalige Coach Avery Johnson bei "espn".

"Haben uns Titel gestohlen"

Die unsäglich vorschnelle Planung einer Titelparade nach den ersten beiden Siegen in Dallas brachte den Heat sicher zusätzliche Motivation.

Trotzdem war auch für Terry die eigene Schwäche der Mavericks ausschlaggebend: "Ich finde auch heute noch, dass sie uns den Titel gestohlen haben. Wir waren das bessere Team, aber unsere Fehler brachten die Entscheidung."

Nach fünf langen Jahren winkt speziell ihm die Gelegenheit sich für seine persönliche Horror-Sequenz zu rehabilitieren.

Terry brennt auf Revanche

Inzwischen hat sich Terry vom Spielmacher zu einem der besten sechsten Männer der NBA entwickelt und brennt auf seine Chance.

In der Neuauflage der Endspielserie (Spiel eins, Mi., ab 3 Uhr im SPORT1+ LIVESTREAM) wird es nicht zuletzt auf seine Scorer-Qualitäten ankommen, wenn es mit fünfjähriger Verspätung zum großen Wurf reichen soll.

Immerhin ist er mit 17,3 Punkten pro Partie hinter Nowitzki zweitbester Schütze der Mavericks. Mit seiner Quote von jenseits der Dreierlinie (über 46 Prozent) steht der Guard zudem unter den besten 20 Scharfschützen der Playoffs.

"Die viele Kritik der letzten Jahre war unser Antrieb. Es geht darum, endlich den Titel zu holen, dass uns wieder Miami im Weg steht, macht es umso interessanter. Eine alte Rechnung ist schließlich noch offen", so der inzwischen 33-Jährige.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel