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Jason Kidd verlor 2003 mit den Nets in den Finals gegen San Antonio 2:4 © getty

Nicht nur Nowitzki und Terry erlebten mit den Mavericks ein Playoff-Trauma. Doch genau diese Motivation treibt die Texaner an.

Von Eric Böhm

München - Für Dirk Nowitzki und Jason Terry wird der Trip nach Miami zu einer Reise zurück in die finstere Vergangenheit.

Am Ort ihrer größten Enttäuschung treten die beiden Aushängeschilder der Dallas Mavericks zu den NBA-Finals (Spiel zwei, Fr., ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) bei den Heat an (Späte Rache für den "Jet"?).

Dabei sind die letzten Überlebenden der 2:4-Pleite von 2006 nicht die einzigen Mavs mit traumatischen Playoff-Erinnerungen.

"Es ist schon überraschend, dass wir so viele starke Spieler und All-Stars haben, die alle noch immer auf eine Meisterschaft warten. Das erklärt unsere Motivation", sagte Jason Kidd.

Kidd gleich zweimal gescheitert

Der Spielmacher ist neben den Ur-Mavs Nowitzki und Terry der einzige Spieler im Kader mit Finals-Erfahrung. (Highlights der Conference-Finals, Di., ab 22.30 im TV auf SPORT1).

Die von Kidd angeführten New Jersey Nets standen 2002 und 2003 in der Endspielserie und scheiterten an den L.A. Lakers sowie den San Antonio Spurs.

In den Finals gegen San Antonio waren die Nets drauf und dran ein entscheidendes siebtes Spiel zu erzwingen, aber ein 19:0-Endpsurt der Spurs beendete Kidds Hoffnungen. (Alle Playoff-Spiele im SPORT1+ LIVESTREAM)

Karriereende kein Thema

"Wir sind alle hier, um eine Meisterschaft zu gewinnen. Deshalb hat uns Mark Cuban so zusammengestellt. Wir möchten ihn und uns selbst nicht enttäuschen", so der 38-Jährige. (Mavs 2011 = Heat 2006? Jetzt hat Dallas die Oldies)

Ans Aufhören denkt der routinierte Point Guard auch im Falle des Titelgewinns noch lange nicht.

"Ich würde sehr gern weiter machen. Einem jungen Aufbauspieler könnte ich noch viel beibringen", sagte J-Kidd, der vor allem in den Playoffs vor allem defensiv beeindruckt.

Uneigennützigkeit beeindruckt

Seine Abgeklärtheit ist ein ganz wichtiger Faktor für die Erfolgswelle der Mavericks. Nach dem Einbruch in Portland wurden zehn von elf Partien gewonnen.

Coach Rick Carlisle hebt speziell die Uneigennützigkeit seiner Mittdreißiger hervor: "Wir haben einige Spieler mit einer hochdekorierten Karriere, die kleineren Rollen akzeptiert haben, um Teil eines erfolgreichen Teams zu sein."

[kaltura id="0_arwbryxt" class="full_size" title="Showdown kann beginnen"]

Nur Carlisle hat einen Ring

Der 51-Jährige weiß, worauf es ankommt. Denn er hat im Gegensatz zu seinen Schützlingen einen Meisterschaftsring aufzuweisen.

1986 gewann er an der Seite von Larry Bird mit den Boston Celtics den Titel. Im Finale bezwang der Rekordmeister die Houston Rockets mit 4:2.

"Unsere Spieler sind allesamt sehr bodenständig. Wir sind nach der Lakers-Serie nicht abgehoben. Denn wir haben noch Arbeit vor uns", meinte Carlisle.

Marion ordnet sich unter

Einer der angesprochenen Stars, die freiwillig in den langen Schatten von Dirk Nowitzki (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch) getreten sind, ist Shawn Marion.

Der viermalige All-Star und Olympiateilnehmer ist die Allzweckwaffe der Mavericks. Er punktet, holt Rebounds und verteidigt.

Seit Caron Butlers Verletzung steht er wieder in der ersten Fünf, ist jedoch meist nur die dritte oder vierte Option im Angriff. (Hartgekochte Mavericks verjagen "Softie-Image")

"Geht nicht um Eitelkeiten"

"Es geht nicht um persönliche Eitelkeiten. Wir wollen unser großes Ziel erreichen. Das geht nur gemeinsam", betonte "Matrix".

Marion scheiterte mit den von Steve Nash angeführten Phoenix Suns zweimal in Folge im Finale der Western Conference.

2006 beendeten im Übrigen Nowitzkis Mavericks seinen Finals-Traum, bevor sie ihre große Enttäuschung erlebten.

Scharfschütze passt nach Dallas

Auch Peja Stojakovic kommt inzwischen nur noch von der Bank. Der 33-Jährige passt nicht nur aufgrund seines kaltblütigen Abschlusses perfekt nach Dallas.

Denn Stojakovic - der viertbeste Dreierschütze der NBA-Geschichte - hat sein eigenes Playoff-Trauma im Gepäck.

Stojakovic mit eigenem Trauma

Für ihn sind die L.A. Lakers das rote Tuch. 2001 gab es für seine Sacramento Kings im Viertelfinale gegen den späteren Meister einen Sweep.

Ein Jahr später gab es im Halbfinale ein Wiedersehen. Nach einigen umstrittenen Entscheidungen mussten sich die Kings in der Serie mit 3:4 geschlagen geben.

Dieses Team gilt bis heute als eine der stärksten Mannschaften der NBA-Geschichte, die keine Meisterschaft gewann.

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