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Shawn Marion gewann mit den USA bei den Olympischen Spielen 2004 Bronze © getty

Dallas' Flügelspieler will seine Verwandlung in den Finals gegen Miami mit dem Titel vollenden. Der Spaßvogel lobt Dirk Nowitzki.

Von Eric Böhm

München/Miami - Vor Beginn der aktuellen Saison hatte Shawn Marion ziemlich mit sich zu kämpfen.

Immerhin musste der Flügelspieler zum ersten Mal in seiner zwölfjährigen Karriere die Rolle als Reservist einnehmen und sein persönliches Prestige hintenanstellen.

Sieben Monate später wird er den Auftakt der NBA-Finals seiner Dallas Mavericks gegen die Miami Heat (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) als Starter bestreiten.

"Es war schon nicht einfach. Aber für diese Gelegenheit lohnt es sich, Opfer zu bringen. Wir wollen diese große Krone", meint Marion.

Marion lobt Nowitzki

Aus diesem Grund war er 2009 nach einem erfolglosen Gastspiel bei den Toronto Raptors nach Dallas gewechselt.

Nach einigen vergeblichen Versuchen mit den Phoenix Suns schloss er sich dem mindestens genauso titelhungrigen Nowitzki-Team an, obwohl er nun nicht mehr die erste Geige spielen würde. (Highlights der Conference-Finals ab 22.30 im TV auf SPORT1)

"Ich habe schnell gemerkt, dass hier die Chemie stimmt. Kein einzelner Spieler ist wichtiger als das Team. Dirk ist der Anführer und hat großen Anteil an dieser Atmosphäre", fühlt sich "Matrix" sehr wohl.

Exklusiver Klub

In der abgelaufenen Saison stand der 33-Jährige nur bei 27 Spielen in der ersten Fünf, erzielte aber trotzdem mehr Punkte und Rebounds als 2009/2010 - damals stand er immer in der Startformation.

Mitte April wurde Marion auch zum fünften Spieler der NBA-Geschichte, der 1.500 Steals sowie 1.000 Blocks sammelte. Vor ihm gelang dies nur Hakeem Olajuwon, Karl Malone, Julius Erving und Kevin Garnett.

"Shawn ist einer unserer Stars. Für ihn geht es nur um Siege. Er ist für unseren Erfolg extrem wichtig", lobt Coach Rick Carlisle.

[kaltura id="0_arwbryxt" class="full_size" title="Showdown kann beginnen"]

"Dann gab es kein Halten mehr"

Seit Beginn der Playoffs steht der viermalige All-Star auch aufgrund seiner großen Erfahrung wieder von Anfang an auf dem Court (Hartgekochte Mavericks verjagen "Softie-Image").

Erst während der Halbfinalserie gegen Oklahoma City spielte er sich jedoch zurück ins Rampenlicht und erlebt seinen dritten Frühling.

"Gegen die Thunder hat er den Schalter umgelegt. Dann gab es wirklich kein Halten mehr", so DeShawn Stevenson.

Kollegen stacheln "Matrix" an

Im Vorfeld hatten seine Teamkollegen den Spaßvogel der Truppe bei der Ehre gepackt. Sie forderten, Marion möge doch bitte aggressiver zu Werke gehen.

Auf diese Art und Weise angestachelt, machte er zunächst NBA-Topscorer Kevin Durant das Leben extrem schwer und steuerte zum entscheidenden vierten Sieg gegen Oklahoma (Bericht) mit 26 Punkten auch noch eine Saisonbestleistung bei.

"Matrix liebt Herausforderungen. Er kennt die Tendenzen von fast allen Spielern und ist immer noch sehr schnell und athletisch", beschreibt Jason Kidds Marions Stärken.

Spielstil umgestellt

Dabei musste er seinen Spielstil komplett umstellen, als er zu den Mavericks kam.

Im Hochgeschwindigkeitssystem der Phoenix Suns war er jahrelang als Werfer und Spezialist für krachende Dunkings aus Schnellangriffen bekannt.

In Carlisles Angriff wird er wesentlich öfter in der Zone angespielt und muss sich dort gegen Power Forwards und Center behaupten.

"In meinen achteinhalb Jahren in Phoenix habe ich vielleicht fünfmal aufgepostet. Das war schon eine Umstellung für mich", schmunzelte der runderneuerte Marion.

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