Ironie und ein Fehlwurf verfolgen Dirk Nowitzki. Nun kramen zwei Halbstarke die letzten Devotionalien von "The Hoff " hervor.

Im Jahr 2006 beging Dirk Nowitzki einen großen Fehler. So etwas ist menschlich, auch der große Blonde aus Würzburg ist davon nicht gefeit. Dieser eine Fehler jedoch verfolgt Nowitzki bis heute.

Die NBA Playofs 2006. Auf die Frage, wie er sich bei Freiwürfen beruhigt, erklärt Dirk der US-Presse mit seiner ganz eigenen Ironie: "Ich singe im Kopf, um locker zu bleiben. Welches Lied? "I've been looking for freedom' von David Hasselhof!"

Es ist Ironie, die die Amerikaner nicht verstehen, glauben sie doch bis heute, dass "The Hoff" in Deutschland gottgleich verehrt wird.

Auf ein Mal taucht Herr Hasselhoff bei den Finals 2006 auf und hofft auf einen Neustart seiner Karriere. Die restlichen Amis fassen sich an den Kopf. Was ist bloß mit den Deutschen und Hasselhoff los.

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Und in Miami spielt man bei den Freiwürfen von Dirk genau dieses Lied und schwenkt dazu übergroße David Hasselhoff Köpfe. Vielleicht setzt Dirk auch deswegen einen der wichtigsten Freiwürfe seiner Karriere in Spiel drei daneben.

2006 waren Jeff und Gordon elf und zwölf Jahre alt. 2011 springen sie in weißen, synthetischen Ganzkörperanzügen (Kopf inklusive) und roten Basketballershorts durch die American Airlines Arena.

"Atmungsaktiver Stoff", erklärt mir Gordon, dessen Gesicht aussieht, wie ein Gipsabdruck. "Trotzdem ganz schön heiß", fügt Jeff noch dazu.

In den Händen halten sie zwei Riesenschädel - ganz sicher anderthalb mal einen Meter groß - von David Hasselhoff. Es sind Überbleibsel von 2006. Die beiden letzten Exemplare ihrer Art. Gefunden in den Katakomben der AAA.

Die beiden Youngster haben damals die Finals im TV verfolgt. Sie kennen Hasselhoff nur von seinen peinlichen Youtube-Videos. Aber sie wissen, was die Poster damals mit Dirk gemacht haben. Also springen die beiden jetzt durch die Halle. Versuchen bei Freiwürfen im Blickfeld von Dirk zu sein.

Gebracht hat das bisher noch nichts. Der Deutsche traf jeden seiner zwölf Freiwürfe in Spiel eins.

"Macht nichts", meint Jeff. "Wir probieren es weiter. Vielleicht kommt noch dieser eine, entscheidene Wurf. Und dann sind wir zur Stelle!" Falls der dann vorbeigeht, haben Jeff und Gordon ihren Teil zur zweiten Meisterschaft der Heat beigetragen. Genau wie natürlich auch David Hasselhoff.

Manche Fehler verfolgen einen ein Leben lang.

Markus Krawinkel ist NBA-Experte und berichtet für SPORT1+ aus den USA über die Finals-Serie.

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