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Tyson Chandler (l.) wechelte 2010 von den Charlotte Bobcats zu den Dallas Mavericks © getty

Vor dem zweiten Spiel gegen Miami müssen sie die Mavericks vor allem bei den Rebounds steigern. Nowitzki fordert mehr Härte.

Von Jakob Gajdzik

München/Miami - Eine Niederlage - viele Gründe.

Betrachtet man das 84:92 der Dallas Mavericks im ersten Spiel gegen die Miami Heat (Bericht), ist eine der Ursachen für den Fehlstart in die NBA-Playoff-Finals schnell ausgemacht.

Es war die Schwäche unter dem Korb. In Zahlen: 46 zu 36 Rebounds für Miami, davon 16 zu 6 in der Offensive.

Besonders im Angriff ist das eindeutig zu viel.

Topspieler wie LeBron James, Dwyane Wade oder Chris Bosh lassen sich zweite Chancen selten entgehen. Das haben die "Miami Thrice" auch in dieser Partie eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Offensiv-Rebounds bleiben das Problem

Ein Problem, das bereits schon in den Halbfinals gegen Oklahoma City Thunder ersichtlich war, dort jedoch durch starke Schlussspurts und einen überragenden Dirk Nowitzki kompensiert werden konnte.

"Das müssen wir dringend abstellen. Die Offensiv-Rebounds haben uns gekillt", sagten insbesondere nach dem vierten Spiel Jason Kidd und Nowitzki unisono. Ganz funktioniert hat das noch nicht.

Wollen die Mavericks im zweiten Spiel (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) als Sieger vom Court gehen, müssen sie hier den Hebel ansetzen.

Chandler muss sich steigern

In dieser Hinsicht ist besonders ein Mann gefragt. Center Tyson Chandler, der bisher in den Playoffs einen Rebound-Schnitt von 9,0 hat, muss sich im Vergleich zum ersten Spiel steigern.

Dürftige vier Rebounds sind eine zu schwache Leistung des 28-Jährigen.

Zumindest mangelte es dem 2,16-Meter Hünen nicht an Selbstkritik.

"Vier Rebounds sind inakzeptabel für mich", sagte Chandler nach dem ersten Spiel, "Ich muss mehr Einfluss auf das Spiel nehmen." 412486(DIASHOW: Die NBA-Finals 2011)

Auch die fehlende Dominanz unter dem Korb war ein Grund für die Niederlage der Mavs in der ersten Partie. Und das, obwohl sich die Texaner durch Chandler gerade in dieser Hinsicht einen Vorteil erhofft hatten.

[kaltura id="0_qw0f4rxf" class="full_size" title="Nowitzki Wenn das Adrenalin reinschie t "]

"Big Three" unter dem Korb unschlagbar

Denn Miami mangelt es an einem starken Center, Joel Anthony ist nicht nur um zehn Zentimeter kleiner als Chandler, er hat auch mit einer Durchschnittsquote von 4,9 in den Playoffs, den weitaus schlechteren Wert.

Doch auch unter dem Korb waren es die "Big Three", die das Sagen hatten. Wade (zehn Rebounds), James und Bosh (beide neun) schnappten sich jeweils mehr als doppelt so viele Bälle wie Chandler.

Ein anderer Grund für die Pleite war ein Mangel an Robustheit und Effektivität.

Nowitzki fordert Durchsetzungsvermögen

Dieser spricht besonders Nowitzki offen an. Seine Finger-Verletzung scheint ihn dabei weitaus weniger zu beschäftigen. (Bericht: Rätselraten um den "Finger der Nation")

Der MVP des Jahres 2007 fordert im zweiten Spiel gegen Miami von seinen Teamkollegen mehr Härte. "Wir müssen in der Verteidigung und im Angriff mit mehr Einsatz spielen, wir brauchen mehr Durchsetzungsvermögen. Wir müssen unsere Körper mehr einsetzen", sagte Nowitzki.

Aber auch die Effektivität des restlichen Teams muss sich steigern.

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Nowitzki, mit 28,3 Punkten pro Partie bester Playoff-Werfer der Mavs muss sich oft einer Doppel-Verteidigung erwehren. Somit bleibt mehr Platz für seine Team-Kollegen - den diese jedoch auch nutzen müssen. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Besonders J.J. Barea und Peja Stojakovic enttäuschten als Scorer im ersten Spiel. Barea traf nur einen von acht Würfen und kam auf zwei Punkte, Stojakovic brachte gar das Kunststück fertig, keinen seiner sechs Versuche, davon drei von jenseits der Dreier-Linie, im Korb zu versenken.

Viel Steigerungspotenzial also bei den Texanern.

Carlisle kündigt Veränderungen an

Mavs Coach Rick Carlisle kündigte bereits Änderungen an, wollte sich aber auch nicht zu viel entlocken lassen.

"Wir werden Korrekturen vornehmen", sagte der Mavs-Coach. Auf Konkreteres angesprochen, entgegnete er in seiner typisch nüchternen Art: "Wir werden für das zweite Spiel bereit sein".

Eine Idee, wie Miami beizukommen ist, hat er schon parat: "Wir müssen den Ball laufen lassen und ins Spielen kommen".

Nicht ganz so einfach, bei der starken Defensive der "Heat" mit ihrem Anführer LeBron James.

Diese hat bereits in den Halbfinal-Playoffs gegen die Chicago Bulls MVP Derrick Rose den Zahn gezogen. Und dabei gilt "D-Rose" als einer der schnellsten und agilsten Spieler der NBA.

Starke "Heat"-Defense

Auch Dallas drückte die starke Verteidigung des Teams aus Florida ihren Stempel auf. Von ihrem Playoff-Durchschnitt von 99 Punkten und 46 Prozent Wurfquote waren die Texaner im ersten Spiel weit entfernt.

Das zeigte sich besonders in der Anfangsphase, die Mavericks kamen nur schwer auf Touren, wirkten nervös und ohne Selbstvertrauen.

Gerade das hochgelobte "Transition-Game" (Das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff) fand kaum statt.

Ein weiterer "Heat"-Kniff: "King James" wurde in der Endphase der Partie gegen den Mavs-Scharfschützen Jason Terry gestellt, der in der Folge nur noch drei Mal zum Wurf kam - und keinen traf.

James: Robust und schnell

"James hat einen großen körperlichen Vorteil und nutzt seine Kraft sehr gut", sagte Terry über seinen Schatten, "dabei ist er dennoch schnell und kann vor dir bleiben".

Ein Sieg im zweiten Vergleich wäre für die Mavericks enorm wichtig, denn so würden die Texaner mit einem 1:1 zurück nach Dallas fliegen.

Dort werden die nächsten drei Begegnungen der Finals ausgetragen. "Dann würde die Serie wieder von vorne beginnen, und nichts wäre verloren", sagte Nowitzki.

Falls nötig, finden die Begegnungen sechs und sieben erneut im Miami statt.

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