Shaquille O'Neals Rücktritt ist ein großer Verlust für die NBA. Fans, Medienvertreter, Mit- und Gegenspieler werden ihn vermissen.

"Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste...": Mit diesen Worten begann Stephan Jürgens in der Comedy-Serie RTL" Samstag Nacht" den Nachruf auf jenen Karl Ranseier.

Dies soll natürlich kein Nachruf auf Shaquille O'Neal werden. Schließlich erfreut sich der 39-Jährige bis auf Achillessehnenbeschwerden noch bester Gesundheit.

Aber bei Shaquille O'Neal musste ich immer an diesen Spruch von Stephan Jürgens denken: "Der wohl erfolgloseste? Freiwerfer".

Nun hat Shaq-Attack seine Basketball-Sneaker der Größe 56 an den Nagel gehängt. Es geht nicht mehr, sein Körper macht nicht mehr mit.

Mit seinem Rücktritt wird Shaq eine riesige Lücke in der NBA hinterlassen - nicht nur aufgrund seiner Körpermaße.

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Shaquille O'Neal war mehr als nur ein Basketballer. Er war ein Entertainer, einer der die Dimensionen der NBA verkörperte. Sein Einlaufen beim All-Star-Game 2009 in Phoenix krönte er mit einer Tanzeinlage mit den JabbaWockeeZ. Noch eine Woche später gehörte dieser Auftritt bei "YouTube" noch zu den meistaufgerufenen Videoclips.

Mit seinen Sprüchen hielt er die Medienwelt in Atem, den Journalisten wurde es nie langweilig. Seine Gegenspieler, selbst seine Mitspieler mussten vor ihm zittern.

Über Erick Dampier, zu jenem Zeitpunkt bei den Dallas Mavericks, sagte er einst: "Wer? Erica Dampier? Er könnte das Spiel dominieren - wenn er in der WNBA spielen würde."

Auch an Kobe Bryant, mit dem er drei Meisterschaften bei den Los Angeles Lakers gewann, ließ er kein gutes Haar, ehe er sich beim All-Star Game 2009 in Phoenix versöhnte.

Aber Shaq wurde von seinen Mitspielern auch geliebt. Als er 2008 nicht für das All-Star Game nominiert wurde und im Jahr darauf zurückkehrte, sagte Kevin Garnett einst: "Jetzt wissen wir erst, was wir an Shaq haben. Ein All-Star Game ohne Shaq ist kein All-Star Game. Etwas ganz Großes fehlt."

Shaq war nicht nur der allseits beliebte Entertainer, er war auch ein auf seine Weise genialer Basketballer. Er dominierte in seiner Primetime die Bretter.

In seinen ersten zwölf Spielzeiten kam er in jeder Spielzeit auf ein 20-10-Double-Double. Trainer entwickelten die Abwehrtaktik "Hack a Shaq", bei der es nur darum ging, ihn zu foulen, um seine Schwäche von der Freiwurflinie auszuspielen.

Nur zwei Spieler haben dadurch in der NBA mehr Freiwürfe genommen (Karl Malone und Wilt Chamberlain), nur Wilt "the Stilt" mehr verworfen.

Shaquille O'Neal hat in der NBA seine Spuren hinterlassen, aber auch die NBA an ihm, was vor allem am körperlichen Verschleiß erkennbar ist, der ihn nun zum Rücktritt zwingt.

Rund 22 Jahre zu früh, wenn man nach seinen Ankündigungen vor einigen Jahren geht: "Eines Tages wird mein Name in die NBA-Bibel eingetragen werden. Da wird dann stehen: Mensch, O'Neal hat 90.000 Punkte. Er spielte bis er 60 war. Und er wollte mit 60 immer noch das Maximum-Gehalt."

Statt NBA und Maximalgehalt bis 60 will sich Shaq mit einem Polizisten-Gehalt begnügen. Für seine Zukunft plant er mit einer beruflichen Laufbahn zum Wohle der Allgemeinheit.

"Wenn ich Schluss mache - bam! - werde ich fürs FBI, fürs Amt für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe oder für den örtlichen Polizeichef arbeiten. Wer auch immer mich will."

Das FBI oder der örtliche Polizist kann sich freuen - die NBA, Fans und Medienvertreter werden ihn vermissen.

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