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Dwyane wade spielte am College für die Marquette Golden Eagles in Milwaukee © getty

Dwyane Wades respektloser Jubel weckt die Mavericks auf und führt zum 1:1-Ausgleich. LeBron James jammert. War das die Wende?

Von Eric Böhm

München - Dwyane Wade war sich seiner Sache sicher.

Mit seinem Dreier zum 88:73 hatte Miamis Guard den Dallas Mavericks gute sieben Minuten vor dem Ende des zweiten NBA-Finals den Zahn gezogen. (Die Finals LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Anders ist seine vorschnelle Siegesfeier direkt vor der Bank von Dirk Nowitzkis Team nicht zu erklären (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!).

Nach dem sensationellen 95:93-Comebackerfolg der Mavericks (Bericht) ruderte Wade kleinlaut zurück: "Es gab keine Feier. Bei einer Feier gibt es Konfetti und Champagner. Ich habe mich über den Treffer gefreut."

"Hat uns ziemlich geärgert"

Die Gäste verstanden Wades Aktion dagegen als arrogante Respektlosigkeit und sahen darin den Wendepunkt des Spiels.

"Wenn ein Typ vor deiner Bank so eine Show aufführt, sagst du dir, das Spiel ist noch nicht vorbei. Es hat uns ziemlich geärgert", gab Center Tyson Chandler zu.

Als Coach Rick Carlisle nach dem Treffer eine Auszeit nahm, lief Jason Terry hinter Wade her und gab ihm noch einige Worte mit auf den Weg.

"Ich habe ihm klar gemacht, dass es noch nicht vorbei ist. Das war der Wendepunkt des Spiels", so Terry.

Terry gibt Impuls

Der sechste Mann stachelte sein Team in der Auszeit noch einmal an und leitete den entscheidenden 22:5-Lauf der Mavs mit zwei eiskalten Treffern ein. 412486(DIASHOW: Die NBA-Finals 2011)

"Wenn wir danach nicht gepunktet hätten, wären wir tot gewesen. Ich habe zu Dirk gesagt, dass wir uns so nicht verabschieden", ergänzte der "Jet".

Miami fühlte sich dagegen zu sicher und verspielte nach Wades Feiereinlage leichtfertig die 2:0-Führung in der Serie.

[kaltura id="0_nghw5w48" class="full_size" title="Mavericks gewinnen Spiel 2 in Miami"]

Thunder mit ähnlichem Schicksal

"Flash" hat den Marsch der Mavericks durch die Playoffs offenbar nicht verfolgt, sonst hätte er sich seinen Ausbruch vielleicht gespart.

Denn auch Oklahoma City musste im vierten Halbfinale der Western Conference nach einer Jubelarie mit imaginären Meisterschaftsgürteln noch eine bittere Pleite (Bericht) einstecken.

Die jungen Thunder führten damals sogar fünf Minuten vor dem Ende noch mit 15 Zählern, bevor sie sich in der Verlängerung geschlagen geben mussten.

"Wir wussten, dass sie sich bis zum Schluss wehren würden. Sie sind ein starker Gegner", wollte auch LeBron James das Offensichtliche nicht eingestehen.

James: Ruf ist Schuld

Der "King" hatte sich schließlich Wades Choreographie angeschlossen und die fast schon peinliche Zeremonie damit noch verlängert.

Auf der Pressekonferenz machte er dann den schlechten Ruf der Heat für die Kritik verantwortlich: "Über uns wird schon das ganze Jahr gesagt, wir würden uns zu sehr feiern. Aber das war nicht der Fall. Es waren noch sieben Minuten zu spielen. Das war uns bewusst."

James muss sich über diese öffentliche Wahrnehmung allerdings nicht wundern.

Wenn ein völlig neu formiertes Team schon bei seiner Vorstellung eine Meister-Party veranstaltet und sich bereits als Dynastie bezeichnet, darf man sich über den Vorwurf der Arroganz nicht wundern.

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Kein System

Miamis Auftreten in der Schlussphase von Spiel zwei verstärkte diesen Eindruck.

Denn James und Wade dribbelten nur noch die Uhr herunter und feuerten unmotivierte Dreier ab - elf von 14 Heat-Würfen im letzten Viertel waren Drei-Punkte-Versuche.

Der "Miami Herald" zeichnete den Einbruch sogar mit einer eingehenden Analyse unter dem Titel "Anatomy of a Collapse" nach.

Von einem System oder Passspiel war nichts zu sehen. Als Nowitzki die Mavericks immer näher brachte, konnten sie den Schalter nicht wieder umlegen.

Wende in der Serie?

Dass dieser Kollaps der Serie eine vorentscheidende Wende geben könnte, glaubt Wade nicht: "Wir haben in dieser Saison einige solcher Situationen durchgestanden und daraus gelernt. Wir werden stärker zurückkommen."

Die Mavericks werden in Partie Nummer drei (Mo., ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) versuchen den explosiven Guard erneut zu widerlegen.

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