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Dirk Nowitzki stand bereits elfmal in verschiedenen All-NBA-Teams © getty

Nach Dallas' nächster Aufholjagd wird das dritte Finale gegen Miami zum Schlüsselspiel. Dirkules schwört ein. Ein Backup bangt.

Von Eric Böhm

München - Die Dallas Mavericks haben in den NBA-Playoffs 2011 schon mehr denkwürdige Momente geliefert als andere Teams in ihrer gesamten Geschichte.

Das "Wunder von Miami" in Spiel zwei der Finals bei den Heat war jedoch der vorläufige Höhepunkt und machte Dirk Nowitzkis Truppe endgültig zu den unbestrittenen Comeback-Spezialisten. (Die Finals LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Der deutsche Weltklassemann trat nach dem furiosen 1:1-Ausgleich in der Best-of-Seven-Serie allerdings sofort auf die Euphoriebremse.

"Spiel drei ist das wichtigste Spiel der Serie. Wir dürfen das Momentum nach dem emotionalen Sieg nicht wieder aus der Hand geben", sagte Nowitzki gegenüber SPORT1. (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!).

Barkley: Must-Win für Mavs

Ganz ähnlich sah es auch NBA-Legende und TV-Experte Charles Barkley: "Die nächste Partie hat eine riesige Bedeutung. Für die Mavs ist es ein Must-Win. Wer dieses Spiel gewinnt, wird Meister."

Dabei sorgt vor allem Nowitzki dafür, dass sein Team nicht die gleichen Fehler macht wie bei der einzigen Playoff-Heimniederlage im Halbfinale gegen Oklahoma City (Bericht). Damals hatten einige Akteure zugegeben, die Thunder auf die leichte Schulter genommen zu haben.

"Wir gehen die Partie so an, als wäre es unser letzter Auftritt. Keiner hebt ab. Hoffentlich wird die Halle wieder richtig kochen", so der 32-Jährige.(STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Ticketpreise explodieren

Die Fans fiebern dem ersten von drei aufeinanderfolgenden Heimspielen in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) bereits entgegen.

Nach dem dramatischen 95:93-Erfolg der Mavs (Bericht) schossen die Ticketpreise bei den verschiedenen Internet-Börsen um 25 Prozent in die Höhe. Die billigsten Tickets lagen bei 350 Dollar (ca. 240 Euro).

Außerdem empfingen unglaublich viele Anhänger ihre Helden bei der Rückkehr aus Florida am Flughafen mit lautstarken "Beat the Heat"-Sprechchören.

Die Historie unterstreicht die Wichtigkeit. Seit die Finals im 2-3-2-Format ausgetragen werden, stand es elfmal 1:1. Jedes Mal setzte sich der Sieger des dritten Duells am Ende durch.

[kaltura id="0_juyxqbl2" class="full_size" title="Miami geschockt Dallas feiert"]

Selbstvertrauen ist zurück

Sicher ist, die neuste Auferstehung von den Totgesagten hat den Mavericks nach der Schlappe zum Finals-Auftakt (Bericht) ihr Selbstvertrauen aus der bisherigen K.o.-Runde zurückgegeben.412486(DIASHOW: Die NBA-Finals 2011)

Seit dem eigenen 23-Punkte-Kollaps in der ersten Runde gegen Portland (Bericht), wurden im ersten Viertelfinale bei den Lakers (16 Zähler / Bericht) und im vierten Halbfinale in Oklahoma (15 Punkte in den letzten fünf Minuten / Bericht) jeweils einen große Rückstände noch wettgemacht.

"Wir sind einfach ein sehr giftiges Team. Wir bleiben cool und geben bis zur Schlusssirene nicht auf", meinte Shawn Marion beim "Fort Worth Star-Telegram".

Carlisle schwärmt

Hauptverantwortlicher für die großartigen Comebacks ist Nowitzki, der in den letzten Vierteln der Playoff-Spiele 51,6 Prozent seiner Würfe trifft und knapp zehn Zähler markiert.

"Es hat noch nie einen Basketballer mit Dirks Größe gegeben, der so einen einzigartigen Stil entwickelt hat. Er ist ein Original - im wahrsten Sinne des Wortes", schwärmte Coach Rick Carlisle.

Geschwindners Training fruchtet

Den Sehnenriss im linken Mittelfinger hat der MVP von 2007 offenbar längst wieder abgehakt: "Für einen Split in Miami habe ich die Blessur gern in Kauf genommen. Es wird mich nicht behindern."

Sein persönlicher Trainer Holger Geschwindner lässt ihn schließlich nicht umsonst unzählige Liegestütze mit den Fingerspitzen machen.

"Wenn Rondo mit einem Arm gegen die Heat spielen kann, ist Dirk auch mit neun Fingern in der Lage anzutreten", bezog sich der 65-Jährige auf die ausgekugelte Schulter des Celtics-Spielmachers im Viertelfinale.

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Bangen um Haywood

Bei Brendan Haywood sieht es dagegen nicht ganz so gut aus. Der Reserve-Center laboriert an einer Hüftverletzung aus Spiel zwei.

"Wir müssen abwarten. Er hat sich nach seiner Auswechslung nicht gut gefühlt. Wenn er ausfällt, müssen wir uns darauf einstellen", meinte Carlisle in einem Radiointerview.

Der unerfahrene Ian Mahinmi müsste einspringen. Der Franzose kam bisher in drei Playoff-Spielen zu Kurzeinsätzen.

Die zweite Variante wäre, mit einer kleineren Aufstellung die Ruhepausen für Starting-Center Tyson Chandler zu bestreiten. Die Mavericks haben diese Formationen mit Nowitzki in der Mitte im Saisonverlauf häufig eingestreut.

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