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Dirk Nowitzki durchbrach im März 2010 als erster Europäer die 20.000-Punkte-Marke © getty

Nowitzki übt vor dem wichtigen dritten Finale gegen Miami Kritik. Der Finger macht keine Probleme. Chandler will mehr Freiheiten.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Nach dem beeindruckenden Comeback in Spiel zwei der NBA-Finals bei den Miami Heat ist um Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks eine riesige Euphorie ausgebrochen.

Der deutsche Superstar ist dagegen trotz des erhofften Splits aus den beiden Auswärtspartien alles andere als zufrieden mit den Leistungen seiner Truppe.

"Um ehrlich zu sein, wir hatten Glück. Wir haben nicht gut gespielt, vor allem im Angriff müssen wir uns gewaltig steigern", forderte Nowitzki.

Vor dem ersten von drei Heimauftritten (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) arbeiteten die Mavericks im Training folglich besonders an der eigenen Offensive (Jetzt mitspielen: Werden Sie SPORT1 Tipp-König!).

Nowitzki selbstkritisch

Die großen und athletischen Flügelspieler der Heat behindern das sonst so starke Passspiel der Texaner und geben den Distanzschützen kaum Räume.

"Das ist für uns ein großes Problem. Unsere Schützen sind bisher noch nicht einmal richtig heiß gelaufen. Auch mir fehlt noch die nötige Effizienz", bestätigte Nowitzki. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Speziell LeBron James' Vielseitigkeit bereitet den Mavericks Kopfschmerzen. Er kann nahezu alle fünf Positionen ähnlich stark und aggressiv verteidigen.

"Dem Finger geht es gut"

Immerhin konnte "Dirkules" nach der intensiven Einheit vermelden, dass der "Finger der Nation" trotz des Sehnenrisses keine Probleme bereitet.

"Dem Finger geht es wirklich gut. Nach dem zweiten Spiel hat er ein bisschen gezwickt, aber das ist bei einer solchen Belastung normal", so der 32-Jährige im Anschluss.

Auf dem Court ist die Blessur ohnehin kein Thema: "Wenn das Adrenalin einsetzt, spüre ich nichts mehr. Das ist am wichtigsten."

[kaltura id="0_qooxzs5a" class="full_size" title="Nowitzki voll konzentriert"]

Magic fehlen die Worte

Doch nicht nur die Schmerzen, sondern auch die vielen Lobeshymnen auf ihn persönlich prallen an Nowitzki ab.

"Das ist mir alles völlig egal. Ich lebe den Moment. Es fehlen noch drei Siege. Darauf konzentriere ich mich", wiegelte der MVP von 2007 ab.

Coach Rick Carlisle - sonst ein eher nüchterner Vertreter - lobte seinen Schlüsselspieler dennoch über den grünen Klee: "Es hat noch nie einen Basketballer mit Dirks Größe gegeben, der so einen einzigartigen Stil entwickelt hat. Er ist ein Original - im wahrsten Sinne des Wortes."

Magic Johnson ist nicht der einzige Beobachter, dem so langsam die Superlative ausgehen.

"Dirk hat einen fantastischen Lauf. Es ist unglaublich, ihm zuzuschauen, wie er unter Druck auf höchstem Niveau spielt", sagte die Lakers-Legende.

"Uns fehlt das Rezept"

Ganz seinem Naturell entsprechend konzentriert sich Nowitzki mit seinen Teamkollegen derweil lieber auf die bevorstehende äußerst schwere Aufgabe.

Über weite Strecken der ersten beiden Finals erinnerte bei den Mavs nur wenig an die glanzvollen Auftritte der ersten Playoff-Runden 412486(DIASHOW: Die NBA-Finals 2011).

"Wir haben immer noch nicht herausgefunden, was sie eigentlich gegen uns machen. Das richtige Rezept fehlt uns noch", bekannte Nowitzki.

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Chandler kritisiert Spielzüge

Center Tyson Chandler übte sogar indirekt Kritik am Trainer: "Das Comeback ist uns gelungen, weil wir ohne vorgegebene Plays von draußen agiert haben. Dadurch konnten wir freier aufspielen und fanden einen Rhythmus."

Auch Carlisle steht also unter Druck, die Stärken seiner Männer besser zur Geltung zu bringen, sonst könnte der frisch eroberte Heimvorteil schnell wieder weg sein.

Nowitzki hat das Erfolgsrezept: "Wir müssen wieder mehr Pick-and-Roll spielen. So kann ich die Verteidiger auf mich ziehen und unseren Schützen mehr Freiräume verschaffen oder selbst abschließen."

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