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Dirk Nowitzki steht seit 2002 ununterbrochen im All-Star-Team der Western Conference © getty

Dirkules fehlt auch im dritten Endspiel gegen die lernfähigen Heat Unterstützung. Ihm droht das gleiche Schicksal wie dem MVP.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Dass Dirk Nowitzki den letzten Wurf der Dallas Mavericks nehmen würde, war keine Überraschung.

Der deutsche Superstar ist eben der Go-to-Guy seines Teams und mag diese Situationen. In den NBA-Playoffs 2011 hat er die Mavs schon häufig zum Sieg geworfen. (Die Finals LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Trotzdem wäre es entschieden zu einfach die 86:88-Niederlage (Bericht und 412486Bilder) im dritten Finale gegen die Miami Heat an Nowitzkis Fehlwurf festzumachen.

"Dirk hat fantastisch gespielt, aber er bekommt überhaupt keine Unterstützung. Speziell die anderen Starter bringen zu wenig", nahm Lakers-Legende Magic Johnson den Würzburger in Schutz.

One-Man-Show in der Endphase

Ausschließlich Nowitzki war es zu verdanken, dass Dallas in der Endphase überhaupt noch eine Chance auf den Sieg hatte.

Er markierte 15 seiner insgesamt 34 Punkte im letzten Viertel, in den letzten 6:45 Minuten gelang keinem anderen Maverick auch nur ein einziger Zähler. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Die Aussage von Coach Rick Carlisle spricht Bände: "Dirk weiß, dass er die Hauptlast tragen muss. Er muss nicht nur punkten, sondern auch die Bälle verteilen."

Rose-Behandlung für Nowitzki

Der Rest des Teams versteckt sich in der Crunch-Time und hofft, Nowitzki möge ein ums andere Mal die Kohlen aus dem Feuer holen.

Das geht oftmals gut - wie beim Sieg in Partie Nummer zwei - aber gerade gegen die Heat ist diese Taktik äußerst ausrechenbar.

"Wir haben das schon gegen Chicago gesehen. Sie stellten sich auf Derrick Rose ein und meldeten die anderen Spieler ab", sagte Ex-Profi Jon Barry bei "espn".

Im Halbfinale konzentrierte sich Miami darauf die Zone zu kontrollieren, um die gefährlichen Drives des MVP zu stoppen und ihn zu Sprungwürfen zu zwingen. Die anderen Bulls postierten sich mehr oder weniger hilflos um die Dreierlinie und griffen kaum ins Spielgeschehen ein.

[kaltura id="0_fd4rk2cu" class="full_size" title="Nowitzki im Pech - Heat feiern"]

Haslem hat Glück

Ließ sich bei der 93:95-Niederlage (Bericht) zuletzt Chris Bosh von Nowitzki in der entscheidenden Szene vorführen, verteidigte ihn diesmal Udonis Haslem.

Der Forward blieb diszipliniert, zwang Nowitzki zu seinem berühmten Fadeaway-Jumper und hatte schlicht Glück, dass der Ball nicht reinging.

"Ich glaube, eine bessere Möglichkeit bekommst du gegen ihre starke Abwehr am Schluss nicht", so der MVP von 2007.

Keine Freiräume

Auch sein Ballverlust wenige Momente vor dem finalen Fehlschuss, kann nicht ausschließlich Nowitzki angelastet werden.

Shawn Marion war überzeugt davon, dass der Mavs-Topscorer werfen würde, orientierte sich für einen eventuellen Rebound zum Korb und der Pass landete im Aus.

In den Runden zuvor fand sich immer mindestens ein zweiter Scorer, aber die Heat gestatten nicht so viele Freiräume wie die Lakers oder Oklahoma City.

Terry selbstkritisch

Dabei galt die Ausgeglichenheit der Mavericks vor Beginn der Serie noch als die große Stärke gegen "Miami Thrice".

Doch auch im dritten Finale war von erfahrenen Leuten wie Scharfschütze Peja Stojakovic oder Tyson Chandler im Angriff fast nichts zu sehen. Backup J.J. Barea wirkt gegen die athletischen Heat überfordert.

Wenn dann im Schlussviertel auch noch Sixth Man Jason Terry und Marion abtauchen, verkommt Dallas' Offensive zur One-Man-Show.

"Wir haben ihm nicht geholfen. Dafür nehme ich die Schuld auf meine Kappe", übte Terry immerhin gerechtfertigte Selbstkritik.

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Chalmers trumpft auf

Ganz anders die Gäste. Miami erteilte den Gastgeber über weite Strecken eine Lektion in Sachen Teambasketball.

Die großen Drei waren zwar erneut die besten Werfer, aber sowohl ihr Zusammenspiel, als auch die gute Leistung von Reservist Mario Chalmers (zwölf Zähler) machten deutlich, dass die Heat inzwischen mehr als ein zusammengewürfelter Haufen sind.

"Sie haben drei Leute, die jederzeit ein Spiel entscheiden können. Bei Dallas gibt es nur Dirk", fasste Magic Johnson treffend zusammen.

Wade und James lernen

Außerdem haben LeBron James und Dwyane Wade aus dem letzten Duell gelernt, als sie mit wilden Dreiern eine Entscheidung erzwingen wollten.

Diesmal bewegten sie den Ball, und James bediente den völlig freien Bosh, der eiskalt zum Endstand abschloss.

"Das gegenseitige Vertrauen ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir sind zusammengewachsen. Ich wusste, Chris würde die Chance nutzen", freute sich "LBJ".

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