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LeBron James (r.) war 2008 Scoring-Champion der NBA © getty

Miami vertauscht in den Finals die Rollen und spielt besseren Teambasketball als Nowitzkis Mavs. Ein Feind wettert gegen LeBron.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Wer hätte das vor Beginn der NBA-Finals für möglich gehalten?

Die Miami Heat trumpfen in der Endspielserie als homogenes Team auf, während sich die Dallas Mavericks nur auf ihren Ausnahmespieler Dirk Nowitzki verlassen.

Das Starensemble aus Südflorida hat eine beeindruckende Entwicklung genommen und sucht im vierten Finale (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) bereits die Vorentscheidung auf dem Weg zum Titel.

"Mittlerweile vertrauen wir einfach auf die Fähigkeiten unserer Mannschaftskameraden. Jeder sucht den freien Mann. Das macht unsere Stärke aus", bestätigt LeBron James.

"LeBron ist selbstlos"

Dabei war die Serie im Vorfeld zum Kampf der Philosophien hochstilisiert worden.

Das eingespielte Team mit dem selbstlosen Schlüsselspieler (Dallas) gegen die Zweckgemeinschaft dreier Einzelkönner plus einige Trikotausfüller (Miami).

Die Wahrheit lag zwar auch schon vorher irgendwo in der Mitte, aber dass die Glitzertruppe aus Florida den besseren Teambasketball zeigen würde, ist dennoch sehr überraschend.

"Speziell LeBron ist ein sehr selbstloser Spieler. Er spielt fundamentalen Basketball. Wenn D-Wade oder Bosh einen Lauf haben, sucht er sie sofort", lobt Trainer Erik Spoelstra den ehemaligen MVP.

Reporter abgekanzelt

Power Forward Bosh verwandelte beim Sieg in Spiel drei (Bericht und 412486Bilder) den entscheidenden Wurf. Dwyane Wade war bisher in allen drei Partien Miamis bester Scorer.

"King James" gefällt die Rolle als Spielmacher. Zudem nimmt er auch noch einen gefährlichen Akteur des Gegner aus dem Spiel. Im Halbfinale bekam MVP Derrick Rose diese Sonderbehandlung zu spüren, jetzt ist Dallas' Jason Terry der Leidtragende.

"Ich sehe mich als zweidimensionalen Spieler. Ich muss keine Punkte machen, um effektiv zu sein. Die Abwehr ist mir ebenso wichtig", kanzelt er einen Reporter ab.

[kaltura id="0_fd4rk2cu" class="full_size" title="Nowitzki im Pech Heat feiern"]

Stevenson meldet sich zu Wort

Auch von seinem alten Feind DeShawn Stevenson lässt sich James nicht aus der Ruhe bringen.

"Wade und James sind sehr gute Schauspieler. Sie machen dem Schiedsrichter jedes Mal unmissverständlich klar, dass sie gefoult wurden", gießt der Mavs-Guard neues Öl ins Feuer.

Die Fehde der beiden geht auf die Playoffs 2008 zurück, als Stevenson - damals bei den Washington Wizards - LeBron als "überschätzt" bezeichnete.

Haslem als Dirk-Stopper?

Doch nicht nur die drei großen Stars sind nach Anfangsschwierigkeiten zusammengewachsen. Urplötzlich leisten auch einige Nebendarsteller einen nicht zu unterschätzenden Beitrag.

Udonis Haslem feierte in der Halbfinalserie gegen Chicago ein starkes Comeback und trug in der Endphase von Spiel drei zu Nowitzkis Ballverlust und dem entscheidenden Fehlwurf bei.

Der Würzburger zollt ihm Respekt: "Er hat einen guten Job gemacht."

Bereits in den Finals 2006 hatte er Nowitzki erheblich zu schaffen gemacht und ihm den Titel weggeschnappt.

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Spoelstra lobt Bank

Auch Haslems alter College-Kumpel Mike Miller liefert wertvolle Minuten. Der Flügelspieler hat zwar mit einer Schulterverletzung und den gesundheitlichen Problemen seiner kleinen Tochter zu kämpfen, macht aber einen soliden Job.

"Sie geben uns schon die gesamte Saison über viel Energie, die sich auf die erste Fünf überträgt", bestätigt Spoelstra die gestiegene Bedeutung seiner Bank.

Chalmers trumpft auf

Der auffälligste Reservist war zuletzt Mario Chalmers. Mit der Nachverpflichtung von Veteran Mike Bibby verlor der Aufbauspieler seinen Platz in der ersten Fünf, ließ sich jedoch nicht hängen.

Ähnlich wie Jason Terry aufseiten der Mavericks, spielt er mehr als der Starter auf seiner Position und wird immer wichtiger.

Im Schnitt markiert er in der Finals elf Zähler und ist von der Dreierlinie sehr gefährlich. 2008 schickte er das College-Finale mit einem kaltblütigen Treffer in die Verlängerung, wo seine Kansas Jayhawks gegen Memphis - mit Derrick Rose - gewannen.

"Ich habe hart gearbeitet, um meinen Rhythmus zu finden. Momentan läuft es sehr gut", sagt Chalmers.

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