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Dirk Nowitzki und Jason Terry spielen seit zwölf Jahren gemeinsam für die Mavericks © getty

Vor Finale 3 gegen Miami stellt sich Dallas die Frage: Wer hilft Nowitzki? "Big Wig" findet Gehör. Kader bietet Möglichkeiten.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Das aus dem US-Sport stammende Credo "Angriff gewinnt Spiele, Abwehr gewinnt Meisterschaften" hat sich über die Jahre in vielen Sportarten als richtig erwiesen.

Ganz ohne funktionierende Offensive geht es aber auch nicht. Diese Erfahrung machen gerade die Dallas Mavericks in den NBA-Finals.

Vor Spiel vier der Best-of-Seven-Serie gegen die Miami Heat (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) stellen sich alle Beobachter die gleiche Frage: Wer hilft Dirk Nowitzki?

Der Superstar hat selbst einen Kandiaten im Auge und stachelt ihn an: "Jet (Jason Terry, Anm. die Red.) hat in der Crunch-Time wenig gezeigt. Da muss mehr kommen."

"Big Wig" braucht Untersützung

Der sechste Mann der Mavericks ist mit durchschnittlich fast 17 Punkten pro Partie der zweitbeste Scorer im Team, seine Formkurve gleicht jedoch einer Achterbahn.

Starke Phasen - acht Zähler während des Endspurts zum 95:93-Erfolg in Spiel zwei (Bericht) - wechseln sich mit unterirdischen Auftritten regelmäßig ab.

"Er ruft mich zu den Waffen. Das ist in Ordnung. 'Big Wig' braucht Unterstützung, und ich verspreche, die wird er bekommen. Das ist für uns ein siebtes Spiel", gibt sich Terry selbstbewusst.

James meldet Terry ab

Sein großes Problem ist, dass Miami seinen Ausnahmespieler LeBron James in der Schlussphase auf den Guard ansetzt, um ihn auszuschalten.

"James heftet sich ihm im letzen Viertel an die Fersen und macht einen sehr guten Job", zollt Nowitzki den Heat Respekt.

Während der beiden Niederlagen gelang Terry in den letzten zwölf Minuten noch kein Treffer aus dem Feld. Das will er ändern: "Ich glaube, James kann mich nicht über die ganze Serie so verteidigen."

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"Müssen Vollgas geben"

Neben den schwachen Schützen bereitet Nowitzki vor allem die physische Überlegenheit der Heat Kopfzerbrechen.

"Sie sind athletischer und schneller auf den Beinen. Dadurch kommen sie schnell zu unseren Schützen, die einfach nicht treffen", analysierte der 32-Jährige bei SPORT1.

Neben Terry darf sich vor allem der bislang desolat auftretende Peja Stojakovic angesprochen fühlen, dem in drei Partien bisher lächerliche zwei Punkte gelangen.

"Wir müssen jetzt Vollgas geben, denn eines ist klar: das Spiel dürfen wir nicht verlieren. Ein 1:3 sähe nicht gut aus", versucht Nowitzki alle Kräfte bei seinem Team zu mobilisieren.

1:3 wäre Vorentscheidung

Nur acht Teams holten in der NBA-Historie bisher ein 1:3 noch auf. 2003 gelang dieses Kunststück dem heutigen Mavericks-Coach Rick Carlisle mit den Detroit Pistons.

Der Trainer ist gerade jetzt besonders gefordert, neue Impulse zu setzen. Denn Nowitzkis eindimensionale One-Man-Show ist gegen ein talentiertes Team wie Miami auf Dauer zu wenig.

Statt die anderen Spieler in die Pflicht zu nehmen, liefert er ihnen jedoch ein Alibi: "Dirk weiß, dass er die Hauptlast tragen muss. Er soll punkten und die Bälle verteilen."

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Seltsame Entscheidungen

Außerdem sind einige seiner Personalentscheidungen nur schwer nachzuvollziehen. Im dritten Viertel des letzten Spiels (Bericht und 412486Bilder) schafften die Mavs den Ausgleich.

Carlisle hielt stur an seiner gewohnten Rotation fest und wechselte Nowitzki aus. Danach setzten sich die Heat wieder ab, während Dallas in den nächsten sechs Minuten nur ein einziges Foul zog.

Daraus geht ein weiteres großes Problem hervor. Außer Nowitzki und dem mutigen - wenn auch körperlich limitierten - Backup-Guard J.J. Barea versucht kein Maverick aggressiv zum Korb zu ziehen.

Alternativen sind vorhanden

Dabei bietet der Kader einige Alternativen. Eine Möglichkeit wäre, Center Tyson Chandler mehr in den Angriff einzubinden. Auch eine veränderte Startformation wäre möglich. Die beste Fünf der Mavericks enthält Terry, warum fängt Dallas nicht mal so an?

Was ist mit Corey Brewer? Der Flügelspieler erhielt Mitte der Saison einen Dreijahresvertrag und sitzt nur draußen, obwohl er als guter Verteidiger gilt.

"Es wird nicht leicht, aber ich glaube immer noch, dass wir Meister werden", bleibt zumindest Chandler zuversichtlich.

Der Einsatz seines Backups Brendan Haywood (Hüfte) entscheidet sich erst unmittelbar vor Spielbeginn. Caron Butler wird laut Carlisle definitiv nicht zum Einsatz kommen.

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