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LeBron James staunt: Diesmal zieht Nowitzki gegen Haslem über rechts und legt zum Sieg ab © getty

Wieder ein Dirkules-Drama: Er quält sich mit Fieber übers Feld, macht aber den wichtigsten Korb. LeBron James hält sich zurück.

Von Michael Spandern

München/Dallas - Trotz des Fiebers ihres Superstars Dirk Nowitzki haben die Dallas Mavericks den Ausgleich in den NBA-Finals geschafft.

Die Texaner gewannen Spiel 4 der Best-of-Seven-Serie gegen die Miami Heat mit 86:83 (45:47) und können sich am Freitag (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)) ebenfalls vor eigenem Publikum zwei Matchbälle erspielen.

Nowitzki hatte 38,8 Grad Temperatur, hustete und saß zeitweise sichtlich entkräftet auf der Bank. Den wichtigsten Korb erzielte er dennoch: 14 Sekunden vor Schluss zog er rechts an Udonis Haslem vorbei und legte zum 84:81 ab.

"King James" nur ein Schattenmann

Es war sein sechster Treffer bei 19 Versuchen. Neben 19 Punkten verbuchte er auch 11 Rebounds und bekam von Jason Terry (17 Punkte) und Shawn Marion (16 Zähler) sowie Tyson Chandler (13 Punkte, 16 Rebounds) die nötige Hilfe.

"Wir haben mit Herz und viel Leidenschaft gespielt", lobte der starke Mavs-Center nach der Partie die Leistung seiner Mannschaft.

"Jet war phänomenal"

Auch Nowitzki verteilte großes Lob an seine Mitspieler: "Die Truppe war klasse heute. "Jet" ist im letzen Viertel über sich hinausgewachsen, als wir mit neun Punkten zurücklagen. Er hat uns mit zwei aufeinanderfolgenden Spielzügen zurück ins Spiel gebracht. Er war phänomenal"

Bei den Heat kam Dwyane Wade auf 32 und Chris Bosh auf 24 Zähler - aber kein dritter punktete zweistellig.

Ex-MVP LeBron James hielt sich im Hintergrund, gab zwar in 46 Minuten sieben Assists und holte neun Abpraller, nahm aber nur elf Würfe und erzielte auch wegen Dallas' starker Defensive lediglich acht Pünktchen.

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Perfekter Start dank Nowitzki

Coach Rick Carlisle hatte seine Startfünf zugunsten der Offensive umgestellt und den flinken J.J. Barea für Defensivspezialist DeShawn Stevenson in die Startfünf beordert.

Nowitzki legte fantastisch los, traf in den ersten 90 Sekunden drei Fadeaway-Würfe über Joel Anthony zum 6:0. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

"Er hat alles gemacht, was er konnte", lobte Mavs-Coach Rick Carlisle den angeschlagenen Nowitzki nach der Partie. "Sein Spiel am Ende war klasse. Es ist ein toller Sieg für uns. Ich liebe die Art und Weise wie er gespielt hat, auch wenn es nicht einfach war, sich durchzukämpfen".

Hinten rupfte Jason Kidd Chris Bosh und stibitzte Wade den Ball, dieser ließ sich zudem von Shawn Marion abräumen.

LeBrons Schwalbe erzürnt Dallas

Altbekannte Reboundprobleme - die Mavs gaben in den ersten zwölf Minuten gleich neun offensive Abpraller ab - gestatteten Miami jedoch den schnellen Ausgleich.

Allerdings antworteten Marion mit einer Bewegung in der Zone und Tyson Chandler per Dunk jeweils gegen James.

Dallas blieb auch knapp vorne, als Brian Cardinal Nowitzki die erste Verschnaufpause verschaffte. Nachdem aber Barea einen freien Korbleger und Terry zwei Freiwürfe vergeben hatten, kam James zu Stevensons Ärger mit einer Schwalbe durch und punktete von der Linie zum 21:19.

Nowitzki hadert mit den Schiris

Zu Anfang des zweiten Viertels geriet Dallas dann durch weitere Nachlässigkeiten und sieben Heat-Punkte in Folge mit 21:28 in Rückstand.

Chandlers Energie an den Brettern sowie drei Dreier von Stevenson hielten die Gastgeber jedoch im Geschäft.

Nowitzki haderte hingegen, nachdem er zweimal beim Drive angegangen wurde, aber kein Foulpfiff ertönte. 412486(DIASHOW: Die NBA-Finals 2011)

Doch ganz plötzlich hatten die Heat einen Hänger, gestatteten Dallas sogar einen Fast-Break. Marion schloss dabei einen 9:0-Run zum 38:34 ab.

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Da aber "Flash", vor allem defensiv einen Zahn zulegte, gingen die Gäste mit einem knappen Vorsprung in die Kabine. Bis dahin hatten sie 24 Punkte in der Zone erzielt, Dallas nur die Hälfte.

Nowitzkis Freiwurfserie reißt

In den ersten sieben Minuten des dritten Viertel konnte sich kein Team auf mehr als zwei Punkte absetzen, bis Nowitzki an der Linie einen Versuch zum 64:61 verwandelte.

Unmittelbar zuvor war seine Serie nach 39 erfolgreichen Freiwürfen gerissen.

Aber die Heat antworteten mit acht Zählern in Folge, sehenswert das Alley-Oop-Anspiel von James auf Wade.

Nowitzki verpasste es bei einem unbedrängten Dreier aus der rechten Ecke mit der Sirene, das Momentum vor dem Schlussviertel auf die Mavs-Seite zu ziehen.

Neun Punkte im Rückstand

Ein Dreier von Miller zum 65:72 brockte Dallas den höchsten Rückstand ein, vorne verlor Nowitzki den Ball, Haslem erhöhte zehn Minuten vor Schluss freistehend aus der Mitteldistanz auf 74:65.

Terry machte mit zwei schnellen Körben Hoffnungen auf ein ähnliches Comeback wie in Spiel 2. Auch Nowitzki kam nun endlich bis zum Brett, traf mit der angeschlagenen Linken.

Doch dann wieder Wade: Er räumte hinten Chandler ab und punktete im Gegenzug unter Bedrängnis. Auch Terrys Korbleger blockte Flash, doch Chandler staubte ab.

Terry behält die Nerven

Nach Ballverlusten von Bosh, Wade und Miller hatten die Mavs mit einem 17:4 Zwischenspurt zum 82:78 das Blatt gewendet. Doch der zunehmend entkräftete Nowitzki versäumte es wiederholt, für ein kleines Polster zu sorgen.

Bosh verkürzte per Sprungwurf, Stevenson vergab für Dallas zuvor und danach einen Dreier, 30 Sekunden vor dem Ende brachte Wade Miami mit einem Freiwurf auf 81:82 heran.

Die Mavs gaben den Ball in Dirkules' Hände - und der enttäuschte sie nicht. Dallas gestattete Wade keinen Dreier, aber neun Sekunden vor Schluss den Dunk zum 83:84.

Die Gäste mussten foulen, Terry behielt bei beiden Freiwürfen die Nerven. Nach Millers Einwurf verlor Wade die Ballkontrolle, Miller kam nur noch zu einem Verzweiflungsdreier - und verfehlte deutlich.

"Die Basketball-Götter hatten heute andere Pläne", sagte Dwyane Wade nach der Partie sichtlich enttäuscht.

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