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Jason Terry und Dirk Nowitzki spielen bereits seit 2004 zusammen in Dallas © getty

Dallas steht nach dem Sieg in Spiel 5 gegen Miami kurz vor dem Titel. Nowitzki ist Topscorer. Auf die alten Hasen ist Verlass.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks sind nur noch einen Sieg von dem lang ersehnten NBA-Titel entfernt.

Im fünften Finale bezwang Dirk Nowitzkis Team die Miami Heat 112:103 (60:57) und hat nach dem 3:2 im sechsten Spiel der Best-of-Seven-Serie in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) den ersten Matchball.

Der deutsche Ausnahmeakteur war mit 29 Punkten bester Schütze der Partie und brachte die Mavericks knapp drei Minuten vor Schluss mit seinem Dunking zum 102:100 endgültig auf die Siegerstraße.

"Wir wollten Miami unter keinen Umständen zwei Chancen geben, die Serie zu beenden. Deshalb haben wir im letzten Viertel alles rausgeholt", meinte Nowitzki.

"Es ist unsere Zeit"

Dank einer herausragenden Wurfquote - während der ersten drei Viertel über 60 Prozent - blieb Dallas erstmals in der Serie vom Tipoff weg hellwach und ließ sich nicht abschütteln.

"Heute sind mehr Würfe gefallen. Durch einige Ballgewinne kamen wir zu leichten Punkten", bilanzierte Mavs-Coach Rick Carlisle.

Vor allem J.J. Barea (17 Zähler), der zum zweiten Mal in Folge in der ersten Fünf stand, sowie Jason Terry (21) boten neben Nowitzki überzeugende Vorstellungen.

"Wir sind ein kämpferisches Team. Das haben wir in den Playoffs immer wieder bewiesen. Es wird noch härter werden, aber das ist unsere Zeit", so der "Jet" bei "espn".

Mavs verpassen Finals-Rekord

Nach vier Abwehrschlachten entwickelte sich diesmal von Beginn an ein munteres Spiel mit vielen Offensiv-Highlights 412486(DIASHOW: Die NBA-Finals 2011).

Durch einen Buzzer-Beater von Heat-Guard Mario Chalmers ging Miami zwar mit einer knappen 31:30-Führung - beide Teams zum ersten Mal mit 30 Punkten in einem Abschnitt - ins zweite Viertel, aber Dallas ließ sich nicht beirren.

Mit "Dirkules" und den starken Schützen von draußen - die Mavs trafen insgesamt 13 ihrer 19 Dreier - hatten sie immer die richtige Antwort auf Miamis Bemühungen. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Nur die Houston Rockets und Orlando Magic (beide 1995) versenkten mit 14 in einem Finalspiel jemals mehr Distanzwürfe.

[kaltura id="0_pwb6d0m0" class="full_size" title="Nowitzki greift nach dem Titel"]

Wade angeschlagen

Allerdings mussten die Heat über einen längeren Zeitraum auf Dwyane Wade verzichten.

Ihr bester Spieler verletzte sich bei einem strittigen Foul von Nowitzkis Backup Brian Cardinal und musste in der Kabine behandelt werden.

D-Wade (23 Zähler) war zwar bereits im zweiten Viertel wieder zurückgekehrt, kam aber nach der Halbzeit erst mit Verspätung aus der Kabine und war definitiv nicht völlig fit.

"Ich spreche nicht über Verletzungen. Es war eine unglückliche Aktion ,aber ich bin zurückgekommen", suchte "Flash" keine Ausreden.

Wieder Zittern angesagt

Nach der knappen Pausenführung kontrollierten die Gastgeber über weite Strecken der zweiten Hälfte die Partie mit ihrer besten Angriffsleistung der Finals.

Doch das Starensemble aus Florida gab sich noch nicht geschlagen und steckte auch den zwischenzeitlichen 71:80-Rückstand - die größte Mavs-Führung der gesamten Finals - weg.

Der kämpferisch herausragende Wade machte im Duett mit Udonis Haslem Mitte des letzten Viertels dank eines 9:0-Laufs aus einem Fünf-Punkte-Rückstand plötzlich eine 99:95-Führung.

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Oldie-Endspurt bringt Erfolg

Dann übernahmen jedoch die Oldies der Mavericks das Kommando. Nowitzki, Jason Kidd (13 Zähler, sechs Assists) und Terry erzielten die letzten 17 Punkte ihrer Mannschaft und stellten den Sieg im letzten Heimspiel sicher.

Der "Jet" ließ seinen vollmundigen Ankündigen auch Taten folgen, mit seinem eiskalten Dreier ins Gesicht von LeBron James zum 108:101 machte er 33 Sekunden vor dem Ende den Sack zu.

"Ich habe mich wirklich gut gefühlt und fand schnell einen Rhythmus. Ich habe ja vorher gesagt, was passiert, wenn wir über 100 Punkte machen", sagte Terry.

James taucht wieder ab

Sein Kontrahent "King James" verbuchte mit 17 Punkten, zehn Rebounds sowie zehn Assists zwar ein Triple-Double, verfehlte aber elf seiner 19 Würfe und tauchte in der Crunch-Time wieder ab.

Ein bedeutungsloser Korbleger kurz vor Schluss brachte ihm seine einzigen Zähler innerhalb der letzten zwölf Minuten, in den Schlussabschnitten aller Finals zusammen kommt er damit auf fast schon lächerliche elf Pünktchen.

Chalmers überzeugte mit 15 Zählern. Chris Bosh steuerte 19 Punkte sowie zehn Rebounds bei.

"Wir haben über die ganze Saison hart für den Heimvorteil gekämpft. Wenn wir unsere Heimspiele durchbringen, gewinnen wir die Serie", blieb der Power Forward optimistisch.

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