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Dwyane Wade (r.) wurde 2006 zum MVP der Finalserie gegen Dallas gewählt © getty

Die Heat-Stars büßen mit der Pleite in Spiel 5 für ihre Stichelei. Nowitzki dominiert LeBron. Die Historie spricht für Dallas.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Dirk Nowitzki ist nach zehn Jahren voller Playoff-Enttäuschungen so nah an seinem großen Traum dran wie noch nie.

Nach dem 112:103-Heimerfolg seiner Dallas Mavericks im fünften NBA-Finale gegen die Miami Heat (Video, Bericht und 416565Bilder) fehlt nur noch ein Sieg zur Meisterschaft (alle Spiele LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Es ist keine Best-of-Five-Serie. Ich kann mich nicht freuen. In den Playoffs denkst du 24 Stunden am Tag an Basketball. Hoffentlich können wir nächste Woche feiern. Sonst war alles umsonst", blieb der zehnmalige All-Star seinem Naturell treu.

Miamis Dwyane Wade hätte sich an der coolen Art Nowitzkis ein Beispiel nehmen sollen, vielleicht hätte er dann im Spiel mehr Glück gehabt.

"Habt ihr mich husten gehört?"

Aber Zurückhaltung passt eben nicht zu der Glitzertruppe aus Florida. So verwunderte Wades peinliche Spotteinlage über den Mavs-Star nur auf den ersten Blick.

Vor der Partie wurden "Flash" und LeBron James von einem Lokalsender in Dallas gefilmt, wie sie die Halle nach ihrem Abschlusstraining verließen.

Das Duo hielt sich gutgelaunt die Hände vor dem Mund, und Wade sagte: "Habt ihr mich alle husten gehört? Denkt ihr, ich bin krank?"

Wade vergeht das Lachen

Damit bezog sich der dynamische Guard auf Nowitzkis vieldiskutierten Fieber-Auftritt beim Sieg der Mavericks in Partie vier (Bericht).

Am Abend dürfte D-Wade das Lachen dann gründlich vergangen sein. Neben der Niederlage und dem damit verbundenen 2:3-Rückstand verletzte er sich bei einer Kollision mit Nowitzkis-Backup Brian Cardinal an der Hüfte.

Und auch für Kumpel James lief es nicht viel besser. Der gefallene König verbuchte zwar ein Triple-Double, versagte aber erneut in der Crunch-Time.

"Ich hätte mehr Plays für mein Team machen müssen. Ich hatte einige Möglichkeiten, aber die Würfe sind nicht gefallen", gab sich der Ex-MVP im Anschluss sehr kleinlaut. (Die Stimmen zum Spiel)

[kaltura id="0_pwb6d0m0" class="full_size" title="Nowitzki greift nach dem Titel"]

Nowitzki dominiert Endphase

Mit nur elf Punkten in den vierten Abschnitten aller fünf Finals ist James in den letzten zwölf Minuten einer Partie Miamis fünftbester Scorer - Nowitzki kommt im Schnitt auf fast elf Zähler pro Schlussviertel.

"Dirkules" bewies erneut, wer der beste Final-Akteur ist und sorgte auf dem Court dafür, dass Wade sein Spott im Hals steckenblieb. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

In den letzten fünf Minuten der jeweiligen Spiele wird Nowitzkis Dominanz noch deutlicher. In diesen jetzt 25 Minuten markierte er 26 Punkte - James und Wade kommen zusammen nicht einmal auf die Hälfte dieser Ausbeute.

Stevenson lobt

"Big D" jubelte nicht vor der Bank des Gegners (Wade in Spiel zwei), er brauchte keine Schwalben (James in Spiel drei) und ließ sich auch noch nie mit einem Rollstuhl vom Feld fahren (Wade im Februar 2007).

Nicht nur Teamkollege DeShawn Stevenson findet deshalb, dass die öffentliche Wahrnehmung überholt ist: "Rummel und Glitzer sind ihm fremd. Wir sind aber nur wegen Dirk ein so gutes Team. Er ist der Anführer. Mit dem Meisterring wird das hoffentlich allen Kritikern endlich klar werden."

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Mavs Gegenentwurf zum "Hero-Ball"

Dallas führte dagegen wieder vor Augen, dass sie doch der Gegenentwurf zur "Hero-Ball-Philosophie" von James und Wade sind.

Es ist eben nicht nur der Superstar, der die Entscheidung im Alleingang herbeiführen will, sondern funktionierender Teambasketball steht im Vordergrund.

Neben den starken Jason Terry (21 Zähler) und J.J. Barea (17) lieferten auch die selten eingesetzten Cardinal und Center Ian Mahinmi ordentliche Minuten ab.

"Das definiert uns als Team. Es gibt bei uns keine großen Egos. Nur so sind wir erfolgreich", meinte Barea stellvertretend für seine Kollegen.

Historie sprcht für Dallas

Die Historie spricht vor Finale Nummer sechs in Miami (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) für die Mavericks. Von 26 Endspielserien, in denen es 2:2 stand, wurde 19 Mal der Gewinner von Spiel fünf auch Meister.

"Wir kennen unsere Identität und wissen, was uns soweit gebracht hat. Jetzt wollen wir auch den letzten Schritt gehen", so Coach Rick Carlisle.

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